Politische Parteien stellten ihre Positionen im Schulzentrum vor
„Nehmt die Europawahl ernst!“

Münster-Wolbeck -

Gezielte Fragen, kontroverse Antworten. Die Schüler der Sozialwissenschaftlichen Leistungskurse und die Q1- und Q2-Schüler des Gymnasiums Wolbeck hatten sich auf die Podiumsdiskussion zur nächsten Europawahl bestens vorbereitet. Unter der Federführung der Lehrer Imke Ostholthoff und Bertram Voss hatten sie zu früher Stunde Vertreter verschiedener politischer Parteien in das Pädagogische Zentrum des Schulzentrums eingeladen.

Montag, 01.04.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 17:44 Uhr
Diskutierten über eine gemeinsames Europa mit den Oberstufenschülern des Gymnasiums Wolbeck (v.l.): Bertram Voss, Martin Schiller, Anna Blundell, Paavo Czwikla, Sarah Weiser, Edith Verweyen-Hackmann und Dr. Markus Pieper.
Diskutierten über eine gemeinsames Europa mit den Oberstufenschülern des Gymnasiums Wolbeck (v.l.): Bertram Voss, Martin Schiller, Anna Blundell, Paavo Czwikla, Sarah Weiser, Edith Verweyen-Hackmann und Dr. Markus Pieper. Foto: hk

„Nehmt dieses Wahlrecht ernst“, forderte Schulleiterin Edith Verweyen-Hackmann einleitend die Schüler auf, bei der Europawahl vom 23. bis 26. Mai mitzumachen. Der Tenor der Podiumsdiskussion war eindeutig. Unter dem Motto „Zusammen weitergehen für Europa“ waren sich die Politiker darüber klar, dass nur ein gemeinsamer europäischer Weg in Zeiten der Globalisierung erfolgreich sein könne. Jeder Nationalstaat für sich allein sei keine Lösung, sagte Sarah Weiser (SPD).

Sie sprach sich für einen gemeinsamen Lebensstandard, für Friedenssicherung und für eine europäische Identität aus. Ohne den Euro hätte die Finanzkrise 2008 weitreichendere Folgen für Deutschland gehabt, erklärte Dr. Markus Pieper (CDU).

Optimistisch auf längere Sicht äußerte sich Anna Blundell (Die Grünen). Die Europäische Union werde ihren Weg gehen, meinte sie. Allerdings müsse man bestimmte Dinge reformieren, einiges sei verschlafen worden, sagte die Politikerin deutsch-englischer Herkunft. Sie mahnte an, dass nicht jeder EU-Staat sich einfach so verabschieden könne. Dass sich der Brexit so schwierig gestalte, sei ein Zeichen dafür, wie sehr man inzwischen miteinander verflochten sei. Sie forderte ein verändertes Konsum- und Subventionsverhalten, um die Fluchtursachen zu bekämpfen.

„Wir müssen humanitäre Verantwortung übernehmen“, setzte sich Paavo Czwikla (FDP) für ein EU-Einwanderungs und -Asylrecht ein. Hier wie auch in der Klimapolitik konkret etwas zu verändern, sei eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Allerdings könnten nicht alle Forderungen an Deutschland festgemacht werden, vor dem Hintergrund, dass weltweit immer mehr Kohlekraftwerke gebaut würden.

Weniger europafreundlich zeigte sich Martin Schiller (AfD). Das Konzept funktioniere nicht, weil jeder Nationalstaat „anders tickt“. Er sah sich im Asylrecht „missbraucht“. Die CO₂-Grenzwerte seien verantwortlich für die Zerstörung der deutschen Diesel-Spitzentechnologie, so Schiller. Er bedaure die Fotomontage, die Greta Thunberg in der Uniform des „Bundes Deutscher Mädel“ zeigte. Der Eintrag in Facebook sei inzwischen gelöscht worden.

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