Wie Mitglieder des Gewerbevereins mit den Folgen der Corona-Krise umgehen
Übers Fensterbrett – nicht über die Ladentheke

Münster-Wolbeck -

Viele Gewerbetreibende werden durch die Corona-Krise hart getroffen

Donnerstag, 19.03.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 17:30 Uhr
Renate Minthe (r.), eine langjährige Kundin des Buchfink, holt ihr bestelltes „Lesefutter“ am Fenster des Buchhandels ab.
Renate Minthe (r.), eine langjährige Kundin des Buchfink, holt ihr bestelltes „Lesefutter“ am Fenster des Buchhandels ab. Foto: isa

Geschlossene Läden, wegbrechende Aufträge: Auch der Gewerbeverein Wolbeck sieht sich mit den Auswirkungen der Corona-Krise konfrontiert. „Die Folgen erfassen unsere Mitglieder ganz unterschiedlich“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende Heike Schapmann . Besonders betroffen seien die Geschäfte und Restaurants, die von heute auf morgen schließen mussten. Auch ihr eigener Betrieb leide „dramatisch“. Dennoch rät Schapmann zu „vorsichtigem Optimismus“. Und dazu, „weiterhin aktiv und kreativ zu bleiben“.

Wie sieht die Lage im Einzelnen aus? „Der größte Teil der Gewerbetreibenden im ländlich geprägten Wolbeck sind Handwerker- oder Dienstleistungsbetriebe“, berichtet Vorstandsmitglied Gisela Hautopp. Elektriker, Maler und Tischler, auch Friseure und Augenoptiker dürfen vorerst weiter tätig sein und sind nur mittelbar betroffen, etwa wenn Mitarbeiter erkranken. Auch verschiedene Geschäfte dürfen bekanntlich geöffnet bleiben.

Hart dagegen trifft es Restaurants, Blumen- und Geschenkeläden, Juweliere und viele andere. „Da fällt unter Umständen das gesamte Einkommen weg“, erklärt Heike Schapmann. Auch ihre „Mobile Floristin“ stehe still. Aufträge für Kommunionen, Firmungen und sonstige Events seien storniert. Sie werde telefonisch Kontakt zu den Kunden aufnehmen, versichert Schapmann. Und sie ermuntert andere Betriebe, ähnlich aktiv zu werden. „Gerade die Stammkunden bestellen vielleicht das eine oder andere, was man ihnen dann ausliefern kann.“

Auch Gisela Hautopp, die in Wolbeck den „Kleinen Bilderladen“ betreibt, hat geschlossen. Sie erledigt noch Einrahmungen und andere Aufträge, die bereits erteilt wurden. Hautopp: „Die Ware wird den Kunden dann aus der Tür gereicht.“ Halbwegs glücklich schätzen könnten sich Geschäftsleute, die Eigentum hätten und keine Miete bezahlen müssten. Bei ihr persönlich treffe das zu, so Hautopp. Sie habe auch keine Angestellten. „Ein paar Monate sind halbwegs machbar.“ Die Einschränkungen dürften nur nicht zu lange andauern.

Mit Krimis und anderer Lektüre kann man sich weiter bei der Buchhandlung „Buchfink“ versorgen. Natürlich sei das Geschäft geschlossen, berichten die Geschäftsführerinnen Regina Hermsen und Nicole Müller. Telefonisch oder online könne man jedoch Bestellungen aufgeben. Die Ware wird dann zusammen mit der Rechnung (Bargeldverkehr ist ausgeschlossen) aus einem Seitenfenster ganz am Ende des Geschäfts gereicht. Wer selbst nicht aus dem Haus dürfe, bekomme die Medien auch geliefert.

Eisdiele, Pizzerien und Gaststätten mussten schließen, gerade für viele Familienbetriebe ein harter Einschnitt. Ein Außer-Haus-Angebot der Gaststätte Sültemeyer für die Kunden funktionierte nicht. „Darauf sind wir nicht eingerichtet“, erklärt Inhaberin Bianka Wellpott. Daher habe man sich entschlossen, den Betrieb komplett einzustellen. Angenehm überrascht ist Wellpott von den Behörden: „Wir haben in wenigen Stunden alle notwendigen Infos online bekommen.“ Alle Mitarbeiter seien bereits über Kurzarbeit versorgt.

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