Georg Rölver zeigt selten gesehene Fotos und Karten
Geheimnisse der Gartenbauschule

Münster-Wolbeck -

Die alte Gartenbauschule im Wolbecker Ortskern hätte – wenn es sie denn noch gäbe – im Jahr 2018 ihren 90. Geburtstag feiern können.

Dienstag, 26.11.2019, 12:00 Uhr
Georg Rölvers Lieblingsfotografie der Gartenbauschule ist eine frühe Farbfotografie von Ruth Otto aus den 1950er Jahren. Damals war das Gebäude noch mit wildem Wein überwuchert. Heute ist eine Kindergartengruppe in dem Gebäude an der Münsterstraße untergebracht.
Georg Rölvers Lieblingsfotografie der Gartenbauschule ist eine frühe Farbfotografie von Ruth Otto aus den 1950er Jahren. Damals war das Gebäude noch mit wildem Wein überwuchert. Heute ist eine Kindergartengruppe in dem Gebäude an der Münsterstraße untergebracht. Foto: mlü

In der Versuchsanstalt wurden zum Beispiel Paprikasorten aus aller Herren Länder in Bezug auf ihre Anbauwürdigkeit in Deutschland getestet. Erprobt wurde auch neue Düngeverfahren für Schnittblumen. Obstbauern konnten sich Äste von virenfreien Bäumen für die Veredelung abholen.

In ganz Deutschland gab es nur drei vergleichbare Versuchsanstalten. Dass die Gartenbauschule darüber hinaus auch bedeutend für die heutige Geografie des Orts Wolbeck ist, zeigt eine Ausstellung von Georg Röver , die am Montag (2. Dezember) um 16 Uhr im Achatiushaus eröffnet wird.

Eine aktuelle Luftaufnahme zeigt die Gartenbauschule (heute die Kita St. Nikolaus) inmitten eines Grüngürtels – dem Angelseitenpfad. Das heutige Naherholungsgebiet konnte entstehen, weil die Flächen früher entweder zur Gartenbauschule gehörten oder regelmäßig vom Rückstau der Schwegmannschen Wassermühle überflutet wurden.

Auf alten Fotos sind die Gewächshäuser der Versuchsanstalt gut zu erkennen. Sie waren damals aus Holz und mussten zusätzlich mit einem zentralen Kohleofen beheizt werden. „Mir wurde berichtet, dass dafür die Lehrlinge herangezogen wurden. Sie wechselten sich, auch am Sonntag, alle drei Stunden ab“, so Rölver. In so genannten „Mistbeeten“ entwickelte sich dank des Pferdemists biologische Wärme. So ließen sich viele Gemüsesorten schon im Frühjahr vorziehen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Gartenbauschule als Flakstellung genutzt. Auf das Dach wurde ein Beobachtungsposten aus Holz gesetzt, für zahlreiche Behelfsbaracken mussten viele Versuchsaufbauten weichen. Artillerietreffer verwüsteten die Parkanlagen. Nach dem Krieg kam es noch schlimmer: 1946 suchte ein Hochwasser Wolbeck heim. Was an Gewächshäusern geblieben war, stand unter Wasser.

Zeitzeugen für diese Epoche werden langsam rar. Umso wichtiger findet es Georg Rölver, diese Ereignisse in Erinnerung zu rufen. „Die Ausstellung soll dazu beitragen, das Heimatbewusstsein in Wolbeck weiter zu stärken.“ Unterstützt wurde Rölver bei der technischen Umsetzung von Klaus Siebeneck.

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