Immer noch ist ungeklärt, ob das Ziegenbocks-Denkmal auf dem Kreisverkehr stehen wird
Kommt er oder kommt er nicht?

Münster-Wolbeck -

Kommt er oder kommt er nicht? Diese Frage stellen sich viele Wolbecker, wenn sie den neu gestalteten Kreisverkehr am Marktplatz vor Augen haben. Die Rede ist vom Ziegenbock, dem Wahrzeichen des Wigbolds. Bislang steht das Bronze-Denkmal auf dem Marktplatz. Geplant war jedoch eine Verlagerung der Skulptur auf den Kreisverkehr. Allerdings gibt es bislang keine Anzeichen für den Ziegenbocks-Umzug. Nur Spekulationen, ob dieser in absehbarer Zeit möglich sei oder nicht. Unsere Zeitung fragte nun nach Zuständigkeiten und Hintergründen.

Montag, 29.07.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 29.07.2019, 18:38 Uhr
Noch steht der bronzene Ziegenbock (rechts, im Hintergrund) am Rand des Wolbecker Marktplatzes. Die Bezirksvertretung Südost hatte den „Umzug“ auf den neuen Kreisverkehr (links, im Vordergrund) beschlossen. Wie es weitergeht, ist noch ungeklärt.
Noch steht der bronzene Ziegenbock (rechts, im Hintergrund) am Rand des Wolbecker Marktplatzes. Die Bezirksvertretung Südost hatte den „Umzug“ auf den neuen Kreisverkehr (links, im Vordergrund) beschlossen. Wie es weitergeht, ist noch ungeklärt. Foto: Andreas Hasenkamp

Bereits vor geraumer Zeit ergab eine Bürgerbeteiligung, dass der Umzug des bronzenen Denkmals auf den Kreisverkehr gewünscht werde. „Auch ein entsprechender Beschluss der Bezirksvertretung Südost wurde gefasst“, erläutert die Leiterin der Bezirksverwaltung Südost, Karin Groh , auf Anfrage unserer Zeitung. Zuständig für die Gestaltung des Kreisverkehrs sei die Stadt Münster, die auch für die Errichtung des Kreisels verantwortlich zeichnete.

Die Fertigstellung des Kreisverkehrs erfolgte wie berichtet bereits vor etwa einem Vierteljahr. Die endgültige Gestaltung der Innenfläche dagegen ließ auf sich warten. Statt dessen wurde diese vorübergehend mit schnell wachsenden Sommerblumen eingesät.

Ob der Ziegenbock auf den Kreisel umziehen dürfe oder nicht, sei von der Verwaltung der Stadt Münster noch nicht endgültig entschieden, erklärt Karin Groh weiter. „Bei dem Thema lauern verschiedene Fallstricke.“ Knackpunkt sei die Verkehrssicherungspflicht, die bei der Stadt Münster liege. Konkret geklärt werden muss demnach, ob die massive Skulptur ein Sicherheitsrisiko für Autofahrer darstellt.

Außerdem bestehe beim Tiefbauamt der Stadt die Sorge, dass Sockel und Skulptur fest miteinander verbunden sind und der Sockel bei einer möglichen Umsetzung zerstört werden könnte, so Groh weiter. Solange bei diesen Fragen keine Lösungen in Sicht seien, bleibe es bei Provisorien. Konkret bedeutet dies, dass auf die Sommerblumenwiese zunächst eine weitere, „mittelfristig“ taugliche Herbstbepflanzung folge, so die Bezirksverwaltungs-Chefin. Wie eine Dauerlösung aussehen könne, ob der Ziegenbock dabei eine Rolle spiele oder ob es künftig eine rein gärtnerische Gestaltung gebe, sei noch offen. Wahrscheinlich werde die Verwaltung das Thema demnächst nochmals auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung Südost setzen, vermutet Karin Groh.

Fachmann auf dem Gebiet der Kreisel-Gestaltung ist der Landschaftsbauer Markus Neumann-Wedekindt. Er hatte bereits 2005 den Kreisverkehr an der Wolbecker Windmühle bepflanzt und Kontakt zur Kunsthochschule aufgenommen. Durch diesen Kontakt kam es später zur Errichtung der dortigen farbigen Windmühlen-Skulpturen. Er kümmert sich auch um Kreisverkehre in Angelmodde-Dorf, Gremmendorf, Wolbeck-Nord und an der Hiltruper Straße. Sein Tipp: „Das Symbol der Ziege kann – als Skulptur oder rein gärtnerisch – auf dem neuen Kreisverkehr erscheinen, muss aber nicht.“

Der Vizepräsident der Karnevalsgesellschaft ZiBoMo, Thomas Deipenbrock, sieht „den Ball jetzt bei der Verwaltung der Stadt Münster liegen“. Die ZiBoMo ist Eigentümer der Bronze-Skulptur, und „wir haben bereits zahlreiche Gespräche mit der Verwaltung geführt“, so Deipenbrock.

Bis heute seien viele Fragen offen, „vor allem versicherungs- und bautechnischer Art“. Für unproblematisch hält Deipenbrock das Thema „Bockbesteigung zum Karnevalsauftakt“. „Organisatorisch und verkehrstechnisch würden wir das auch hinbekommen, wenn die Skulptur auf dem Kreisverkehr steht“, so der Vizepräsident der Karnevalsgesellschaft. Aber auch mit dem Verbleib des Ziegenbocks auf dem Marktplatz „kann die ZiBoMo gut leben“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6814681?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F
Die alte Leier: Preußen Münster spielt in Meppen wie ein Absteiger
Münsters Ole Kittner (rechts) blockt in dieser Szene Meppens Torschützen Deniz Undav ab.
Nachrichten-Ticker