Heimatverein Wolbeck veranstaltete erstmals ein Film-Konzert mit Livemusik
Nosferatu und noch allerlei Gruseliges

Münster-Wolbeck -

Premiere eines Film-Konzerts lockte zahlreiche Besucher an

Montag, 09.03.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 18:02 Uhr
Nosferatu bricht auf nach Wisborg, reckt sich bedrohlich über den Musikern und den Vorleserinnen Elia Wagner und Marie Schulte-Wörmann. Gruselig ging es zu beim Film-Konzert, das der Heimatverein Wolbeck in der „Kiepe“ organisiert hatte.
Nosferatu bricht auf nach Wisborg, reckt sich bedrohlich über den Musikern und den Vorleserinnen Elia Wagner und Marie Schulte-Wörmann. Gruselig ging es zu beim Film-Konzert, das der Heimatverein Wolbeck in der „Kiepe“ organisiert hatte. Foto: anh

Gruselig ging es zu beim Film-Konzert, das der Heimatverein Wolbeck in der Gaststätte „Kiepe“ organisiert hatte. Und zwar auf besonders intensive Weise. Nicht der Graf-Dracula-Vorläufer Nosferatu eröffnete im Dreiviertel-Dunkel, sondern die Gestalt eines Pfarrers – mit der Geschichte von gruseligen Geräuschen aus den Gewölben des Drostenhofes.

Bernhard Karrengarn, in Soutane und mit leuchtender Hand, eröffnete den Abend mit Marlies Langkamp als Sprecherin: „Der alte Drostenhof war längst im Verruf, dass dort ein Poltergeist sein Unwesen treibt.“ Gleich zwei Priester stiegen in die Finsternis, den Poltergeist zu exorzieren – und flohen alsbald.

Für weitere Heimatnähe sorgten Geschichten aus Heide und Davert, gelesen von den Schülerinnen Elia Wagner und Marie Schulte-Wörmann. Sie verfügen durch die Märchen-AG von Dr. Oliver Geister am Gymnasium Wolbeck schon über einige Vorlese-Erfahrung. „Der Teufel, so sagt man, der wohnt in der Davert“, führte Geister ein.

Bei diesen ersten Geschichten ging die lokale Nähe und die Kenntnis der Orte den Zuschauern unter die Haut, unterstützt vom Dunkel und von rot beleuchteten gruseligen Figuren in Puppengröße, von der Musik von Anja Kreysing und Helmut Buntjer , dem Musik-Duo „this honourable fish“.

Ganz ohne Farbe, ganz ohne gesprochenes Wort geht es auch. Das zeigte der gut einstündige Stummfilm „Nosferatu“, entstanden 1921 oder 1922, ein Klassiker, der hier in einer Bearbeitung gezeigt wurde. Und vor allem als Stummfilm-Konzert. Das war ein Projekt von Kreysing und Buntjer. Buntjer (Blasinstrumente) und Kreysing (Akkordeon) unterlegten die bewegten Bilder mit bedrückender, treibender, eindringlicher Musik, eine besondere kreative Leistung der Lautmalerei. Kräftiger Applaus im Saal war ihr Lohn.

Für die beiden Musiker war der Abend das Finale nach vielen Auftritten in anderen Orten. Für Anja Kreysing, die in Wolbeck wohnt, gleichzeitig ein Heimspiel und das Kennenlernen von lokalen Erzählungen. Viele Gestalten kehrten in gegensätzlicher Bedeutung wieder, so die Gestalt der „weißen Frau“, die mal eine positive Gestalt ist, mal eine gar schreckliche.

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