Wolbecker Gewerbetreibende setzen mehr und mehr auf Beratung, Abhol- und Bringdienste
Kreative Ideen in Corona-Zeiten

Münster-Wolbeck -

Geschlossene Geschäfte und Restaurants, hohe Auflagen der Behörden. Viele Betriebe leiden in existenzieller Weise unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Aber Not macht auch erfinderisch: „Die Leute werden zunehmend kreativ“, hat Heike Schapmann beobachtet. Und die stellvertretende Vorsitzende der Wolbecker Gewerbevereins fügt hinzu: „Man hält hier vor Ort zusammen, alle sitzen schließlich im selben Boot.“

Dienstag, 07.04.2020, 17:57 Uhr
Die Mutter von Hannah und Jonas
Die Mutter von Hannah und Jonas Foto: isa

Geschlossene Geschäfte und Restaurants, hohe Auflagen der Behörden. Viele Betriebe leiden in existenzieller Weise unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Aber Not macht auch erfinderisch: „Die Leute werden zunehmend kreativ“, hat Heike Schapmann beobachtet. Und die stellvertretende Vorsitzende der Wolbecker Gewerbevereins fügt hinzu: „Man hält hier vor Ort zusammen, alle sitzen schließlich im selben Boot.“

In der Tat. Nach und nach sieht man zunehmend Schilder in den Schaufenstern, die spezielle Serviceleistungen anbieten. So sind mehrere Restaurants vor Ort seit einigen Tagen darauf eingestellt, Speisen auf telefonische Bestellung hin zuzubereiten. Die fertigen Gerichte kann man dann, etwa bei der Pizzeria Laguna Veneziana und dem Ristorante Carpaccio, abholen. Teilweise wird das Essen sogar nach Hause geliefert.

Die Eisdiele Misurina am Marktplatz war drei Wochen geschlossen. „Eine harte Zeit“, berichtet Inhaber Gregory de Bona. Er habe alle fünf Angestellten zunächst in Kurzarbeit geschickt. Lange habe er über eine Lösung des Problems nachgedacht. Das Kontaktverbot stellte ihn vor große Herausforderungen. Schließlich kam ihm zugute, dass er in seiner Jugend das Tischlern erlernte.

Kurzerhand baute er selbst eine Art Marktstand vor dem Eingang der Eisdiele auf. Nun sind Kunden und Mitarbeiter durch dicke Folien voneinander getrennt. Eis gibt es nur noch verpackt zum Mitnehmen. Sonntag war Premiere, bei bestem Wetter. „Und es klappt fantastisch“, freut sich de Bona.

„Wichtig ist, dass wir die Beziehung zu unseren Kunden nicht verlieren“, so Schapmann. Die meisten davon seien Stammkunden. Da ließen sich die Betriebe zurzeit eine Menge einfallen, so Schapmann. So kann man sich etwa beim Tierbedarf-Laden Hunter telefonisch beraten lassen. Waren werden von einem bestimmten Wert an zu den Kunden nach Hause gebracht. Auch bei „Wolle im Glück“ kann man anrufen und sich das Strickmaterial nach Hause schicken lassen. Die Firma Beitelhoff hat einen Abhol- und Bringdienst für Eier und Geflügel eingerichtet. Heike Schapmann liefert bestellte Blumensträuße und Gestecke persönlich aus.

Die Liste ließe sich um viele Beispiele erweitern. „Eigentlich sind all unsere Betriebe weiterhin erreichbar, telefonisch oder über das Internet“, so Schapmann. „Und sie freuen sich, wenn die Kunden anrufen“. Als Vertreterin des Gewerbevereins appelliert sie an alle, die örtlichen Geschäfte weiterhin zu unterstützen, „auch und gerade in diesen harten Zeiten“.

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