Es gehe darum, die Böden gesund zu erhalten
„Einsatz von Mineraldünger muss sinken“

Münster-Wolbeck -

„Konventionell“ oder „Bio“ war die Frage einer Studie von Schülern der Fachschule für Agrarwissenschaften, die im Bildungszentrum für Gartenbau und Landwirtschaft präsentiert wurden.

Donnerstag, 11.04.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 16:50 Uhr
Was wäre bei einer Umstellung zu erwarten? Untersucht haben es für einen Rinder-Betrieb Markus Ahmann (Ibbenbüren), Bernd Dalhus (Hoetmar), Joel Frede (Greven), Kathrin Feldkamp (Steinfurt), Lenhard Holtmannspötter (Ochtrup), Lukas Ortmeier (Emsdetten) und Jan Neukötter (Beelen).
Was wäre bei einer Umstellung zu erwarten? Untersucht haben es für einen Rinder-Betrieb Markus Ahmann (Ibbenbüren), Bernd Dalhus (Hoetmar), Joel Frede (Greven), Kathrin Feldkamp (Steinfurt), Lenhard Holtmannspötter (Ochtrup), Lukas Ortmeier (Emsdetten) und Jan Neukötter (Beelen). Foto: anh

Lohnt sich für einen Landwirtschaftsbetrieb die Umstellung von „konventionell“ auf „Bio“? Ist sie sogar notwendig? Diese Fragen untersuchten Schüler der Fachschule für Agrarwirtschaft am Beispiel von drei Betrieben aus Steinfurt, Steinfurt-Hollig und Westbevern, die derzeit Milchkühe, Mutterkühe oder Schweine halten.

Die 60 Studenten aus drei Klassen hatten etwa 40 Stunden Zeit in dieser „Ökowoche“. Eine Vorbereitungsphase war vorgeschaltet. Am Donnerstag präsentierten die Schüler ihre Ergebnisse in Wolbeck im Bildungszentrum für Gartenbau und Landwirtschaft. Eine Fülle von Kennzahlen und Regeln mussten sie einfließen lassen, um realitätsnah zu sein: In welchem Umfang müssen Böden „aufgekalkt“ werden, wie verändert sich der Arbeitsaufwand, wie teuer wird der Finanzbedarf für die Zwischenfinanzierung während der 24-monatigen Umstellungsphase ausfallen?

Da ist ein anderer Boden für die Kühe nötig, die Auslauffläche hat ebenfalls Regeln, ebenso wie die Optionen bei Erkrankung eines Tieres. Jeweils ein Team untersuchte Aspekte des Pflanzenbaus, der Tierhaltung und der Ökonomie. Sie mussten sehr intensiv Informationen austauschen. Sorgfalt ist Pflicht: Zwar sind zum Beispiel die Preise für Biomilch höher und stabiler – aber ohne interessierte Molkerei geht nichts.

Besonders spannend wird die Analyse dadurch, sagt Dr. Ulrich Breul, Leiter der Bildungseinrichtung, dass zwei der untersuchten Betriebe Schülerbetriebe seien. Der Bezug zur Praxis sei hier besonders hoch. Die Schüler seien alle „mit Feuer und Flamme“ dabei und hätten nicht auf Überstunden geschaut. Vergleiche von Optionen, wie sie die Schüler hier seit etwa sechs Jahren durchführen, sind gerade im Münsterland wichtig, wo Flächen knapp sind.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, Klaus Werring, unterstrich, dass konventionelle und Bio-Bauern voneinander lernen könnten. Es gehe darum, die Böden gesund zu erhalten, der Einsatz von Mineraldünger werde sinken müssen. In NRW gebe es ein landesweites Beratungsnetz, so Werring.

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