Elektromotoren am Geläut der Christuskirche erneuert
Reparaturen am Glockenstuhl: Die Liebe läutet weiter

Münster-Wolbeck -

Schon seit Jahren ist die Technik in den Glockenstühle der Gnadenkirche in Albersloh und der Christuskirche in Wolbeck abgängig. Jetzt konnte die Technik dank einer großen Spendensumme repariert werden.

Mittwoch, 13.11.2019, 08:08 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 18:02 Uhr
Baukirchmeister Hans-Georg Klose (v.l.), der Glockentechniker Oliver Linnhoff und Pfarrer Dr. Christian Plate begutachten den Glockenstuhl der Christuskirche. In Wolbeck wurde Stahl für das Tragwerk verwendet.
Baukirchmeister Hans-Georg Klose (v.l.), der Glockentechniker Oliver Linnhoff und Pfarrer Dr. Christian Plate begutachten den Glockenstuhl der Christuskirche. In Wolbeck wurde Stahl für das Tragwerk verwendet. Foto: mlü

Das Markenzeichen der evangelischen Christuskirche in Wolbeck ist ihr pyramidenförmiges Dach. In der Spitze ist das Geläut untergebracht – und ja: Dorthin zu gelangen ist genauso umständlich, wie man sich das jetzt vorstellt. Der Weg führt durch eine schmale Luke im Dach des Altarraumes zwischen die Außen- und Innenwand der Pyramide. Dort gibt es eine Leiter aus gusseisernen Stangen, die zwischen der Dachdämmung hindurch zum Glockenstuhl führt.

Durch dieses Nadelöhr haben Handwerker die rund 40 Kilogramm schweren Elektromotoren für die drei Glocken der Christuskirche herabgewuchtet. Sie haben dafür einen kleinen Schlitten improvisiert. Die neuen Motoren, die anschließend nach oben getragen werden mussten, waren zum Glück etwas leichter und handlicher.

Schon seit Jahren ist die Technik in den Glockenstühle der Gnadenkirche in Albersloh und der Christuskirche in Wolbeck abgängig. „Wir haben bei jedem Glocken-TÜV gezittert“, gesteht Pfarrer Dr. Christian Plate . In Albersloh hat zuletzt sogar eine Glocke ihren Dienst versagt. „Wir konnten auch zu fröhlichen Anlässen nur noch mit der Trauerglocke läuten“, berichtet Baukirchmeister Hans-Georg Klose.

Die drei Glocken der Christuskirche heißen „Glaube“, „Liebe“ und „Hoffnung“. Sie wurden 1965 und 1966 in Münster gegossen und wurden zwar immer noch ordentlich angesteuert. Aber auch in Wolbeck war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie verstummen würden.

In der vergangenen Weihnachtszeit und zu Pfingsten hat die Kirchengemeinde schließlich die beeindruckende Spendensumme von fast 15 000 Euro zusammengetragen, um das Geläut in Schuss zu setzen. „Diese hohe Summe hat uns alle ehrlich überrascht“, sagt Klose. „Noch einmal ein Riesendank an alle Spender“, ergänzt Pfarrer Plate.

Der gelernte Elektriker Oliver Linnhoff von der traditionsreichen Glockengießerei „Petit & Gebrüder Edelbrock“ aus Gescher konnte schnell Entwarnung geben. Bereits am Dienstagnachmittag waren die Reparaturen in Wolbeck abgeschlossen. Der „Glaube“, die „Liebe“ und die „Hoffnung“ können jetzt auch viele Jahre lang weiter kräftig läuten. Einstellen müssen sich die Gläubigen auf einen leicht veränderten Rhythmus. Denn um das Material zu schonen, wurde die Anlaufgeschwindigkeit verringert.

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