Bezirksbürgermeister Rolf Dieter Schönlau bittet vor allem Jugendliche und Eltern um Solidarität
„Die Welt steht Kopf – Bitte bleibt zu Hause!“

Münster-Südost -

Wichtiger denn je ist es zurzeit, Solidarität zu zeigen und soziale Distanz zu wahren. Jetzt wendet sich der Bezirksbürgermeister vor allem an junge Menschen

Freitag, 20.03.2020, 17:55 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 17:54 Uhr
Rolf Schönlau bittet darum, zu Hause zu bleiben.
Rolf Schönlau bittet darum, zu Hause zu bleiben. Foto: isa

Noch immer steigen Partys in Wolbeck und Angelmodde, noch immer treffen sich Mütter mit Kindern auf Spielplätzen und Jugendliche auf Schulhöfen. „Damit muss endlich Schluss sein!“, wendet sich Bezirksbürgermeister Rolf Schönlau eindringlich an die Öffentlichkeit.

Vielleicht habe man am Anfang zu oft betont, dass Kinder und Jugendliche relativ wenig vom Corona-Virus betroffen würden, vermutet Schönlau. „Dies hat möglicherweise zu einer gewissen Sorglosigkeit geführt.“ Inzwischen jedoch müsse eigentlich auch allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen klar sein, dass es nicht nur um sie gehe: „Es geht darum, die Alten und Schwachen zu schützen, an die man das Virus weitergeben kann. Und zwar auch dann, wenn man selbst kaum oder gar keine Symptome bemerkt.“ Nur wenn die Zahlen möglichst langsam anstiegen, könnten die schweren Fälle ausreichend medizinisch versorgt werden. Insofern gehe es wirklich um Leben und Tod.

Schönlau: „Um die Ansteckungsgefahr möglichst gering zu halten, bitte ich alle, die momentanen Regeln zur sozialen Distanz zu respektieren und zu Hause zu bleiben.“ Dies sei ein Akt der Solidarität. Auch denjenigen gegenüber, die durch die Verordnung gezwungen würden, für Abstand zu sorgen: etwa gegenüber den Inhabern von Läden und Gaststätten. Schönlau: „Es darf nicht sein, dass diese Geschäftsleute durch die Beschränkungen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen müssen, während andere nicht einmal bereit sind, eine Zeit lang auf Partys und sonstige Treffen zu verzichten.“ Auch zu älteren Menschen solle man bekanntlich Distanz halten.

Schönlau nimmt auch Eltern und Großeltern in die Pflicht: „Sprechen Sie mit ihren Kindern und Enkeln und machen Sie ihnen klar, worum es geht!“ Eindrucksvoll erschiene ihm das Bild der Dominosteine, die – eng nebeneinander stehend – der Reihe nach umkippen. Solange, bis ein Abstand zwischen zwei Steinen für das Ende der Kettenreaktion sorgt. . .

Als Segen würden sich jetzt Telefon, Internet, Whats­App und mehr erweisen: Dadurch könnten Jugendliche unbedenklich Kontakte aufrecht erhalten, untereinander, und auch zu Großeltern. Plötzlich würden diese sozialen Medien, die unter pädagogischen Gesichtspunkten hin und wieder verteufelt wurden, sich als segensreich erweisen. „Die Welt steht Kopf“, so Schönlau. Wichtig sei ihm auch, die Jugendlichen keinesfalls nur zu kritisieren. Gerade in den letzten Tagen habe er vielfach beobachtet, wie junge Leute sich engagierten und etwa Einkäufe für Ältere übernähmen. Das seien „wertvolle Beispiele für gelebte Solidarität“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7336991?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F
Nachrichten-Ticker