Bezirksbürgermeister und Bürgerforum inspizieren Verkehrssituation im Wolbecker Ortskern
Zu enge Gehwege und Stolperfallen

Münster-Wolbeck -

Kritik mündet in Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation

Dienstag, 21.01.2020, 19:24 Uhr aktualisiert: 22.01.2020, 18:02 Uhr
An einigen Stellen mitten im Ortskern ist der Gehweg lediglich 76 Zentimeter breit. Dies kann zu gefährlichen Situationen führen.
An einigen Stellen mitten im Ortskern ist der Gehweg lediglich 76 Zentimeter breit. Dies kann zu gefährlichen Situationen führen. Foto: isa

Die alte Dame dürfte um die 80 gewesen sein. Sie sei gestolpert, ins Straucheln gekommen, etwas zusammengesackt und habe sich dann im letzten Moment noch gefangen, berichtet Dieter Alke . Der Vorsitzende des Bürgerforums Wolbeck will sich gar nicht ausmalen, was sonst hätte passieren können: „Die Passantin war auf dem engen Gehweg am Steintor unterwegs“, erinnert er sich. „Es war viel Verkehr, wäre sie zu Fall gekommen, hätte sie auf die Fahrbahn stürzen können“, erklärt Alke. Ein schlimmer Unfall wäre möglicherweise die Folge gewesen.

Seitdem denkt Dieter Alke wieder oft darüber nach, wie brenzlich die Gehwegsituation im Wolbecker Ortskern ist. Das Problem sei nicht neu, aber man dürfe nicht aufhören, nach Lösungen zu suchen, erklärt auch Rolf Schönlau. Der Bezirksbürgermeister von Münster Südost begleitet Alke und seine Mitstreiter Willi Schriek und Dr. Dieter Barth vom Bürgerforum auf einem kleinen Kontroll-Gang durch den Ort. Mit dabei haben die vier auch einen Zollstock und ein Maßband, um die Gehwege auszumessen. Das Fazit nach einer halben Stunde: An den schmalsten Stellen sind die Bürgersteige weniger als 80 Zentimeter breit. Außerdem machen Stolperfallen durch unebene Gehwegbeläge den Fußgängern das Leben schwer.

Die extremen Engstellen befinden sich schräg gegenüber vom Drostenhof. Bei 76 Zentimetern auf dem Gehweg am Steintor/Ecke Marktstraße sowie vor dem Gasthaus Lasthaus können sich nicht einmal zwei Fußgänger begegnen, ohne dass einer auf die Straße ausweichen muss. Noch gefährlicher ist die Situation für Ältere, aber auch für Verkehrsteilnehmer mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen. Dazu kommt die Vielzahl der Autos: „Von 13.30 bis 14.30 Uhr habe ich heute am Drostenhof genau 637 Fahrzeuge gezählt“, berichtet Alke, „darunter drei LKW.“

Aber man sei nicht nur zum Kritisieren zusammengekommen, sondern um Verbesserungsvorschläge zu formulieren, erklären Willi Schriek und Dieter Barth. Auch die beiden kennen die Situation bereits seit Jahrzehnten und wissen um die Problematik. „Eine grundlegende Ortskernsanierung ist dringend notwendig“, erklärt Schriek. Dafür sei Bedingung, das Verkehrsaufkommen im Zentrum zu reduzieren. Diese Reduzierung könne jedoch nur durch die Anbindung der Umgehungsstraße über die Eschstraße gelingen. Und dies wiederum könne noch ein paar Jahre dauern, vermutet Schriek. „Bis dahin brauchen wir provisorische Maßnahmen“, ergänzt er. Folgende Maßnahmen schlägt die Gruppe vor:

  • Da eine große Gefahr von überhöhtem Tempo ausgehe, sollte die Geschwindigkeit der Fahrzeuge im Ort besser überwacht werden.
  • Auch eine Kontrolle der LKW, denen bis auf wenige Ausnahmen die Durchfahrt durch den Ortskern untersagt ist, müsse intensiviert werden. LKW-Fahrer müssten sehr frühzeitig informiert werden, dass für sie die Durchfahrt durch den Ortskern verboten ist.
  • Sinnvoll seien auch Hindernisse, die alle Fahrzeuglenker zum Abbremsen bringen. Diese könnten in Form von großen Blumenkübeln dort stehen, wo für die Zukunft stilisierte Stadttore vorgesehen sind, also etwa am Drostenhof und am Achtius-Haus/Höhe Angelbrücke.
  • Die Gehwege bräuchten zu einem Großteil neue Beläge, da sie an vielen Stellen sehr uneben sind und Stolperfallen bilden.
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