Gewerbeverein mahnt Service für Elektroautos und E-Bikes im Stadtteil Wolbeck an
„Wo bleiben die Ladesäulen?“

Münster-Wolbeck -

„Wann gibt es endlich Ladesäulen für Elektroautos und E-Bikes im Stadtteil?“ Diese Frage stellt sich der Wolbecker Gewerbeverein. Bislang existiert keine einzige öffentlich zugängliche Stromladestation im Ort. Und wie sieht die Zukunft aus? Gerade die Baustelle an prominenter Stelle – am Marktplatz im Ortskern – hätte Gelegenheit geboten, eine entsprechende „Strom-Tankstelle“ vorzusehen. „Wurde Sie eingeplant, oder hat die Stadt diese Chance verpasst?“, fragt jetzt die stellvertretende Vorsitzende des Gewerbevereins, Heike Schapmann.

Dienstag, 09.04.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 17:50 Uhr
Die stellvertretende Vorsitzende des Wolbecker Gewerbevereins, Heike Schapmann (r.), und Vorstandsmitglied Gisela Hautopp vermissen im Ortskern Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos. „Wo geht die Reise hin?“, fragen sie.
Die stellvertretende Vorsitzende des Wolbecker Gewerbevereins, Heike Schapmann (r.), und Vorstandsmitglied Gisela Hautopp vermissen im Ortskern Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos. „Wo geht die Reise hin?“, fragen sie. Foto: isa

Bereits 2017, zu Beginn der großen Baumaßnahmen im Ortskern, beantragte die Bezirksvertretung Südost zwar einstimmig, auf dem Marktplatz zwei Schnellladestationen für Elektroautos vorzusehen. Der Antrag wurde jedoch von der Verwaltung abgeschmettert. Schnellladestationen für Autos seien zu teuer und zu aufwendig, heißt es damals. Und für das Laden von E-Bikes gebe es zu wenig Nachfrage. Die Sache verlief im Sand.

Jetzt weist der Gewerbeverein erneut auf die Problematik hin: „Die Stadt Münster propagiert E-Mobilität und subventioniert sogar die Anschaffung von Elektro-Lasträdern“, erklärt Vorstandsmitglied Gisela Hautopp. „Dann muss sie doch auch für entsprechende Ladestationen sorgen.“ Ob am Marktplatz zumindest die Möglichkeit geschaffen wurde, in Zukunft eine Stromladestation zu installieren, hakt sie nach. In Wolbeck gebe es lediglich eine private Ladestation für Fahrräder an einer Gaststätte. Ansonsten schauten E-Biker in die Röhre. Eine Stromladestation für Elektroautos existiere in Wolbeck überhaupt nicht.

„Wie steht die Stadt denn nun zur E-Mobilität?“, fragt auch Heike Schapmann kritisch nach. Man brauche mehr Klarheit, auch den Mitgliedern des Gewerbevereins gegenüber. „Wo geht die Reise hin? Sollen wir den Geschäftsleuten raten, für ihre Kunden Stromtankstellen einzurichten?“, rätselt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Auch weitere Fragen, wie die nach der Wartung von E-Fahrzeugen, müssten beantwortet werden.

Die Reaktion der Verwaltung lässt hoffen. Damals habe man die Aufstellung von Schnellladestationen geprüft und für unwirtschaftlich befunden, erklärt Verkehrsplaner Guido Koops vom Amt für Mobilität und Tiefbau auf Anfrage unserer Zeitung. Pro Säule wurden die Kosten auf rund 100 000 Euro geschätzt. Außerdem merkt er an, dass die riesigen Schnelllaufladestationen rund zwei Meter hoch und 70 bis 80 Zentimeter breit seien. „Wir haben doch nicht die hässlichen Glascontainer weggeräumt, um den Platz dann anschließend mit anderen Dingen zu verunstalten“, betont er.

Heute könne man über kleinere Standard-Ladestationen durchaus nachdenken, die in zwei bis zweieinhalb Stunden ein „leer gefahrenes“ Elektroauto der Mittelklasse „volltanken“ könnten, räumt Koops ein. Die Kosten dafür lägen deutlich niedriger als die für Schnellladestationen. Der Aufwand halte sich in Grenzen, das vorhandene Stromnetz könne dafür genutzt werden.

Und die Realisierung? „Wir sind mit den Stadtwerken im Gespräch, was die generelle Frage der gemeinsamen Umsetzung angeht“, erklärt hierzu der stellvertretende Leiter des Amtes für Mobilität und Tiefbau, Gerhard Rüller. Einzellösungen seien nicht sinnvoll, ergänzt Guido Koops. Geplant sei, ein stadtweites Konzept für die E-Mobilität zu erstellen.

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