Bunten Gemüsegarten angelegt
Auch die Schnecke hat eine Chance

Münster-Wolbeck -

Beim „Ackerprojekt“ der Kita „Am Schulzentrum“ lernen die Kinder auch, wie lange Pflanzen brauchen, um zu wachsen.

Montag, 24.06.2019, 09:00 Uhr
Seit dem Frühjahr bereichert eine kleine Ackerfläche der Kita „Am Schulzentrum“ mit vielfältigen Gemüsesorten den nachhaltigen Speiseplan. Max, Travis und Luana haben die ersten Gurken entdeckt.
Seit dem Frühjahr bereichert eine kleine Ackerfläche der Kita „Am Schulzentrum“ mit vielfältigen Gemüsesorten den nachhaltigen Speiseplan. Max, Travis und Luana haben die ersten Gurken entdeckt. Foto: hk

„Was mag das für ein Tier sein?“, fragte sich der kleine Henry, als er unter die Blattseite der Kartoffelpflanze sah. „Ein Kartoffelkäfer ist es nicht“, wusste Birgit Klaer , Leiterin der Kita „Am Schulzentrum“. Es war ein eher unscheinbares Insekt. Vielleicht entwickelt sich daraus eine Florfliege, die zu den Nützlinge zählt. Ohnehin, auch ein Kartoffelkäfer hätte bei den Kids eine Chance . „Wir versetzen Tiere nur, sei es ein Schadinsekt oder eine Schnecke und töten sie nicht“, so Birgit Klaer. Sie vermittelt mit ihrem Erzieherinnen-Team den Kindern, dass jedes Lebewesen seine Berechtigung hat und wertgeschätzt werden muss.

Auch das Gemüse, das die Kinder der Kita anbauen, wird ebenso wertgeschätzt. Seit dem Frühjahr herrscht reges Treiben auf dem einst trostlosen Rasenstück, auf dem zwei Balanciergeräte standen, das aber sonst ein Schattendasein führte.

Nach einem Vortrag, den ein Referent der Gemüse-Ackerdemie Münster Anfang des Jahres beim Gesundheitsamt hielt, waren sich Erzieher und Eltern einig: „Das passt zu uns als nachhaltig arbeitende Kita.“ Schon bald rollte der Bagger an, den die Stadt Münster als Träger der Kita zur Verfügung stellte. Der Rasen wurde entfernt, Zäune gezogen, Rindenmulch eingearbeitet. Es musste schnell gehen, denn die Saatzeit hatte bereits für einige Gemüsesorten begonnen.

Alle packten mit an. Eltern und Kinder waren ganz bei der Sache. 15 verschiedene Gemüsearten wurden gesät und gepflanzt. wie Tomaten, Zuckermais, Radieschen, Möhren oder Mangold.

Nun gedeihen die Pflanzen, erste Salate wurden bereits geerntet. Der Effekt: Die Kinder schneiden den Salat auf dem Gemüsefeld, waschen ihn und bereiten ihn zu. Und sind erstaunt, dass es Zeit braucht für das Pflanzenwachstum. „Es ist etwas anderes, ob sie einen Tag auf einem Bauernhof verbringen oder miterleben, wie eine Pflanze gedeiht“, sagte Birgit Klaer. Dazu gehöre auch, dass ein Gemüse Schaden nehmen kann, sich gegen Feinde wehren muss. Neulich entdeckten die Kinder, dass sich Vögel an die Kohlrabiblätter heranmachten. Nun haben die Erzieherinnen ein Netz über das Gemüse gespannt. Zudem wird auch das Wissen um das Gemüse spielerisch aufbereitet. Der gemeinnützige Verein GemüseAckerdemie liefert die nötige Literatur on- und offline, stellt Wochenanbau- und Erntepläne bereit. Während in der Kita alles fotografisch dokumentiert und als Ackertagebuch geführt wird. Ein Ackermentor steht helfend beiseite, wenn es einmal irgendwo hakt. Drei Fortbildungen im Jahr machen die Erzieherinnen fit.

„Uns ist die Kontinuität des Projektes wichtig, dass die Kinder dran bleiben und sie sehen, dass Pflanzenwachstum dauert“, sagte Landwirtschaftslehrerin Ale-xandra Vogel, die im Elternbeirat ist.

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