Gartenabfälle wurden bereits am Standort des ehemaligen Osterfeuers entsorgt
Wilde Müllentsorgung nimmt Überhand

Münster-Südost -

Die Schließung der Recyclinghöfe treibt in Wolbeck Blüten: Offenbar haben zahlreiche Gartenbesitzer ihre Gartenabfälle auf dem Stapel für das Osterfeuer abgeladen. Dabei wurde das Osterfeuer am Brandhoveweg längst abgesagt.

Mittwoch, 25.03.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 18:24 Uhr
Wo eigentlich nur die gesammelten Weihnachtstannen liegen sollten, liegen mittlerweile auch jede Menge Gartenabfälle. Dabei wurde das Osterfeuer am Brandhoveweg längst abgesagt.
Wo eigentlich nur die gesammelten Weihnachtstannen liegen sollten, liegen mittlerweile auch jede Menge Gartenabfälle. Dabei wurde das Osterfeuer am Brandhoveweg längst abgesagt. Foto: mlü

„Das ist eine Unverschämtheit“, ärgert sich der Anwohner des Brandhovewegs. Gerade eben habe er jemanden beobachtet, der einen ganzen Anhänger voller Grünschnitt in der Nähe der Sportanlagen entsorgte. Dort, wo normalerweise das Osterfeuer aufgetürmt wird. Dabei sei das Osterfeuer in diesem Jahr doch wegen der Corona-Krise abgesagt worden. Und das sei allgemein bekannt, so der Anwohner.

Auch auf diese Tatsache hin angesprochen, habe sich der Umweltsünder jedoch nicht bremsen lassen und habe weiter abgeladen. „Schließlich ist auch der Recyclinghof geschlossen“, so seine Erklärung.

„Das ist doch keine Entschuldigung“, betont der Anwohner. „Jeder, der einen Garten hat, findet auch eine Stelle, wo man den Grünschnitt lagern kann, bis die Recyclinghofe wieder geöffnet sind.“ Trotzdem nimmt die wilde Müllentsorgung an an der Sportanlage langsam Überhand.

Aber warum sind die Recyclinghöfe der Stadt Münster eigentlich geschlossen, etwa in Wolbeck der an der Eschstraße, fragt sich mancher. Gerade im Moment, wo viele Menschen mehr Zeit als sonst haben, sich um den Garten zu kümmern oder den Keller oder Dachboden zu entrümpeln. Und diejenigen, die ihren Abfall abgeben wollen, warten in der Regel „in der Schlange“ hintereinander im eigenen Auto.

Die Abfallwirtschaftsbetriebe führt jedoch mehrere Argumente ins Feld, warum eine Schließung der Recyclinghöfe, ausgerechnet jetzt, gerechtfertigt sei. Zum Einen handelt es sich um eine Vorgaben der Landesregierung, damit die Ausbreitung des Coronavirus soweit wie möglich verlangsamt wird.

Zum Anderen habe es mit der Personaldecke zu tun: „Oberste Priorität hat für uns, die Entsorgung des Hausmülls der Münsteraner über die Abfallabfuhr auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Rund die Hälfte unserer gesamten Belegschaft wird dafür benötigt“, so Betriebsleiter Patrick Hasenkamp.

Grünabfälle werden weiterhin mit dem Sperrgut eingesammelt, entweder gebündelt oder verpackt im städtischen Gartenabfallsack.

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