Madeleine Saveur und Clemens Maria Kitschen
Musikkabarett und gruseliges Kopfkino

Münster-Wolbeck -

Der Pianist hat den Abend gerade eröffnet, da grantelt eine alte Dame im Dunkeln auf ihrem Weg nach vorne, „Publikumsbeschimpfung“ inklusive: Die Musikkabarettistin Madeleine Saveur und Clemens Maria Kitschen verstanden sich bei der Veranstaltung des Vereins „Kultur vor Ort Wolbeck“ auf das Inszenieren.

Sonntag, 22.09.2019, 18:25 Uhr aktualisiert: 27.09.2019, 23:44 Uhr
Da glaubt doch der Pianist, die Bühne allein zu besetzen – eine der schauspielerischen Szenen des bestens aufeinander eingestellten Künstler-Paares: Die Musikkabarettistin Madeleine Saveur und Clemens Maria Kitschen.
Da glaubt doch der Pianist, die Bühne allein zu besetzen – eine der schauspielerischen Szenen des bestens aufeinander eingestellten Künstler-Paares: Die Musikkabarettistin Madeleine Saveur und Clemens Maria Kitschen. Foto: anh

Mindestens ebenso allerdings auch auf geschliffene Texte, ganz eigene oder clever variierte, und zudem auf vielseitiges Musizieren. Das zeigte sich peu à peu. Mit Sprechgesang legt Sauveur los, später gibt es Gesangskunst. Und allerlei zusätzliche Instrumente. Sogar beim Tastenkünstler, der doch prinzipiell mit seiner schwarz-weißen Auswahl genug zu tun hat. Trotzdem: Kitschen bedient nebenbei ein Schlagzeug, parallel zum Klavierspiel. Und später greift er zum Akkordeon, dann ohne Klavier. Sauveur versteht sich auch auf ein Xylofon und Trompetenklänge produziert sie mit Mund und Hand.

Intellektuell anspruchsvoll sei das Programm, hatte Sauveur gegrantelt, und das war es auch. Das Publikum schien gut zu folgen und machte mit. Das nötigte den beiden so vielfältigen Künstlern Respekt ab. Die mussten bald lernen, dass es „Wolbeck“ heißt und nicht „Wohlbeck“. Obwohl sie sich, bekannten sie später, sehr wohlfühlten in Wolbeck.

„Hin und weg – der Mann bleibt da“ unter diesem Titel ließ die Chansonnière ihr Publikum teilhaben an ihren Erlebnissen in der Fremde. Sie wagt den Aufbruch, spielt die doch beachtlichen Möglichkeiten eines Neuanfangs im fortgeschrittenen Reifezustand durch – und lädt die Gäste zu eben solchem Neustart ein.

Noch eine Überraschung in dieser Vielfalt war das Finale: Die finale Zugabe bestand, ganz humoristisch, im musikalisch inszenierten Deklamieren realer, schaurige Assoziationen weckender Namens-Kombinationen – gruseliges Kopfkino. Mit viel Applaus ließ Wolbeck die besonderen Künstler begeistert ziehen.

Im Herbstprogramm des Vereins „Kultur vor Ort“ geht es weiter mit Musik von Beethoven, Liszt, Franck, gespielt von Studierenden der Musikhochschule Münster (18.1 Oktober), es folgt Familie Rave mit dem „etwas anderen“ Weihnachtskonzert (30. November).

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