Rolf-Dieter Schönlau (SPD) tritt bei der Wahl nicht mehr an – auch Franz-Josef Ruwe (CDU) geht
Bezirksbürgermeister scheidet aus

Münster-Südost -

Zwar vergehen noch über acht Monate bis zur Kommunalwahl am 13. September. Dennoch gibt es bereits jetzt Nachrichten, die aufhorchen lassen. So wird der langjährige Bezirksbürgermeister von Münster-Südost nicht zur Wahl antreten. „Ich werde jüngeren Leuten Platz machen“, erklärt Rolf-Dieter Schönlau (SPD) auf Anfrage unserer Zeitung. Auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, FranzJosef Ruwe wird nicht wieder zur Verfügung stehen.

Dienstag, 07.01.2020, 00:00 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 18:03 Uhr
Rolf-Dieter Schönlau (l.) und Franz-Josef Ruwe werden bei der Kommunalwahl nicht antreten.
Rolf-Dieter Schönlau (l.) und Franz-Josef Ruwe werden bei der Kommunalwahl nicht antreten.

Rolf-Dieter Schönlau hatte bereits fünf Jahre als SPD-Fraktionsvorsitzender fungiert, bevor er im Juli 2014 zum Bezirksbürgermeister gewählt wurde. In diesem Amt folgte er als Sozialdemokrat auf die beiden CDU-Politiker Dr. Michael Klenner (2009 bis 2014) und Markus Lewe (1999 bis 2009). „Mir hat die Arbeit immer viel Freude gemacht“, erklärt der 70-Jährige. Allerdings seien die letzten Jahre auch „recht anstrengend“ gewesen.

Kein Wunder, gab es doch kommunalpolitisch einige „harte Brocken“ zu bearbeiten. Er denke da etwa an die Flüchtlingswelle in den Jahren 2014 bis 2016, so Schönlau. Damals hätten die Lokalpolitiker, aber auch Vertreter von Vereinen, Kirchen, Schulen und weiteren Institutionen teilweise ganze Wochenenden damit verbracht, sich mit Informationen zu versorgen und Pläne zu schmieden. Gerade in Gremmendorf sei eine Zeit lang fast jeder zehnte Bürger ein Flüchtling gewesen, erinnert sich Schönlau. Insgesamt habe sich der Bezirk Südost sehr kooperativ und hilfsbereit gezeigt, die fremden Menschen zu integrieren: „Alle haben an einem Strang gezogen.“ Noch heute sei er sehr dankbar dafür.

Auch bei anderen Themen seien die Bezirksvertretung, und speziell er als Bezirksbürgermeister, immer wieder stark gefordert gewesen. Und das werde auch so bleiben: „Es gibt immer mehr Baugebiete in Wolbeck, Angelmodde und Gremmendorf, die Verkehrsproblematik drängt und weitere sozial-kulturelle Einrichtungen, vor allem für Kinder, aber auch für ältere Jugendliche, werden dringend benötigt“, bekräftigt Schönlau. Die Aufgaben nähmen also nicht ab.

Als Bezirksbürgermeister von Münster-Südost sei er zuständig für etwa 30 000 Menschen, fügt der Politiker hinzu, was der Einwohnerzahl der einen oder anderen Gemeinde entspreche. Da sei die Last für einen rein ehrenamtlich Tätigen teilweise sehr hoch. „Ich bin nicht politikverdrossen“, fügt der engagierte Sozialdemokrat hinzu. „Aber jetzt sollen mal andere ran.“ Es könne auch nicht schaden, wenn ein paar frische Ideen Einzug hielten. Daher will Schönlau komplett aus der BV ausscheiden. Angst vor Langeweile hat er nicht, Schönlau will sich künftig mehr seinen Hobbys und der Familie widmen. Der Pensionär spielt Gitarre und kümmert sich um seine drei Kinder und das Enkelkind. Zudem besucht er gerne zusammen mit seiner Frau sein Ferienhaus an der französischen Atlantikküste. Wer für ihn nachrückt und als Bezirksbürgermeisterkandidat der SPD antritt, sei noch offen.

Auch Franz-Rosef Ruwe will sich aus der offiziellen Politik verabschieden. Nach insgesamt elf Jahren in der Bezirksvertretung werde es Zeit zu gehen, erklärt der 67-Jährige. „Mein Alter ermöglicht es mir, in Würde aufzuhören“, fügt der Fraktionsvorsitzende der CDU verschmitzt hinzu. Auch er freut sich auf mehr Zeit für seine Enkel. Und dafür, hin und wieder „einen Text für ein neues geistliches Lied zu schreiben“.

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