Alte Postkartenansichten zeigen Wolbeck wie es einmal war
Der neue Kalender des Heimatvereins

Münster-Wolbeck -

Der neue Kalender des Heimatvereins Wolbeck zeigt den Ort, wie er einmal war: Alte Postkarten lassen vergangene Zeiten wieder aufleben. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt auf bislang unveröffentlichten Motiven vom Kurhaus Lackmann.

Montag, 07.10.2019, 19:39 Uhr
Bernhard Karrengarn und Josef Leifert (v.l.) vom Heimatverein Wolbeck präsentieren den neuen Wolbeck-Kalender. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt auf bislang unveröffentlichten Motiven vom Kurhaus Lackmann.
Bernhard Karrengarn und Josef Leifert (v.l.) vom Heimatverein Wolbeck präsentieren den neuen Wolbeck-Kalender. In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt auf bislang unveröffentlichten Motiven vom Kurhaus Lackmann. Foto: mlü

Jedes Bild ist eine Zeitmaschine: Der neue Kalender des Heimatvereins zeigt Wolbeck wie es einmal war. Mehr als nur eine Ansicht überrascht. Selbst eingeborene Wolbecker kommen mitunter ins Grübeln, wo wohl dieses oder jenes alte Foto aufgenommen wurde.

Zum Beispiel das Coverbild des neuen Kalenders. Die Feldpostkarte aus dem Jahr 1940 zeigt vier Straßen im Ortskern. Drei Motiven lassen sich ohne weiteres zuordnen: Die Kiepe an der Hofstraße, die Gaststätte Sültemeyer (damals noch mit Mäuerchen und Biergarten) an der Münsterstraße und der Drostenhof an der Straße Am Steintor. Doch beim vierten Bild mussten auch Bernhard Karrengarn und Josef Leifert (v.l.) vom Heimatverein Wolbeck lange überlegen. Die Lösung: Das Foto zeigt den heutigen Parkplatz an der Münsterstraße – gegenüber vom Kleinen Bilderladen und dem Schmuckgeschäft Gold & Silber. Nur standen damals sowohl auf dem Parkplatz als auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite alte Fachwerkhäuser. Kaum wiederzuerkennen!

„Seit sieben Jahren legen wir jährlich einen neuen Kalender auf – und noch nie war ein Motiv doppelt“, betont Leifert. Er hat ein ganzes Album voll mit Postkarten aus der Wolbecker Geschichte zusammengestellt. Fündig wird er regelmäßig bei Internetauktionen. Die Vielfalt ist unter anderem dem Kurhaus Wolbeck zu verdanken – dort wurden Postkarten mit Wolbecker Motiven an die Patienten verkauft und reichlich verschickt.

Vermutlich werden künftige Generationen darüber staunen, dass es in Wolbeck einmal ein Kurhaus gegeben hat – denn viel davon zu sehen ist seit diesem Sommer nicht mehr davon. „Da das Kurhaus in diesem Jahr der Abrissbirne zum Opfer gefallen ist, haben wir einen Schwerpunkt auf das alte Sanatorium gelegt“, so Karrengarn. Drei Kalender-Fotos zeigen das einstmals prächtig ausgestattete Gebäude aus vielen Perspektiven. Ganz ohne Hintergedanken ist das nicht: Der Heimatverein hofft schon länger, dass wenigstens der ehemalige mondäne Kurpark von den Neubauplänen profitiert und ihm neues Leben eingehaucht wird.

Bilder erzählen Geschichten – in diesem Fall aber auch die Rückseiten. Eine Postkarte mit dem Forsthaus im Tiergarten entpuppt sich als Liebesbrief. Die erwähnte Postkarte vom Kalenderdeckblatt wurde 1940 mit der Feldpostversandt. Dort heißt es: „Die Soldaten sind vor wenigen Wochen ausgerückt, es ist jetzt ganz still in Wolbeck geworden.“

Der Kalender wird im Din-A3-Format angeboten und zum Preis von 19 Euro in Wolbeck verkauft. Anlaufstellen sind die Buchhandlung Buchfink, die Leseboutique Zumegen und der Kleine Bilderladen.

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