Ungewohnte Instrumenten-Kombination
Akkordeon und Orgel: So klingt der Wind

Münster-Wolbeck -

Orgel und Akkordeon – wie das wohl klingt? Die seltene Instrumentalkombination konnten Besucher eines Barockkonzertes in der St.-Nikolaus-Kirche erleben.

Montag, 23.09.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 27.09.2019, 23:44 Uhr
Michael Lieberwirth und Felix Bräuer brachten die „Klangfarben des Windes“ in einem einzigartigen Barockkonzert in der St.-Nikolaus-Kirche zur Geltung.
Michael Lieberwirth und Felix Bräuer brachten die „Klangfarben des Windes“ in einem einzigartigen Barockkonzert in der St.-Nikolaus-Kirche zur Geltung. Foto: hk

„Das Akkordeon ist eines meiner Lieblingsinstrumente“, lud der Sakristan und Kirchenmusiker Thorsten Schwarte die zahlreichen Zuhörer zu einem eher ungewöhnlichen Konzert ein. Ungewöhnlich daher, weil das Akkordeon eher mit der Volksmusik verknüpft werde und ihm volkstümliche Bezeichnungen wie „Schifferklavier“ oder „Quetschkommode“ zugedacht seien.

Dass das Akkordeon auch in der Lage ist, klassische Musik zu spielen, bewiesen die beiden Kirchenmusiker Michael Lieberwirth (Akkordeon) und Felix Bräuer (Orgel) in dem mit „Klangfarben des Windes“ überschriebenen Konzert, das in dieser Formation in den letzten zwanzig Jahren zum ersten Mal geboten wurde. Die Idee zu diesem Projekt entstand durch eine langjährige musikalische Freundschaft zwischen den beiden Musikern aus Flöha und Bautzen.

Gemein sei den beiden Instrumenten, dass sie dünne Metallplättchen, so genannte Zungen, mit Hilfe des Windes zum Klingen bringen. Die Zungen sind meistens aus Messing hergestellt. Die Zungen für Akkordeons wurden früher aus Bronze oder Messing angefertigt, heute vor allem aus Stahl.

Dank dieser Gemeinsamkeit bei der Klangerzeugung gelang den beiden jungen Interpreten eine wahre Vielfalt von barocker Musik bis zu neueren Werken. Es war ein wundervolles Wechselspiel zwischen beiden Instrumenten, die ihre Stärken voll ausspielen konnten. Mal trat die Orgel in den Hintergrund, während das schnellere, wendigere Akkordeon wechselvoll die Oberhand gewann.

Mal überwog die Orgel. Gewaltig war die Fanfare, die Thorsten Schwarte für ein Orgelsolo erst vor einem Jahr komponiert hatte. Eher leicht war das Akkordeonsolo mit dem Stück „Aus der Neuen Welt“ von Antonín Dvořák. Und zum Schluss gönnte Felix Bräuer den Zuhörern mit einer „Ciacona in D-Dur“ einen launigen Abschied von dem wohl einzigartigen Konzert.

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