Wolbecker feiern die Ziegen und den Ziegenbock
Almauftrieb gerät zum Dorftreff

Münster-Wolbeck -

Auf dem Weg zum „Almauftrieb“ bei Thier-Hülsmann muht eine Kuh, eine echte: danach gab es nur noch Ziegen und Ziegenböcke, aus Holz, und gelegentlich ein „Mäh!“.

Sonntag, 07.07.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 10.07.2019, 18:05 Uhr
Dorftreff beim „Almauftrieb“ der Ziegen: Und bald sind die Ziegen überall.
Dorftreff beim „Almauftrieb“ der Ziegen: Und bald sind die Ziegen überall. Foto: anh

Die 50 Ziegen-Bausätze des Gewerbevereins Wolbeck waren schnell vergriffen gewesen; am Sonntag trafen sich die meisten von ihnen zusammengebaut und verschönert auf dem Parkplatz von Thier-Hülsmann wieder.

„Ach wie schön – als Schaukelpferd!“, sagt eine Frau, „in manchen ist was drin ...“ hat jemand beobachtet. „Großartig: Da gibt man jedem den gleichen Bausatz – was dabei herauskommt ...!“ Und Werner Stolz meint: „Es gibt schon kreative Leute hier in Wolbeck.“ Der Ort „muss mehr aus sich machen“.

Frank Krause liegt ein Bekenntnis zum lokalen Unternehmer-Sein ab; er kaufe vor Ort ein, um das zu würdigen. „Dass so viele mitgemacht haben, ist eine schöne Sache“, sagt Ulrich Langkamp. „Ich bin baff“, sagt eine Frau. Cornelia Holberg sagt: „Als ob sie alle darauf gewartet hätten, sich auszulassen.“

„Wir lesen alle viel“, sagt eine Frau über ihre Nachbarschaft, da hätten sie beschlossen, eine Büchertausch-Kiste aus ihrer Ziege zu machen: „Bock auf Bücher – nimm mit und lies“, steht darauf. Vielfach ist es spannend, zu erraten, von wem die Ziege wohl kommt. Steht ein Globus auf der Ziege, könnte sie vom Reisebüro sein oder vom ÖWK. Oder ist es die, die gespickt ist mit Weltkarten?

Eine Ziege trägt schmuckes braunes Fell, eine andere am ganzen Körper schmucken Teppich (aus Schafswolle) und bietet Kleinkindern eine gepolsterte Sitzgelegenheit. Andere haben den beachtlichen Hohlraum für Bücher benutzt, Ralf Koschek hat die seine in einen Dorfbrunnen verwandelt – „Lizzie die spritzende Ziege“. Die sei erst am Samstag um 23 Uhr fertig geworden, „eine Last-Minute-Ziege“.

Da oder dort war wohl eine Ziege nicht rechtzeitig getrocknet und somit nicht transportbereit; eine hinterließ an einem neugierigen Betrachter noch Spuren von Farbe. Eine Ziege lud die Kinder zum Malen ein: Sie war weiß gestrichen und bot Stifte an.

Gerne strecken die Wolbecker Ziegen eine Zunge heraus, mag sie rot sein oder auch blau; eine Ziege bestach mit Irokesenschnitt und Spiegelkugeln als weit ausladenden Hörnern.

Der Almauftrieb geriet zum kleinen Dorftreff; sogar für Getränke war gesorgt. Dann rollten Bollerwagen heran und andere Transport-Hilfen; die meisten Ziegen machten sich auf den Weg. Ein Ziegenbock wanderte gleich „zum Schloss“, „ins Grüne“, da könne der „Freigeist“ nun grasen, sagt Wolfgang Klein. Einen anderen zog es zum Marktplatz, an die Seite des Ziegenbock-Denkmals.

„Wir vom Vorstand sind begeistert“, sagt Ralf Koschek, Vorsitzender des Gewerbevereins.    „Sprachlos und happy“ sei er. „Damit ist das Konzept aufgegangen“, denn in Unternehmen und Nachbarschaften habe man sich tagelang getroffen. „Das Zusammenführen hat funktioniert.“

„Jetzt liegt es an den Wolbeckern, sie zu erkunden.“ Wo die Ziegen-Kreationen alle stehen und wie sie alle heißen, dass hält ein in Arbeit befindlicher Plan fest, der im Laufe der Woche verfügbar werden soll. Es werde ihn in den Geschäften geben, versprach Koschek, man wolle ihn auch in den Neubaugebieten verteilen.

Bis November sind die Ziegen zu sehen. Eine Frau regte an, diese Ziegen konnte man doch auch beim Ziegen-Bocksmontagsumzug einsetzen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6759505?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F
Greta Thunberg vom „Time Magazine“ zur Person des Jahres gekürt
Klimaaktivistin: Greta Thunberg vom „Time Magazine“ zur Person des Jahres gekürt
Nachrichten-Ticker