„Muss man Natur so einsperren?“
Draht im Überfluss

Münster-Wolbeck -

Dass das Schaffen von Ausgleichsflächen eine absolute Notwendigkeit im Sinne des Naturschutzes ist, das steht für Josef Schwegmann außer Frage. Doch der Wolbecker, Mitglied der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Südost, betrachtet die Entwicklung, wie sie rund um das Baugebiet Wolbeck- Nord derzeit stattfindet, mit sehr kritischem Blick.

Samstag, 10.08.2019, 07:00 Uhr
Drahtzäune soweit das Auge reicht – sowohl wie hier auf der Ausgleichsfläche an der Holtrode als auch auf der in direkter Nachbarschaft liegenden Fläche am Grenkuhlenweg.
Drahtzäune soweit das Auge reicht – sowohl wie hier auf der Ausgleichsfläche an der Holtrode als auch auf der in direkter Nachbarschaft liegenden Fläche am Grenkuhlenweg. Foto: na

Ein einziger Zaunwald sind die beiden Ausgleichsflächen zwischen Grenkuhlenweg und Holtrode. Nicht nur die bislang wenigen, neu gepflanzten Bäume sind einzeln hölzern und drahtig umringt. Auch eine paar größere Flächenabschnitte sind bereits im großen Viereck eingezäunt. „Hier sollen wohl noch ein weitere Bäume angepflanzt werden“, vermutet Schwegmann .

Die äußere Umzäunung der beiden Flächen zeichnet sich die Wahl von Baumscheiben von Eichen als Befestigungspfähle des Drahtes aus. „Muss das sein?“, fragt Schwegmann, denn diese Scheiben seien nicht gerade billig und doch in einer sehr großen Menge zur Anwendung gekommen. „Muss man Natur denn überhaupt so einsperren?“, fragt sich der Wolbecker.

Zudem wirft Schwegmann dem Gestalter der Ausgleichsflächen, dem Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit vor, zu teuer und zu aufwendig gearbeitet zu haben. Allein schon die umfangreichen Bodenbewegungen, die als eine der ersten Maßnahmen auf den Ausgleichsflächen durchgeführt worden seien, entsprächen wahrscheinlich nicht nur seinen Vorstellungen von möglichst naturbelassen angelegten Ausgleichsflächen und seien außerdem noch sehr kostenaufwendig, erklärt Schwegmann. Auf der Fläche soll ein kleines Biotop entstehen, das die Feuchtbereiche innerhalb der Ausgleichsfläche vernetzen soll.

Dafür, dass von den wenigen Bäumen bereits einige vertrocknet sind, will Schwegmann das Amt für Grünflächen nicht zu sehr in die Verantwortung ziehen. Hitze und Trockenheit waren einfach zu groß. Allerdings sehe es natürlich ein wenig danach, als ob die Neuanpflanzungen schon ein wenig in Vergessenheit geraten seien.

Schwegmann weiß allerdings auch, nicht zuletzt aus seiner Sicht als Landwirt, dass das Grünflächenamt vor keinen leichten Aufgabe steht, wenn es gilt, passende Ausgleichsflächen auszumachen. Hoch sind die gesetzlich verankerten Vorgaben. Wie unterschiedlich dann die weitere Nutzung und Gestaltung der Ausgleichsflächen sein kann, auch wenn sie in direkter Nachbarschaft liegen, zeigt sich auf der direkt gegenüberliegenden Seite des Grenkuhlenweges, wo einer auf einer wuchernden Wiese zwei Pferde grasen.

Beim Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit war am Freitag leider niemand telefonisch erreichbar.

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