Bürgeranhörung zum neuem Bebauungsplan
Eschstraße: Geplant in engen Grenzen

Münster-Wolbeck -

Seit mehr als einem Jahrzehnt wird über den Eschausbau gestritten. Jetzt hat die Stadt Münster neue Planungen vorgestellt, wie sie sich den Anschluss an die Ortsumgehung Wolbeck vorstellt. Die Stimmung bei der Bürgerinformationsveranstaltung war gereizt.

Donnerstag, 14.11.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 15.11.2019, 16:50 Uhr
Bis in den späten Abend dauerte die Bürgeranhörung zum geplanten Ausbau der Eschstraße. Wesentliche Neuerung ist, dass der Geltungsbereich des Bebauungsplans auf die östliche Eschstraße und die Kreuzung zur Münsterstraße erweitert wurde.
Bis in den späten Abend dauerte die Bürgeranhörung zum geplanten Ausbau der Eschstraße. Wesentliche Neuerung ist, dass der Geltungsbereich des Bebauungsplans auf die östliche Eschstraße und die Kreuzung zur Münsterstraße erweitert wurde. Foto: mlü / Karte: chr

Eigentlich dient eine Bürgeranhörung dazu, die Details eines geplanten Bauvorhabens kritisch unter die Lupe zu nehmen. Bei der Bürgeranhörung zum zweiten Versuch, die Eschstraße an die Ortsumgehung anzuschließen, drehte sich stattdessen fast alles um die Frage, ob diese Straße denn überhaupt ausgebaut werden muss.

Seit mehr als einem Jahrzehnt wird über den Eschausbau gestritten. Entsprechend gereizt war die Stimmung im Foyer des Schulzentrums. In der dritten Sitzreihe gab es sogar eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Sitznachbarn. Von den rund 160 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern waren die meisten Anwesenden Anwohner der Eschstraße.

► Ohne Eschstraße keine Ortskernumgestaltung: „Wir können den Wigbold nicht beruhigen, ohne vorher den Verkehr zu reduzieren“, betonte der Verkehrsplaner Guido Koops gebetsmühlenartig. Und erntet dafür Gelächter. „Die Idee, das Pferd andersherum aufzuzäumen, nämlich den Ortskern einfach verkehrlich weiter zu beruhigen, und den Verkehr damit auf die vorhandenen Anschlüsse zu zwingen, kommt niemand“, kommentierte Bernhard Jauernick vom Verein „Rettet den Esch“ im Anschluss die Veranstaltung.

Der Stadt Münster gelingt es an diesem Abend nicht, diese Logik zu entkräften. Dabei ist seit Jahren bekannt, dass die Bezirksregierung eine Reduzierung des Verkehrs auf der Münsterstraße zur Bedingung für die Genehmigung einer städtebaulichen Umgestaltung des Wigbolds macht.

► Sowieso unterliegt die Verkehrsplanung der Eschstraße offenbar engen Grenzen. Einfach Tempo 30 für die neue Eschstraße zu beschließen, gebe die Straßenverkehrsordnung nicht her, so Koops. Die StVO sähe grundsätzlich Tempo 50 in Städten vor. Nur in seltenen Ausnahmen sei Tempo 30 möglich – zum Beispiel an Altersheimen und Kindergärten, die es aber an der Eschstraße nicht gibt. Ähnlich ist es bei der Straßenbreite. Unter 6,50 Meter geht es offenbar laut den Richtlinien nicht.

Ungewohnte Eintracht gab es beim Thema Lastwagen-Verkehr. Sowohl der Verein „Rettet den Esch“ als auch das Bürgerforum Wolbeck, ein mitunter vehementer Befürworter des Ausbaus, plädierten für eine Sperrung der Eschstraße für den Schwerlastverkehr. Die Stadt Münster äußerte sich dazu am Mittwochabend nur verhalten.

► Das Thema Lärmschutz wurde aufgrund der fortgeschrittenen Stunde nur noch unzureichend behandelt. Der geladene Vertreter eines externen Planungsbüros kam nicht mehr zu Wort. Dass der Friedhof an der Eschstraße künftig durch eine neue Urnenwand selbst für eine Art Lärmschutzmauer sorgen will, sorgte allerdings für Hohn und Spott: „Dann bist du auch noch im Tode nützlich.“

► Am Recyclinghof ist eine Querungshilfe geplant. An der Einmündung zum Silberbrink entsteht außerdem eine Ampel. Der Goldbrink wird im Kreuzungsbereich aufgepflastert. Wo sich Eschstraße, Münsterstraße und die Straße Am Borggarten treffen, wird ein Kreisverkehr gebaut. Die Anlieger müssen sich an den Kosten für den Straßenbau nicht beteiligen, stellte das Stadtplanungsamt klar.  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7065549?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F
2:0 gegen Magdeburg: Preußen Münster beendet Sieglosserie
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung
Nachrichten-Ticker