Kein Bodendenkmal auf JVA-Gelände
Zeitplan für Gefängnisbau wird nicht durch archäologische Funde beeinträchtigt

Münster-Wolbeck -

Traurige Botschaft für die Archäologen, Entwarnung für den Bauherrn: Auf dem Gelände der geplanten neuen Justizvollzugs-Anstalt (JVA) an der Telgter Straße haben sich „die Verdachtsmomente auf Existenz eines Baudenkmals nicht bestätigt“, erklärt Dr. Aurelia Dickers von der Denkmalsbehörde der Stadt Münster auf Anfrage unserer Zeitung.

Mittwoch, 08.01.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 21:40 Uhr
Das Luftbild zeigt das frisch geackerte Gelände (vier Quadranten im oberen Bereich), auf dem die neuen JVA entstehen soll, noch vor Beginn der Grabungsarbeiten.
Das Luftbild zeigt das frisch geackerte Gelände (vier Quadranten im oberen Bereich), auf dem die neuen JVA entstehen soll, noch vor Beginn der Grabungsarbeiten. Foto: isa

Es sei zwar nicht ausgeschlossen, dass man bei den Bauarbeiten den einen oder anderen Fund mache, so Aurelia Dickers weiter. Es wurden jedoch keine wesentlichen Spuren im Boden gefunden, die eine „umfängliche Untersuchung“ notwendig machen würden. Das wiederum bedeutet: Die Baumaßnahme des nordrhein-westfälischen Bau- und Liegenschaftsamtes (BLB) kann wie vorgesehen durchgeführt werden.

Wie berichtet, ist geplant, auf einem rund 18 Hektar großen Grundstück nordöstlich der Kreuzung von Telgter Straße und Freckenhorster Straße Münsters neue JVA mit 640 Plätzen zu errichten. Eine Bauvoranfrage wurde von der Bezirksregierung bereits positiv beschieden. Doch zunächst wurde das Grundstück auf mögliche Bodendenkmäler hin untersucht. Dazu trug in den vergangenen Wochen ein Bagger in regelmäßigen Abständen streifenweise die oberste Bodenschicht des Geländes ab, die von Archäologen analysiert wurde.

Hintergrund war, dass in der Nähe mehrere Funde aus mittelsteinzeitlicher Zeit aufgetaucht waren, etwa abgeschlagene Splitter von Feuersteinen. Die Vermutung lag nahe, dass auch auf dem JVA-Gelände „verborgene Schätze“ schlummern könnten. Dies scheint nun nicht der Fall zu sein.

Wie geht es dann weiter? Das Verfahren zur Vergabe eines Generalplaners sei abgeschlossen, heißt es von Seiten des BLB. Die Detailplanung habe begonnen und man führe Vorabstimmungen mit der Stadt Münster zu Fragen der Versorgung und der verkehrlichen Erschließung der JVA durch.

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