Hoffen auf Hilfspakete
Hoteliers bangen um ihre Zukunft

Münster-Wolbeck -

Viele Betriebe hoffen auf Unterstützung durch die Bundesregierung, die auch bereits angekündigt wurde.

Montag, 23.03.2020, 17:21 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 18:24 Uhr
Auch in Wolbeck gibt es kleine Hotels. Die Betreiber sind in besonderem Maße von der Corona-Krise betroffen und hoffen auf baldige Hilfen.
Auch in Wolbeck gibt es kleine Hotels. Die Betreiber sind von der Corona-Krise besonders betroffen und hoffen auf baldige Hilfen.

Viele Betriebe werden von den Folgen der Corona-Krise erschüttert. Besonders betrifft dies auch kleinere Hotels. Wenn nicht bald etwas passiere, stehe sie vor dem Aus, erklärt Angela Roer­ . Die 62-Jährige ist Pächterin des Hotels Klostermann, eines Traditionshauses, das es seit nunmehr 54 Jahren in Wolbeck gibt. Auch die Inhaberin des Landhotels „Zur Mühle“ ist pessimistisch: „Es ist eine Katastrophe“, sagt Friederike Wilk .

Von „jetzt auf gleich“ seien die Gäste weggeblieben, erläutert Angela Roer. „Aber die Kosten laufen zu 100 Prozent weiter.“ Wie viele andere Selbstständige sei sie von der Krise überrollt worden. „Während die Einnahmen wegfallen, muss ich weiterhin Pacht, Heiz- und weitere Nebenkosten sowie meine Krankenversicherung bezahlen“, berichtet Angela Roer.

Angela Roer hatte sich vor zwei Jahren entschlossen, ihren Beruf aufzugeben und statt dessen ins Gastgewerbe einzusteigen. Der damalige Betreiber des Hotels suchte einen Nachfolger. Seitdem betreut die Wolbeckerin die sieben Zimmer des Hauses im Herzen des Ortes ganz allein, ohne Angestellte. Sie habe gut zu tun, betreibe das Geschäft mit Herzblut und viel Liebe, erklärt Angela Roer. „Aber jetzt ist es mit der Liebe vorbei.“

Hinter ihr lägen die üblichen „harten Monate“. Im Januar und Februar kämen ohnehin nur ganz vereinzelt Gäste, berichtet die Hotel-Chefin. Das gehe in die Jahreskalkulation mit ein. Nun sei jedoch der März schon zur Hälfte weggebrochen. Und für den April sieht sie ebenfalls schwarz. Zwar glaubt Angela Roer, dass sie Hilfen vom Bund zu erwarten hat. Zu schaffen macht ihr jedoch, dass es noch keine gesicherten Erkenntnisse darüber gibt.

„Ich war für die nächsten Wochen ausgebucht“, berichtet Friederike Wilk. Nahezu alle Buchungen des „Landhotels“ seien jedoch inzwischen storniert worden. Die Stadt Münster hat Beherbergungen zu touristischen Zwecken untersagt. Lediglich Handwerker würden aus beruflichen Gründen hin und wieder ein Zimmer buchen, so die Hotel-Chefin. Ohne persönlichen Kontakt würden diese per Zahlencode ins Haus eingelassen. Frühstück werde nicht gereicht.

Auch Friederike Wild wüsste gern, wie es um die zu erwartende Hilfen steht. Berichtet wurde bereits, dass die Bundesregierung ein außergewöhnliches Hilfspaket zur Unterstützung von Selbstständigen und kleinen Unternehmen auf den Weg brachte.

„Unsere Telefone stehen nicht still“, erklärt Renate Dölling auf Anfrage unserer Zeitung. Die Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststätten-Verbandes (DeHoGa) Münsterland wartet ebenfalls noch auf genaue Auskünfte. Kleine Firmen und Selbstständige sollen Zuschüsse erhalten, dies sei so beschlossen. Konkrete Informationen zum Weg der Umsetzung würden jedoch erst in den nächsten Tagen auf dem Tisch liegen.

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