Grünes Licht für Anschluss an die Ortsumgehung
Eschstraße: BV-Mehrheit für Ausbau

Münster-Wolbeck -

Es ist dasselbe Verfahren wie beim gescheiterten ersten Versuch, den Ausbau der Eschstraße durchzusetzen: Ein Bebauungsplan wurde aufgestellt und durchläuft jetzt die politische Beratungskette. In einem ersten Schritt erteilte die Bezirksvertretung Südost am Dienstagabend grünes Licht. Allerdings nicht ohne einen kleinen Abstimmungskrimi.

Mittwoch, 11.03.2020, 18:06 Uhr aktualisiert: 12.03.2020, 17:38 Uhr
Bislang ist nur das letzte Teilstück der Eschstraße ausgebaut. Geht es nach der Bezirksvertretung Südost soll aber auch der Rest der Straße als Zubringer zur Ortsumgehung Wolbeck ausgebaut werden. Dafür wurde ein neuer Bebauungsplan auf den Weg gebracht.
Bislang ist nur das letzte Teilstück der Eschstraße ausgebaut. Geht es nach der Bezirksvertretung Südost soll aber auch der Rest der Straße als Zubringer zur Ortsumgehung Wolbeck ausgebaut werden. Dafür wurde ein neuer Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Foto: Oliver Werner

Denn im Vorfeld hatte sich das falsche Gerücht verselbstständigt, die SPD habe ihre Haltung zur Eschstraße geändert. Sie würde erwägen, gemeinsam mit den Grünen und der Piraten-Bezirksvertreterin gegen das Projekt zu votieren. Die CDU-Ratsherren Horst-Karl Beitelhoff und Heinz-Georg Buddenbäumer reagierten mit flammenden Plädoyers für den Ausbau. Sie sprachen dabei namentlich den Sozialdemokraten ins Gewissen.

Die Co-Vorsitzende der SPD Wolbeck, Tamara Bormann, zeigte sich konsterniert: Die SPD habe keinesfalls ihre langjährige Haltung zur Esch-Frage geändert, erklärte sie ärgerlich. Ihre Fraktion habe lediglich im Hintergrund „ihre Hausaufgaben gemacht“ und die neuen Planungen noch einmal „auf mögliche Verbesserungen oder Alternativen“ abgeklopft.

Schlussendlich stimmte eine große Mehrheit aus CDU , SPD und dem FDP-Bezirksvertreter für den Ausbau der Eschstraße und ihren Anschluss an die Ortsumgehung. Da wurde die Fragestunde an den Experten aus dem städtischen Planungsamt beinahe zur Nebensache.

Verkehrsplaner Guido Koops erläuterte noch einmal, warum die Eschstraße aus Sicht der Stadt Münster zwingend an die Wolbecker Ortsumgehung angeschlossen werden müsse. Nur so ließen sich die Verkehrszahlen im Ortskern von Wolbeck senken, so das Mantra. Erst dann könne der enge Wigbold neu gestaltet werden. Der Teufel liegt allerdings im Detail. Die Bezirksvertreter wollten wissen:

Warum kann der Ortskern nicht ohne den Ausbau der Eschstraße verkehrsberuhigt werden?Das hänge mit Richtlinien zusammen, die regeln, ab welcher Verkehrsstärke zum Beispiel ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich angeordnet werden dürfe, so der Verkehrsplaner.

Warum kann der Ortskern nicht ohne den Ausbau der Eschstraße verkehrsberuhigt werden?

Ist es möglich, die Eschstraße als Gemeindestraße auszubauen, statt als Kreisstraße?Zum Hintergrund: Das Bürgerforum und Willi Schriek (FDP) hatten sich von diesem Vorschlag erhofft, die derzeit vorgegebene Richtgeschwindigkeit von Tempo 30 auf der Eschstraße beibehalten zu können. Dem erteilte Koops jedoch eine Absage. Auch als Gemeindestraße sei die Eschstraße in Zukunft eine Hauptverkehrsstraße, auf der nach Straßenverkehrsordnung zwingend Tempo 50 vorgegeben ist.

Ist es möglich, die Eschstraße als Gemeindestraße auszubauen, statt als Kreisstraße?

Was passiert, wenn die geplanten passiven Lärmschutzmaßnahmen später nicht ausreichen?Das sei kaum vorstellbar, argumentierte eine Gutachterin. Selbst wenn man sich komplett verrechnet hätte, würden die geplanten Maßnahmen sogar für das doppelte Verkehrsaufkommen ausreichen.

Was passiert, wenn die geplanten passiven Lärmschutzmaßnahmen später nicht ausreichen?
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