Der Künstler und Pfarrer Thomas B. Schulz stellt seine Bilder im Pfarrzentrum St. Bernhard aus
Nicht nur „Frommes“ im Fokus

Montag, 03.02.2020, 16:39 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 18:30 Uhr
Pfarrer Thomas B. Schulz
Pfarrer Thomas B. Schulz Foto: anh

„Natürlich malt ein Pastor was Frommes“, bezog sich Schulz auf eine verbreitete Erwartung, aber so etwas habe ihn nicht geleitet, auch nicht bei der Wahl des Titels der Ausstellung: „natürlich spirituell“. Stattdessen erwähnte Schulz zuerst Natur und Klimawandel: „Wir merken, dass sich in der Natur etwas verändert.“ Es sei „höchste Zeit, dass wir ein neues Verhältnis zur Natur bekommen.“ Panik oder Bagatellisierung – „der Weg dazwischen ist der richtige.“ Das, was „uns geschenkt ist, neu schätzen zu lernen“, ist ihm ein Anliegen.

Die Werke verteilen sich über das ganze Pfarrzentrum. Es lohnt sich ein Gang durch das Foyer ins Treppenhaus bis oben in den Flur, wo kleine wie auch besonders großformatige Werke gehängt sind.

Wenig hat Schulz übrig für jene Frage, die in Schulen „eingehämmert“ zu werden pflegt: Was wollte uns der Künstler damit sagen? „Der aber wollte das gar nicht“, sagte Schulz. Für ihn ist vieles Folge einer Meditation, die nicht bewusst eine Botschaft oder auch nur Gegenständliches vermitteln will. Es aber kann. Und Schulz erzählte von einem Beispiel: Gemalt hatte er ein Bild in der Osterzeit, doch ohne eine solche Absicht war es abstrakt. Dann entdeckte er, dass es zwei Personen darstellen kann, und zwischen ihnen ein Licht. Schulz fühlte sich erinnert an „Und brannte uns nicht das Herz. . .“ – die Geschichte der Emmaus-Jünger. Eine Betrachterin brachte ihn darauf: Ist dort nicht eine Schriftrolle zu sehen? So fügte sich ohne Absicht aus dem Unterbewussten etwas zu einem Bild, in das sich nun etwas hinein- oder herauslesen lässt. Schulz bietet so genannte „Entdeckung-Reisen“ durch die Ausstellung an verschiedenen Tagen an: Samstag (8. Februar), 15 Uhr bis 16.30 Uhr, weiter am 20. Februar, 18 bis 19.30 Uhr, 1. März, 15 bis 16.30 Uhr, 7. März, 15 bis 16.30 Uhr, 15. März, 15 bis 16.30 Uhr, 20. März, 18 bis 19.30 Uhr, und schließlich 2. April, 18 bis 19.30 Uhr.

Schulz ist seit seiner Jugend künstlerisch tätig und organisiert seit 1993 Ausstellungen in Kirchen, Krankenhäusern oder Pfarrheimen oder im Priesterseminar. Eigentlich praktiziert er den Grundsatz, selbst nicht in den Gemeinden auszustellen, in denen er tätig ist. Wirth überzeugte ihn, den Grundsatz zu durchbrechen. Cello-Musik von Arne Tigges beschloss die Vernissage.

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