Ausstellung mit historischen Aufnahmen zur ehemaligen Gartenbauschule ist eröffnet
Bauherr war der „Püllekesdoktor“

Münster-Wolbeck -

„Einige von Ihnen werden die historischen Ansichten noch aus eigener Erfahrung kennen.“ Mit einem Schmunzeln begrüßte Georg Rölver am Montagnachmittag die – vorwiegend älteren – Besucher und Besucherinnen seiner Ausstellungseröffnung im Achatius-Haus. Ab sofort und noch bis Februar sind in dem Alten- und Pflegeheim an der Münsterstraße 24 B von Rölver zusammengetragene Bilder und Karten der alten Gartenbauschule sowie weitere seltene Ansichten von Wolbeck zu sehen.

Dienstag, 03.12.2019, 18:08 Uhr
Georg Rölver (3.v.r.) eröffnete seine Ausstellung mit historischen Aufnahmen der ehemaligen Wolbecker Gartenbauschule. Dazu hatte er zahlreiche Foto- und Kartendokumente gesammelt.
Georg Rölver (3.v.r.) eröffnete seine Ausstellung mit historischen Aufnahmen der ehemaligen Wolbecker Gartenbauschule. Dazu hatte er zahlreiche Foto- und Kartendokumente gesammelt. Foto: isa

Die frühere Gartenbauschule gehöre neben dem ehemaligen, kürzlich abgerissenen Kurhaus zu den bedeutendsten Stätten Wolbecks, betonte der pensionierte Lehrer, der seit Langem historische Bilddokumente sammelt. Beide Bauwerke hätten über Jahrzehnte den Ort geprägt, seine Bedeutung gesteigert und zahlreiche Mitarbeiter, Schüler und Patienten angezogen.

Bereits im Jahr 1911 wurde die im Landhausstil gestaltete, spätere Gartenbau- Villa errichtet, berichtete Rölver zum Hintergrund. Bauherr war Dr. med. Garthaus, der so genannte „Püllekesdoktor“. Diesen Spitznamen hatte sich der Homöopath eingehandelt, da er bei jedem neuen Patienten zunächst eine eingehende Urin-Untersuchung vornahm und die Proben in kleinen Glas-„Püllekes“ aufbewahrte.

1928 zog die neu gegründete Gartenbauschule in das Gebäude ein, die Gärtnerausbildung begann mit zwei Klassen. „Oben im Schulgebäude wohnten die Lehrer“, berichtete Rölver. „Eine lange Anreise zum Arbeitsplatz blieb ihnen erspart.“

Der Schulbetrieb wurde 1941 eingestellt, ein Jahr später wurden Wehrmachtsangehörige einquartiert. Erst 1946 kam es zur Wiedereröffnung der Schule, die inzwischen als Bildungszentrum der Landwirtschaftskammer NRW an der Münsterstraße 62 bis 68 betrieben wird. Das Gebäude selbst beherbergt heute einen Teil des Kindergartens St. Nikolaus.

Ein großer Teil der historischen Fotografien stammt von Richard Badke, der zunächst Lehrer und ab 1947 Direktor der Gartenbauschule war. „Und ein fleißiger Fotograf“, wie Rölver betonte. Seine Bilder zeigen nicht nur die Schule zu allen Jahreszeiten, sondern auch Ansichten der Umgebung, Gewächshäuser und Burghügel, den alten Hof Niehoff, die St.-Nikolaus-Kirche und das Pastorat. Weitere Aufnahmen steuerte die Familie Otto hinzu. „Vielfach farbige Dias, die besonders den alten Park darstellen“, so Rölver. Klaus Siebeneck habe vielen historischen Aufnahmen aktuelle Ansichten direkt gegenübergestellt, was besondere Aha-Erlebnisse fördere. Ferdinand Jendrejewski schließlich hatte den Bau des Kindergartens direkt neben der Gartenbauschule fotografisch dokumentiert.

Ausdrücklich wandte sich Rölver noch einmal an die vielen, die ihm unter die Arme gegriffen und so das Zustandekommen der Ausstellung erst ermöglicht hatten. Klaus Siebeneck hatte Hilfe bei der technischen Umsetzung gegeben, Gärtnermeisterin Sieglinde Stratmann hatte Tipps und Material beigesteuert, Gisela Hautopp beim Vorbereiten der Rahmen geholfen.

Weitere Unterstützung hatten Heinz Runtenberg und das Bürgerforum Wolbeck gegeben. Bernhard Sandbothe vom Achatius-Haus schließlich hatte die Räume zur Verfügung gestellt. „Allen ein herzliches Dankeschön“, so Rölver.

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