Konzert in der Christuskirche
Mit Herz und viel Neugierde

Münster-Wolbeck -

Ein Violinkonzert mit Klavierbegleitung der besonderen Art haben die Zuhörer in der Christuskirche erlebt. Der Verein KulturVorOrt hatte dazu zwei anerkannte Musikerinnen eingeladen.

Montag, 21.01.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 22.01.2019, 17:02 Uhr
Begeisternde Meisterschaft und Ausstrahlung stießen beim Konzert in der Wolbecker Christuskirche auf Bewunderung: Gina Keiko Friesicke und Marie Günter.
Begeisternde Meisterschaft und Ausstrahlung stießen beim Konzert in der Wolbecker Christuskirche auf Bewunderung: Gina Keiko Friesicke und Marie Günter. Foto: anh

Zu einem Violinkonzert mit Klavier-Begleitung hatte der Verein KulturVorOrt Wolbeck in die Christuskirche geladen; es spielten die Violinistin Gina Keiko Friesicke , 2002 geboren in Detmold und die Pianistin Marie Rosa Günter , geboren 1991 in Braunschweig.

Die beiden haben ein Herz und viel Neugier auf die Sinnes-Möglichkeiten bekannter Werke, aber auch für weniger Bekanntes. Aus allem arbeiten sie mit Verve und Dynamik fesselnden Ausdruck heraus. Das begann am Freitag mit Mozarts beschwingter Sonate KV 454 B-Dur für Violine und Klavier; Friesicke setzte es solo fort in der atmosphärisch so andersartigen Sonate BWV 1001 g-Moll von Bach.

Weniger bekannt und doch so begeisternd vorgetragen sind die Romanze in A-Dur von Fritz Kreisler und Robert Schumann sowie Brahms‘ kraftvolles Scherzo c-Moll aus der F.A.E.-Sonate. Über technisches Niveau und Meisterschaft muss man da gar nicht mehr reden.

Im zweiten Teil widmen sich beide moderneren Werken: Debussys Sonate g-Moll L 140, Pablo des Sarasates bekannter Carmen-Fantasie op. 25 und – in einem erneut hinreißenden Solo - die Sonate Nr. 2 a-Moll op. 27 des belgischen Komponisten und Geigers Eugène-Auguste Ysaÿe.

Mit hohem Können setzt Friesicke dort ausgefallenere technische Möglichkeiten der Geige ein. Die ist ein alter Schatz: Sie spielte die ihr treuhänderisch anvertraute Violine von Gianbattista Ceruti, Cremona 1800.

Für Werke, die ihr Leben, den Ausdruck eines Zwiegesprächs, aus dem Zusammenspiel von Geige und Piano beziehen, bedarf es auch einer Pianistin von hohem Niveau.

Die hat Friesicke gefunden, in Gestalt von Günter. Günter fügt ihre Tastenspiel nahtlos ein in das hohe Niveau der Geigerin. So wundert es nicht, dass Günter an der Frühförderung für musikalisch Hochbegabte teilnahm, und auch international Erste Preise gewann. In Münster erhielt sie den Klassik-Preis.

Friesicke war 2017 jüngste Preisträgerin des von der GWK – Gesellschaft zur Förderung Westfälischer Kulturarbeit ausgelobten Musikwettbewerbes und wurde damit in das Förderprogramm der GWK aufgenommen. Von der GWK war deren Geschäftsführerin zum Konzert in die Christuskirche gekommen, Dr. Susanne Schulte.

Die Reaktion des Publikums sprach Bände. Teils entfuhr Gästen während der Stücke hörbare Bewunderung, der Applaus für Friesicke und Günter nach den Stücken war stark – und nach der Zugabe – Ravels „Pièce en forme de habanera“ – applaudierten fast alle Gäste im Stehen.

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