Maria 2.0 soll weitergehen
„Wir dürfen nicht nur warten, dass etwas passiert“

Münster-Wolbeck -

Unter dem Titel „Maria 2.0 – es geht weiter!“ hatte das Team der kfd St. Nikolaus am Dienstagabend zu einem Gesprächsabend eingeladen. Ziel: „die Anliegen von Maria 2.0 in unserer Kirche weiter voranzubringen“.

Mittwoch, 10.07.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 17:52 Uhr
„Wie geht es weiter?“ war die treibende Frage beim Treffen im Pfarrheim am Kirchort St. Nikolaus.
„Wie geht es weiter?“ war die treibende Frage beim Treffen im Pfarrheim am Kirchort St. Nikolaus. Foto: anh

32 Interessierte, unter ihnen drei Männer, kamen in das Pfarrheim. „Frauen haben Jesus begleitet“, so Hildegard Rösel vom Projektteam Maria 2.0. „Er nahm sie gleichberechtigt an.“ Franzis Stellmach erinnerte mit Fotos an die Aktion im Marienmonat Mai. „Auftreten statt austreten“ hieß es auf einem der Plakate.

Zuletzt hatte am Samstag eine Demonstration an der Lamberti-Kirche stattgefunden. „Ich hatte mich schon abgewandt“, zitierte Ulrike Pölling eine Teilnehmerin. Die Aktion habe sie „angeregt, wieder mitzumachen“. Mehrere beschrieben die Situation: schwach besuchte Gottesdienste, zwei Drittel Frauen, alle in höherem Alter; manche fühlten sich „abgehängt und ausgegrenzt“, während Bischöfe „reden und reden“, „nicht bereit, etwas zu tun“, wohl „aus Angst vor Rom“.

Frauen in leitenden Ämtern – der Weg dahin sei auch in der evangelischen Kirche lang gewesen, merkte der emeritierte Pfarrer Klaus Wirth an, der einige Jahre in der Frauenseelsorge des Bistums Münster tätig war. Mehrfach war die Ansicht zu hören: „Wir dürfen nicht nur warten, dass von oben her etwas passiert.“

„Ich lasse mir meine Kirche und meinen Glauben nicht ruinieren“, sagte eine Frau. Man müsse es der Kirchenführung unbequem machen. Deutlich wurde in den Berichten, dass Kleriker und Frauen uneinheitliche Positionen vertreten und mitunter unerwartete Koalitionen entstehen.

Vorschläge aus vier Tischgruppen reichten von einer aktiveren Rolle bei Fürbitten bis zu Predigten durch Laien, was die Gottesdienste lebensnäher machen könne. Auch ein regelmäßiger Frauen-Gottesdienst sei sinnvoll. „Wir sind keine Bittsteller“, so der Tenor.

Das Treffen endete mit einer gemeinsam gesprochenen Meditation, an deren Ende es hieß: „Es ist so gut zu wissen, dass ihr da wart, ihr Frauen im Gefolge Jesu, dass es euch gibt in seiner Nähe, zu aller Zeit – auch heute!“

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