Ute Liliey-Dorn gestaltet moderne Kunst aus scheinbar gegensätzlichen Materialien
Massive Keramik und Filigranes

Münster-Wolbeck -

Massive Keramik und filigraner Draht – passt das zusammen? „Und ob!“, meint die Künstlerin Ute Liley-Dorn, die vor einigen Wochen ihr Atelier in Wolbeck einrichtete. Gerade die Kombination unterschiedlicher Materialien macht den besonderen Reiz vieler ihrer Werke aus. Abstrakte Skulpturen und Lichtobjekte, aber auch Gebrauchskunst, Perlen, Vasen, Schmuck und Tischdekorationen entstehen in ihrer umgebauten Tischlerwerkstatt am Berdel. Ebenso Filzarbeiten, Schals und neuerdings auch Bilder.

Dienstag, 19.03.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 19.03.2019, 17:46 Uhr
Die Künstlerin Ute Liley-Dorn arbeitet mit unterschiedlichen Materialien, bevorzugt mit Keramik, feinstem Draht sowie Filz.
Die Künstlerin Ute Liley-Dorn arbeitet mit unterschiedlichen Materialien, bevorzugt mit Keramik, feinstem Draht sowie Filz. Foto: isa

„Getöpfert habe ich schon als Kind“, erinnert sich Liley-Dorn . Meist aber „anders als normal“. Immer waren gleichzeitig auch weitere Materialien mit im Spiel: Blätter, Blüten, Hölzer, Muscheln. „Und bei jedem Projekt hatte gleich Ideen, die vom vermeintlichen Weg wieder wegführten“, fügt sie hinzu. Dieses „Querdenken“ kennzeichnet ihre Werke bis heute. Und bis heute bestechen sie durch sorgfältig ausgesuchte Komponenten und eine qualitativ hochwertige Verarbeitung.

Dabei hatte die Künstlerin zunächst einen anderen Lebensweg eingeschlagen. Geboren und aufgewachsen in Kamen studierte Liley-Dorn nach dem Abitur zunächst Jura in Münster. „Um mir eine feste Existenz aufzubauen“, erklärt sie. Doch während Studium und Referendariat sowie während der anschließenden juristischen Tätigkeit bei einer Behörde habe sie stets „auch kreativ gearbeitet“. Es folgte die Familienphase, in der ihre „Kinder an erster Stelle standen“. Erst in jüngster Vergangenheit widmete sie sich wieder schwerpunktmäßig der Kunst. Zahlreiche Objekte entstanden.

Das Jurastudium prägt sie bis heute: „Ich habe geordnetes Denken gelernt und, den Dingen auf den Grund zu gehen.“ So eignete sie sich Hintergrundwissen zum Töpfern und Brennen an, sowie Kenntnisse über chemische Prozesse.

„Meine bevorzugte Technik ist das Naked-Raku“, erläutert sie. Dazu werden getöpferte Objekte mit einer Glasur versehen und an die 1000 Grad heiß gebrannt. Ein Trennmittel bewirkt das Abblättern der Glasur, Rauch dringt in die Risse ein und zeichnet kunstvolle Muster. Ein ähnliches Verfahren ist der Kapselbrand. In beiden Fällen fügt die Künstlerin gerne Naturmaterialien wie Laubblätter oder Wacholderbeeren hinzu, die zu unterschiedlichsten Farbspielen führen.

Meist werden die Objekte mit geklöppelten, „leonischen Fäden“ kombiniert, feinsten Drähten also, die für Litzen, Spitzen und Priesterkleidung genutzt wurden. Aber auch andere Drähte finden Verwendung. Liley-Dorn: „Ich sammele ständig neue Fäden, etwa auch in Handwerksbetrieben.“ Auch Flecht- und Filzobjekte entstehen so.

In mehreren Ausstellungen hat die Künstlerin ihre Objekte bereits der Öffentlichkeit präsentiert. Nun gibt sie ihre Kenntnisse in verschiedenen Kursen in Wolbeck weiter.

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