Besuch am Gymnasium Wolbeck
Kardinal Barreto warnt vor der Klimakatastrophe

Münster-Wolbeck -

„Der Klimawandel ist wichtiger als Mathe oder Erdkunde – denn er gefährdet unseren ganzen Planeten und alles Leben“, betonte Kardinal Barreto in seinem Vortrag vor Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11.

Donnerstag, 05.12.2019, 19:00 Uhr
Kardinal Pedro Ricardo Barreto Jimeno (r.) und sein Dolmetscher im Pädagogischen Zentrum des Schulzentrums Wolbeck.
Kardinal Pedro Ricardo Barreto Jimeno (r.) und sein Dolmetscher im Pädagogischen Zentrum des Schulzentrums Wolbeck. Foto: mlü

In der Anden-Stadt La Oroya hat nahezu jedes Kind viel zu viel Blei im Blut: Der Bergbau hat den Ort total verseucht. Kardinal Pedro Ricardo Barreto Jimeno kämpft seit Jahren vor Ort für eine Verbesserung, es gab deswegen sogar Morddrohungen gegen ihn. Doch bei seinem Besuch am Gymnasium Wolbeck brannte ihm ein noch bedrohlicheres Thema auf den Nägeln.

„Der Klimawandel ist wichtiger als Mathe oder Erdkunde – denn er gefährdet unseren ganzen Planeten und alles Leben“, betonte Kardinal Barreto in seinem Vortrag vor Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11. Dass er mit der weltweiten Jugendbewegung „ Fridays for Future “ sympathisiert, hatte er bereits in einem Gespräch mit Bischof Felix Genn in der Akademie Franz-Hitze-Haus durchblicken lassen.

Der peruanische Ordenspriester und Erzbischof von Huancayo stand noch frisch unter dem Eindruck der Amazonas-Synode, die im vergangenen Oktober auf Einladung von Papst Franziskus in Rom stattgefunden hatte. Im Pädagogischen Forum des Schulzentrums Wolbeck zeigte er Fotos vom Petersplatz und aus den vatikanischen Vortragssälen, in denen die Synode stattfand.

Immer mit dabei: Ein grünes Paddel. „Das symbolisiert, dass wir uns, genau wie beim Rudern, etwas anstrengen müssen, wenn wir eine Katastrophe abwenden wollen.“ Ebenfalls auffällig waren die vielen bunten Trachten, in denen die indigenen Teilnehmer der Synode selbstbewusst auftraten. Das habe nicht jedem römischem Würdenträger gefallen. Für Kardinal Berreto ist jedoch eines glasklar: „Jeder muss gehört werden.“

Wie schlimm die Situation in Südamerika geworden ist, verdeutlichte der Kardinal mit einem Satellitenfoto. Es zeigte dichte Rauchschwaden über fast dem gesamten Amazonas-Delta. Die Bilder von verheerenden Bränden im Amazonas-Regenwald hatten im August die Welt erschüttert. Seitdem sind die Medienberichte allerdings zurückgegangen. Berreto stellte klar, dass die Brände trotzdem weiter wüten: „Das ist ein ziemlich aktuelles Satellitenbild.“

Die alleinige Hauptursache für die Brände ist erwiesenermaßen die Abholzung des Regenwaldes. Die Anzahl der Brände ist zwar etwas zurückgegangen. Das liegt jedoch allein an dem Beginn der natürlichen Regenzeit und nicht an politischen Gegenmaßnahmen. Ein Großteil des Amazonas-Regenwaldes liegt auf brasilianischem Boden, erklärte Barreto vielsagend anhand einer Karte.

„Das Amazonasgebiet ist ein Spiegel dafür, was in der ganzen Welt passiert“, warnte der Gast aus Peru. Doch er machte den Jugendlichen auch Mut: „Es ist noch Zeit, es gibt noch Lösungen und Hoffnung, es liegt jetzt in unseren Händen.“

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