Engel auf Erden „gelandet“
Neuer Engel grüßt zum Fest

Münster-Wolbeck -

Wenn ein Engel mit großen Flügeln durch den Torbogen einer verfallenen Villa eintritt, dann um etwas zu verkünden. Etwas mit Relevanz. Zum Beispiel von der Geburt Christi. Zu sehen in der neopolitanischen Hauskrippe des Wolbeckers Alfons Gernholt – als neue Figur in einem Ensemble sehr realistisch anmutender Protagonisten der Weihnachtsgeschichte und in Vorbereitung des Festes der Feste.

Freitag, 20.12.2019, 17:20 Uhr
„Mit dem Verkündigungsengel ist meine Krippe endlich komplett“; sagt Alfons Gernholt.
„Mit dem Verkündigungsengel ist meine Krippe endlich komplett“; sagt Alfons Gernholt. Foto: Peter Sauer

Die Flügel scheinen noch in Bewegung zu sein – als ob der Engel gerade gelandet ist. Hinein in die lebhafte Szenerie einer Ansammlung verschiedener Menschen innerhalb der Ruine einer herrschaftlichen Villa. Durch den Torbogen schwebt der Engel heran.

Mit klarer Botschaft. Er ist der Verkündigungsengel und zu seinem Fuße entdeckt man dann auch – etwas abseits vom munteren Treiben – Josef und Maria mit dem frisch geborenen Jesus-Kind.

Der Verkündigungsengel ist die neueste und letzte Figur des imposanten Krippenensembles, welches Alfons Gernholt jedes Jahr im gläsernen Eingangsbereich seines Hauses im Wolbecker Norden aufbaut. Das Besondere: Es ist eine neopolitanische Hauskrippe,

„Den Verkündigungsengel habe ich mir einzeln ausgesucht“, sagt Gernholt. „Alle Engel, die ich zunächst gesehen hatte, besaßen ein eher bäuerliches Gesicht. Ich wollte aber einen hübschen Engel haben.“

Fündig wurde der Wolbecker Heimatforscher bei Paul Gartner im Krippenmuseums Maranatha in Luttach Ahrntal (Südtirol), der auch die Krippenlandschaft entworfen hat. „Dieser Engel war Liebe auf den ersten Blick, allein diese Flügel und die erhabene Erscheinung.“

Mit Blick auf das Immergrün seines Vorgartens ist die Krippe geprägt von einer barocken Lebensfülle mit Hirten, Königen, Händlern, Tieren und biblischen Anspielungen wie zum Beispiel einem verdorrten Baum. Die Ruine steht dabei wohl für eine Zeit des Umbruchs, die mit Jesu-Geburt einhergeht. Das Alte macht Platz für das Neue.

Alfons Gernholt (80) baut jedes Jahr seine Hauskrippe auf – immer wieder anders. Immer wieder schön.

Alfons Gernholt (80) baut jedes Jahr seine Hauskrippe auf – immer wieder anders. Immer wieder schön. Foto: Peter Sauer

Die Figuren der Krippe sind eine Pracht. Fein modellierte Köpfe, ausdrucksstarke Gesten und aufwendigen Gewänder ziehen den Blick auf sich. Das Spannende ist: Alle scheinen gleichermaßen bedeutsam zu sein und stehen in Beziehung miteinander, erleben sie doch zum Fuße des Engels die Geburt Jesu Christi.

Karin und Alfons Gernholt waren von den erstaunlich realistisch anmutenden Terrakotta-Krippenfiguren von Angela Trippi im Krippenmuseum Maranatha so begeistert, dass sie die Künstlerin im Oktober 2015 in Palermo besuchten. So spontan wie es war, so eindrucksvoll war es auch. Die Wolbecker konnten zuschauen, wie Trippi jede Locke, jede Hand besonders formte. Gebrannt werden die Figuren bei 940 Grad.

Jede Krippenfigur bemalt Trippi selbst und bekleidet sie mit selbst entworfenen Gewändern. Mit Klebstoff getränkt werden sie den Figuren übergezogen und geformt. Ihre Inspirationen bezieht Trippi dabei aus dem Leben der einfachen Leute.

Alfons Gernholt schätzt auch den Menschen Angela Trippi sehr: „Wir kamen ohne Anmeldung und sie trat uns mit Wertschätzung und Sympathie gegenüber – eine bemerkenswerte Frau und Künstlerin.“

Familie Gernholt wird sich auch diese Weihnachten mit allen Familienmitgliedern und Freunden des Hauses in Wolbeck um ihre neopolitanische Hauskrippe herum versammeln. Eine Ausstellung sei die private Krippe zwar nicht. „Aber wenn jemand die Krippe sehen möchte, wir zeigen sie gerne”, sagt Alfons Gernholt, der nach Weihnachten noch einen Termin bei einer Restauratorin hat: „Ich habe einer Figur beim Aufbau versehentlich den Zeigefinger abgerissen.“ Den gibt es 2020 dann ganz neu.

Detailszene: Der Engel sieht das Christus-Kind.

Detailszene: Der Engel sieht das Christus-Kind. Foto: Peter Sauer

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