Landwirtschaftlicher Verein informiert
Landwirtschaft bietet Perspektiven

Münster-Wolbeck -

Die Landwirtschaft ist ein Wirtschaftszweig mit Zukunft – das erfuhren die Teilnehmer einer Informationsveranstaltung zur Vielfalt der Berufe in dem Bereich. Arbeitslose Landwirte gebe es nicht.

Mittwoch, 13.02.2019, 19:16 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 17:26 Uhr
Zwei Stunden Informationen über berufliche Vielfalt in der Landwirtschaft gab Eva Niederdalhoff, Ausbildungsberaterin der Landwirtschaftskammer NRW.
Zwei Stunden Informationen über berufliche Vielfalt in der Landwirtschaft gab Eva Niederdalhoff, Ausbildungsberaterin der Landwirtschaftskammer NRW. Foto: Andreas Hasenkamp

„Grüne Berufe“ sind – auf jeden Fall vielfältig. Die Vielfalt der Wege in Ausbildung, Studium und Beruf zeigte am Dienstag ein Vortrag im Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft Münster-Wolbeck. Dort ist auch die Fachschule für Agrarwirtschaft untergebracht.

Breit war das Interesse. Mehr als 30 Leute informierten sich, davon wohl 13, die vor einer Ausbildung stehen, meist Jungen, mehrere Mädchen, die in Begleitung ihrer Eltern gekommen waren. Ein Lohnunternehmen war vertreten, ein Pferdehalter im Nebenerwerb. Einige kamen aus Steinfurt oder Warendorf, viele aus Münster. Ihnen gab Eva Niederdalhoff, Ausbildungsberaterin der Landwirtschaftskammer NRW, Informationen über mögliche Ausbildungswege auf den Weg.

Und die eine oder andere Empfehlung aus ihrer Praxis. Dass man etwa nach dem Abitur und einem einjährige Praktikum Agrarwissenschaft studieren könne. Aber eine Ausbildung zum Landwirt auch nicht so viel länger dauert: insgesamt nur zwei Jahre – bei Verkürzung – oder drei Jahre. „Dann hat man wenigstens eine Ausbildung in der Tasche“, meint ein Vater, wenn es danach nicht wie geplant weitergehe.

Für einfachere Ansprüche gebe es den Beruf des „landwirtschaftlichen Fachwerkers“. Ebenso gibt es das Studium der Agrarwissenschaft. Tierwirt: Das ist wie beim Landwirt, nur ohne den Teil Pflanzenproduktion. In diesen Zweig gehören auch Imker. Für den Tierwirt interessierte sich jemand, auch für den Beruf des Pferdewirts – für den es wohl besonders hoher Begeisterung bedarf: Deutlich weniger mechanisiert als andere Bereiche der Landwirtschaft, nicht sonderlich gut bezahlt, eher lange Arbeitszeiten, auch häufig an Wochenenden mit Fahrten zu Turnieren.

Viele Zweige stellte Niederdalhoff vor, auch den der Fachkraft Agrarservice: „Auf der Seite der Landwirtschaftskammer gibt es noch ein paar mehr“. Verantwortungsbewusst müssen Ausbildungskandidaten sein, betont sie: „Wir haben es mit Tieren zu tun.“ Die leben, kalben, ferkeln auch am Wochenende. Meist sei der Einstieg in die Ausbildung sehr anstrengend, auch körperlich, für die meist im Sitzen trainierten Ex-Schüler, scherzte die Referentin. Leistungsbereit und in gewissem Maß flexibel müsse man sein. Doch Niederdalhoff empfahl auch, bei zu langen Arbeitszeiten kritisch hinzuschauen, Buch zu führen und den Mund aufzumachen. Und das am besten schon in der Probezeit.

Noch eine Besonderheit gibt es bei einer landwirtschaftlichen Ausbildung: der häufig enge Anschluss an eine Familie.

Viele Landwirte nehmen nur Auszubildende an, die vorher bei ihnen hereingeschnuppert haben. Dann geht es ums Menschliche und ums Benehmen. Und es sei verbreitet und sinnvoll für Auszubildende, mal den Betrieb zu wechseln.

Ein erheblicher Teil der Arbeit des Landwirts finde in Ställen statt, nicht draußen, so Niederdalhoff. Gut ein Viertel seiner Arbeitszeit verbringe ein Landwirt im Büro mit Computer und speziellen Programmen.

Längst führt die Ausbildung nicht mehr nur in Stall und Ackerfurche: Marketing und Vertrieb gebe es ebenso, und da könne der Weg auch ins Ausland führen. „Englisch wird heute vorausgesetzt“, sagt Niederdalhoff.

Die Anzahl der Ausbildungsplätze sei seit Beginn des Jahrhunderts deutlich gestiegen. Die Perspektiven seien gut: „Einen arbeitslosen Landwirt gibt es eigentlich nicht.“

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