Schulzentrum Wolbeck
Legionellen-Alarm an Sporthalle: Schließung für mehrere Wochen

Münster-Wolbeck -

Wieder eine Hiobsbotschaft für die Wolbecker Sportler und Sportlerinnen: Nachdem die sanierte Dreifachturnhalle im Schulzentrum wie berichtet wegen Problemen mit einer Baufirma viel länger geschlossen war als geplant, ist nun die Zweifachhalle für etwa drei Wochen gesperrt. Der Grund: Verdacht auf Legionellen.

Mittwoch, 15.05.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 19:32 Uhr
In der Zweifachhalle im Wolbecker Schulzentrum wurden zu hohe Legionellenwerte festgestellt. Die Trinkwasserleitungen werden saniert, die Halle wird für etwa drei Wochen gesperrt.
In der Zweifachhalle im Wolbecker Schulzentrum wurden zu hohe Legionellenwerte festgestellt. Die Trinkwasserleitungen werden saniert, die Halle wird für etwa drei Wochen gesperrt. Foto: anh

Legionellen sind schädliche Bakterien, die über Wasserdampf verbreitet werden und zu schweren Krankheitszuständen führen können. Sobald Verdacht auf vermehrte Legionellen im Wasser von öffentlichen Einrichtungen besteht, werden diese Einrichtungen geschlossen und die Leitungen saniert. Diese Situation trifft aktuell auf die Wolbecker Zweifachhalle zu.

„Dort wurden bei der jährlichen Routine-Untersuchung der Trinkwasserqualität Anfang der Woche erhöhte Legionellenwerte festgestellt“, erläutert Marion Brink auf Anfrage unserer Zeitung. Unter bestimmten Bedingungen könne man in solchen Fällen allein die Duschräume außer Betrieb nehmen, fügt die Sprecherin des münsterischen Amts für Immobilienmanagement hinzu. Dies sei in Wolbeck aber nicht möglich.

Unzuverlässigkeiten von Firma

Die Duschräume ließen sich dort nicht isoliert absperren. Daher müsse man die gesamte Sporthalle für einige Zeit schließen. Marion Brink: „Wir gehen von drei Wochen aus.“ Dies ist um so bitterer, als der TV Wolbeck, die örtlichen Schulen und viele Freizeitsportler zuvor monatelang unter der Sperrung der benachbarten Dreifachhalle gelitten hatten. Wie berichtet, hatte sich dort die Bauphase wegen Unzuverlässigkeit der ausführenden Firma nahezu verdreifacht.

Dennoch: Sicherheit geht natürlich vor. Als Ursache der erhöhten Legionellenwerte vermuten die Fachleute eine technische Störung in der „bislang immer unauffälligen Trinkwasseranlage“, so die Aussage der Verwaltung. Dadurch sei das Wasser eventuell zu lange in einer falschen Temperatur gelagert worden. Legionellen „mögen“ den Temperaturbereich von fünf bis 55 Grad Celsius, ab 60 Grad werden sie nach wenigen Minuten inaktiv. Daher ist vorgeschrieben, dass Anlagen zum Vorhalten von Warmwasser eine Wassertemperatur von mindestens 60 Grad Celsius gewährleisten müssen.

Fast täglich Verdachtsfälle

In der Zweifachhalle im Schulzentrum kümmert sich nun eine Fachfirma um die Spülung und Desinfektion der kompletten Trinkwasserleitungen. Zudem wird das System technisch überprüft. Im Anschluss werden erneut Proben genommen. Sind diese in Ordnung, wird die Halle wieder freigegeben.

Hohe Legionellenkonzentrationen seien gefährlich, kämen aber immer wieder vor. Dies erklärt Dr. Michael Lürwer vom münsterischen Gesundheitsamt. „Auch für unser Stadtgebiet werden uns fast täglich Verdachtsfälle gemeldet“, erklärt er auf Anfrage unserer Zeitung. Öffentliche Einrichtungen würden in so einem Fall stets vorübergehend geschlossen und saniert.

Zum Thema: Legionellen

Legionellen sind in niedriger Menge fast überall im Wasser vorhanden und solange ungefährlich. Zum Problem werden die Bakterien erst, wenn sie in hoher Konzentration vorkommen und in die menschliche Lunge gelangen. Dies kann beim Duschen passieren, oder wenn bei anderen Gelegenheiten belasteter Wasserdampf eingeatmet wird. Auch Klimaanlagen, Luftbefeuchter oder Whirlpools können Legionellen weiterverbreiten.

Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung und äußert sich durch Brust- und Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost und Fieber. Auch Verwirrtheitszustände können auftreten. Die Lungenentzündung kann vier Wochen dauern und verläuft bei jedem zehnten Erkrankten tödlich.

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