Wolbecker Werbetechniker reagiert auf Corona-Epidemie und stellt Spuckschutzscheiben her
Die Produktion von heute auf morgen umgestellt

Münster-Wolbeck -

Viele Firmen leiden unter den Folgen des Corona-Virus

Samstag, 28.03.2020, 18:31 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 17:40 Uhr
Der Wolbecker Geschäftsmann Jan Bornefeld stellt zurzeit Spuckschutzscheiben für Geschäfte her. Hier zeigt er einen Thekenaufsatz für eine Bäckerei.
Der Wolbecker Geschäftsmann Jan Bornefeld stellt zurzeit Spuckschutzscheiben für Geschäfte her. Hier zeigt er einen Thekenaufsatz für eine Bäckerei. Foto: isa

Was tut man, wenn plötzlich in großer Zahl die Aufträge wegbrechen? Vielen Gewerbetreibenden passiert in Zeiten der Corona-Epidemie genau das. Und vielen geht das bekanntlich bis an die Substanz. Glücklich kann sich derjenige schätzen, der unter den neuen Bedingungen auf kreative Weise zeitnah eine neue Nische findet. Und der zusätzlich die Möglichkeit hat, seine Produktion tatsächlich auch entsprechend umzustellen.

Genau dies realisiert zurzeit der Betrieb „JB Werbetechnik“ an der Wolbecker Windmühle. Normalerweise werden dort Kunststoffbuchstaben und Schilder für Außenwerbung sowie Beschriftungen, Gravuren, Stempel und ähnliches hergestellt. Nun hat der Betrieb die gesamte Produktion im Kunststoffbereich umgestellt: Nämlich auf so genannte „Spuckschutzscheiben“.

„Wichtige Abnehmer unserer Produkte sind normalerweise Firmen, die Werbetechnik für Messen und Ausstellungen ordern“, erläutert der Chef des Wolbecker Betriebs, Jan Bornefeld . „Mit der Virus-Krise wurden plötzlich alle zeitnahen Messen abgesagt.“ Damit seien von heute auf morgen auch die Bestellungen hinfällig geworden. „Und das, wo ich gerade für viel Geld eine größere Menge Acyl für die Produktion geordert hatte“, blickt Bornefeld zurück.

Der kreative Geschäftsmann besann sich dann aber darauf, dass viele Firmen – ebenfalls von heute auf morgen – ein Produkt besonders dringend benötigen: Spuckschutzscheiben. „Egal ob Lebensmittelladen, Arztpraxis, Baumarkt oder Metzgerei – all diese Unternehmen suchen zurzeit teilweise händeringend nach Kunststoff-Schutzscheiben, um ihre Angestellten an Verkaufstheken und Kassen vor der Übertragung des Corona-Virus‘ zu schützen“, erläutert der Geschäftsmann.

Und tatsächlich gelang es ihm, seine Fräsmaschinen entsprechend umzuprogrammieren. Seit einigen Tagen werden in Wolbeck also Schutzscheiben für die verschiedensten Unternehmen produziert. „Vieles ist standardisiert, etwa die Vorrichtungen für Supermarktkassen“, so Bornefeld. Er könne jedoch auch durchaus auf individuelle Wünsche eingehen.

„Spuckschutzscheiben sind im Moment natürlich sehr gefragt“, erläutert Bornefeld. Und gerade darum werde bei manchem Produzenten allmählich der Rohstoff knapp. Bei ihm habe sich die Tatsache, dass er eine größere Menge Acyl für den Messebau bestellt hatte, im Nachhinein als Glücksfall erwiesen. So stehe ihm noch eine größere Menge des Rohstoffs zur Verfügung, um weiterhin produzieren zu können. Ein Problem stelle lediglich dar, dass er für sein neues Produkt nicht bekannt sei. „Man weiß, dass ich Schilder und Buchstaben herstelle, nicht jedoch, dass es bei mir die heiß begehrten Spuckschutzscheiben gibt.“ Doch mit jedem Tag vergrößere sich sein Kundenkreis.

Dennoch hofft der Geschäftsmann, schnell wieder ins normale Fahrwasser zurückkehren zu können. „Und dass die Epidemie bald ein Ende hat.“

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