Heimatverein gibt „Die Geschichte Wolbecks“ von Heinrich Schmeken neu heraus
Höfe, der Kurort und Pewos Spitzbart

Münster-Wolbeck -

Der Heimatverein Wolbeck hat eine Loseblatt-Sammlung von Heinrich Schmeken zur Geschichte des Ortes bearbeitet und gibt sie demnächst als Buch heraus

Mittwoch, 29.01.2020, 19:23 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 19:28 Uhr
Bernhard Karrengarn (l.) und Josef Leifert vom Heimatverein präsentieren das künftige Deckblatt der „Geschichte Wolbecks“ (rechts). Der Heimatverein wird die losen Blätter von Heinrich Schmeken demnächst als gebundenes Buch herausgeben. Unten die Darstellung der bischöflichen Burg, die in dem Werk zu sehen sein wird.
Bernhard Karrengarn (l.) und Josef Leifert vom Heimatverein präsentieren das künftige Deckblatt der „Geschichte Wolbecks“ (rechts). Der Heimatverein wird die losen Blätter von Heinrich Schmeken demnächst als gebundenes Buch herausgeben. Unten die Darstellung der bischöflichen Burg, die in dem Werk zu sehen sein wird. Foto: isa

Doktor Hermann Peters , genannt Pewo (Peters, Wolbeck) war in Wolbeck wohl bekannt. Er war nicht nur seit 1925 Zahnarzt im Wigbold, sondern er schätzte in besonderem Maße Ziegen und die Heilkraft ihrer Milch. Außerdem wurde Pewo Gründer der Karnevalsgesellschaft ZiBoMo. Er ließ sich mehrfach gegen Spenden seinen Spitzbart abrasieren und sammelte so den Grundstock für das Ziegenbocksdenkmal, das schließlich am 2. Februar 1959 feierlich auf dem Marktplatz eröffnet wurde, und zu einem der Markenzeichen des Stadtteils avancierte.

Diese und viele weitere Geschichten aus der älteren und neueren Wolbecker Historie hat der Heimatforscher Heinrich Schmeken in Kooperation mit Bernhard Bußmann in den Jahren 1972 bis 1976 zusammen getragen. Seinen Plan, die Einzelblätter zu einem Buch zusammenstellen, konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verwirklichen. „Was sehr schade ist“, finden Bernhard Karrengarn und Josef Leifert vom Wolbecker Heimatverein. Auf Anregung des langjährigen Heimatvereinsmitglieds Rolf Linnemann nahmen sie sich des Stoffes an und gaben der Vorlage ein modernes Outfit: Der komplette Text wurde gescannt, zusammen mit den Bildern und Skizzen neu zusammengestellt und in ein handliches Format gepackt. Herausgekommen ist ein etwa 200 Seiten starkes Buch, das der Heimatverein am 20. März um 19 Uhr im Pfarrheim St. Nikolaus der Öffentlichkeit vorstellt.

Die Chronik von Heinrich Schmeken umfasste insgesamt 38 Teile, die nur in einigen laienhaften Fotokopien interessierter Wolbecker erhalten blieben. Die Spannweite der Themen reicht von den historischen Anfängen des Ortes und seiner bischöflichen Burg über die Burgmänner, den Tiergarten, die Höfe und die Mühlen im Kirchspiel bis hin zur Einführung der Elektrizität. Auch die Entwicklung Wolbecks zum Kurort sowie die Entstehung der einzelnen Schulen werden behandelt.

Zahlreiche Informationen aber auch witzige Einzelheiten und kleine Anekdoten stecken in dem Material, das der ehemalige Verkehrsdirektor in den Blättern zusammentrug, die jeweils nach der Fertigstellung in Wolbecker Geschäften verteilt wurden. „Wahrscheinlich für ein paar Pfennige“, vermutet Karrengarn.

Der Vorsitzende des Heimatvereins hat die Texte gesichtet und „vorsichtig redigiert“: „Es wurden nur ein paar Druckfehler beseitigt und einige Anmerkungen zugefügt“, so Karrengarn. „Der Urtext ist im Wesentlichen erhalten geblieben.“

Josef Leifert hat das Konzept technisch umgesetzt und dafür gesorgt, dass aus den unterschiedlichen Einzelvorlagen, Schriftgrößen und -typen ein einheitlicher, gut lesbarer Gesamttext wurde.

Man könnte sagen: Eine Fundgrube der Wolbecker Heimatgeschichte wird der Vergessenheit entrissen. Bald kann jeder Interessierte nachlesen, wann die bischöfliche Burg erbaut wurde, wo der Galgen stand und welche Fehde der örtliche Pfarrer einst mit den Bruderschaften ausfocht. . .

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