ARD-Komödie „Liebe verjährt nicht“
Wolbecker Frank Dukowski drehte mit Heino Ferch

Münster-Wolbeck -

Am Samstagabend spielen Heino Ferch und Tanja Wedhorn in der ARD-Komödie "Liebe verjährt nicht" ein gescheitertes Traumpaar, das nach 20 Jahren unerwartet eine zweite Chance bekommt. Mit dabei ist auch der Wahl-Wolbecker Frank Dukowski. Als umtriebiger Kunst-Experte.

Freitag, 27.03.2020, 18:19 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 19:31 Uhr
Schauspieler und Autor Frank Dukowski fühlt sich in Wolbeck ebenso zuhause wie in Berlin.
Schauspieler und Autor Frank Dukowski fühlt sich in Wolbeck ebenso zuhause wie in Berlin. Foto: Guido Grospietsch/ARD Degeto/Christine Schröder

Eine Auktion in feinem Ambiente. Kostbar anmutende Exponate und die üblichen Verdächtigen aus der Kunst-Szene. Mittendrin Tamino von Bovensen, quirlig und wichtig-erscheinend ruft er immer wieder in die Menge: „Dieses Bild ist eine Fälschung!“

Diese Szene aus der Komödie „Liebe verjährt nicht“, die die ARD am Samstag (28. März) zeigt, hat Symbolcharakter, wie Schauspieler Frank Dukowski im Gespräch mit dieser Zeitung erläutert. Der Wahl-Wolbecker spielt diesen umtriebigen Tamino von Bovensen mit Verve. Dukowski lebt zwar vorwiegend in Berlin, hat aber seit 2008 „immer einen Koffer in Wolbeck“ – im Haus seiner Schwiegereltern.

In dem 90-Minüter „Liebe verjährt nicht“ geht es vordergründig um die Liaison zwischen zwei Menschen, die von Tanja Wedhorn und Heino Ferch gespielt werden. „Hintergründig geht es aber auch darum, wie in der Liebe und in anderen Bereichen des Lebens, Lügenstrukturen funktionieren“, sagt Frank Dukowski. Im Münsterland ist er vor allem durch seine Mitwirkung beim Pindakaas Saxophon Quartett bekannt – als Schauspieler und Autor („In 28 Tagen durch Europa“).

Dukowski inszeniert Lovecraft-Einakter

In Wolbeck ist er öfters. Unter dem Dach des schmucken Ackerbürgerhauses unweit des Drostenhofs tankt Frank Dukowski in einem kleinen gemütlichen Zimmer nicht nur Kraft und Ruhe. „Hier konnte ich auch wunderbar an meinen Gedichten, Sonetten und Übersetzungen des Horrorliteraten Howard Phillips Lovecraft arbeiten.“ Die Nachdichtungen sollen bald als Buch erscheinen. Zwei Lovecraft-Einakter inszeniert Dukowski an der Comédie Soleil Werder an der Havel. In dem Stück „Die unbekannten Dinge der Nacht“ geht es um dunkle Geheimnisse der Seele.

Kurz vor der Ausstrahlung der Liebeskomödie im Fernsehen erinnert sich der Wahl-Wolbecker gerne an die beiden Drehtage mit Heino Ferch. „Das ist ein toller Typ, der in dem Film viel Inneres von sich preisgibt und zum Beispiel inmitten eines heftigen Regens ganz cool Tai Chi macht.“ Und was hält Frank Dukowski selbst von dem Filmstoff? „Liebe ist eine große Aufgabe, die wir nicht vergessen dürfen, wenn wir Angst und andere Probleme haben. Dafür muss man tief in sich selber schauen und authentisch sein.“

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Heino Ferch und Tanja Wedhorn liefern sich einen unterhaltsamen Schlagabtausch in der romantischen Komödie "Liebe verjährt nicht". Foto: ARD Degeto/Christine Schröder

Wolbeck ist für den Berliner „ein schönes Dorf“ vor den Toren Münsters: „Die alten Häuser erwecken Kindheitserlebnisse. Ich bin in alten Gemäuern groß geworden. Sie atmen Geschichte.“ Seine Besuche des Wolbecker Tiergartens inspirierten Dukowski zu seiner Novelle „Vor dem Pilzgericht“, die auch bei der Lesung beim Awo-Themenkreis für Begeisterung sorgte.

Wahl-Wohlbecker auch in Australien bekannt

Der 52-Jährige ist gerne in Wolbeck. „Durch den neuen Kreisel kommt man viel angenehmer und ruhiger durch den Ort.“ Zwei Vorschläge hat der Mime: „Ich finde es schade, dass das Ziegenbocksdenkmal nicht im Kreisel aufgestellt wurde“. Mit Blick auf die öffentliche Debatte um die Benennung des neuen Marktplatzes ( wir berichteten [WN+]) sagt er spontan: „Ich schlage ZiBoMo-Platz vor.“

TV

„Liebe verjährt nicht“, 28.März, 20.15 Uhr im Ersten

www.pindakaas.de

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Den Wahl-Wolbecker kennt man mittlerweile auch in Australien. Frank Dukowski spielt einen listigen Fälscher in dem märchenhaften Film „Der Hauptgewinn“. Dieser bekam jetzt beim International Shortfilm Festival „Flickerfest“ eine „lobende Erwähnung“. Für Dukowski ist die Chance groß, den Film nach Münster holen zu können. „Schade, dass ich wegen Corona derzeit nicht nach Australien reisen kann“, sagt er, „aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben“.

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