Etwa 150 Einfamilienhäuser, 150 Mehrfamilien-Wohneinheiten sollen hier entstehen
300 Wohnungen am Berdel geplant

Münster-Wolbeck -

Münster braucht Wohnungen. Ein weiterer Schritt dazu ist unter anderem die geplante Erschließung einer größeren Fläche Baulands südlich der Straße Berdel – genau gesagt zwischen Berdel, Telgter Straße und der Straße Am Tiergarten. „Wir begrüßen die vernünftige Erweiterung des Stadtteils um Wohneinheiten“, erklärt der Wolbecker Ratsherr Horst Karl Beitelhoff auf Anfrage unserer Zeitung.

Montag, 24.06.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 18:48 Uhr

Rund 300 Wohneinheiten (WE) sind in diesem Bereich geplant. Dies ist Inhalt einer Vorlage des Stadtplanungsamtes, die jetzt in der Bezirksvertretung Südost vorgestellt wurde. Rund die Hälfte der Wohnungen am Berdel soll nach ersten groben Plänen als Einfamilienhäuser errichtet werden, die andere Hälfte in Form von Mehrfamilienhäusern.

Schon lange ist der Bereich Berdel im Ort als mögliches Bauland im Gespräch. Nun gehört das Baugebiet auch offiziell zur Stufe eins, das heißt zu den Bereichen, die spätestens bis 2025 Baureife erlangen sollen. Für den Berdel ist laut Verwaltungsvorlage konkret eine Baureife bis spätestens 2023 angestrebt. Außerdem gilt der Berdel als „Prioritäres Projekt“. Solche Projekte sollen durch ein spezielles „Baulandcontrolling“ ganz besonders schnell und intensiv vorangetrieben werden.

„Die künftige Erschließung des Gebiets am Berdel folgt dem Zwiebelschalen-Prinzip“, erläutert Rathsherr Beitelhoff . Das bedeutet, dass das Baugebiet an die (zu verschiedenen Zeiten) bereits realisierten Baugebiete „Tiergarten/Bilskamp“ und Wolbeck-Nord angegliedert wird. Dies sei auch von Vorteil in Bezug auf die Nutzung von künftigen Infrastrukturen – unter anderem von Kitas und Schulen, so Beitelhoff.

Von der Baureife vergehe in der Regel ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren bis der erste Bagger anrücke, schätzt der Ratsherr. Auch die Tatsache, dass der „Berdel“ das einzige Projekt im Baulandprogramm der Stufe 1 ist, bei dem die liegenschaftlichen Hintergründe noch nicht geklärt sind, sei kein Grund zur Besorgnis, so Beitelhoff: Es seien mehrere Eigentümer betroffen und der Grunderwerb erfolge fließend. Er sei zuversichtlich, dass die Frage bald gelöst sein.

In ganz Münster besteht vor dem Hintergrund des angespannten Wohnungsmarkts „die Notwendigkeit, möglichst kurzfristig weitere, größere Baulandkapazitäten zu erschließen und damit die Baulandentwicklung nochmals zu intensivieren“, formuliert es das Stadtplanungsamt in der Vorlage. Nachdem 2013 jährlich 1500 neue WE in Münster angepeilt wurden, sind es seit 2015 rund 2000 WE. Da rund 750 davon erfahrungsgemäß durch spontane Bautätigkeit entstehen, verbleiben rund 1250 WE als Zielwert des Baulandprogramms.

Der „Berdel“ ist nur einer von mehreren Bereichen im Stadtbezirk Südost, die „in Stufe eins“ zur Bebauung angepeilt werden. Weitere Bereiche sind das Kasernengelände und sonstige Flächen in Gremmendorf sowie das Gebiet südlich der Hiltruper Straße in Angelmodde.

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