Der Wolbecker Heimatverein gibt „Die Geschichte Wolbecks“ von Heinrich Schmeken neu heraus
Kurbetrieb und Kirchenbänke

Münster-Wolbeck -

Auf 200 Seiten entsteht ein spannendes Bild des Wigbold Wolbeck

Mittwoch, 22.04.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 15:35 Uhr
Bernhard Karrengarn (l.) und Josef Leifert präsentieren die vom Heimatverein neu herausgegebene „Geschichte Wolbecks“.
Bernhard Karrengarn (l.) und Josef Leifert präsentieren die vom Heimatverein neu herausgegebene „Geschichte Wolbecks“. Foto: isa

Wie kann es so weit kommen, dass ein Tagelöhner – genannt „der Wilde“ – in die Wolbecker Kirche eindringt, und dort ein Eisentörchen aus der Verankerung reißt? Und zwar mit Billigung des Kirchenvorstands? Die Antwort auf diese Frage bringt die „Neunundzwanzigste Veröffentlichung“ der Schriften von Heinrich Schmeken . Die gesamte spannende Loseblattsammlung des Heimatforschers, die bislang nur schwer zugänglich war, ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. Der örtliche Heimatverein hat sie auf Anregung des langjährigen Mitglieds Rolf Linnemann in eineinhalb jähriger Arbeit in gebundener Buchform neu herausgebracht.

Schmeken hatte als Vorsitzender des Verkehrsvereins Wolbeck in Zusammenarbeit mit Bernhard Bußmann und dem damaligen Heimatverein in den 1970er Jahren insgesamt 38 Veröffentlichungen zur Geschichte Wolbecks erstellt. „Seine schon damals geäußerte Absicht, diese monatlichen Einzelausgaben in Buchform aufzulegen, konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verwirklichen“, erklärt der heutige Heimatvereinsvorsitzende Bernhard Karrengarn. „Diesen Plan haben wir nun in die Realität umgesetzt.“

Ob „Wiedertäuferkrieg“ oder „Juden in Wolbeck“ – das Buch hält sich streng an die Vorlagen, die von Vorstandsmitglied Josef Leifert eingescannt und digital bearbeitet wurden. Lediglich Rechtschreibung und Zeichensetzung wurden angepasst. „Genauigkeit und Zuverlässigkeit der historischer Fakten ließen sich nicht exakt überprüfen“, schreibt der Heimatverein in den Vorbemerkungen. Dies treffe besonders für die Anfangskapitel zu, in denen vom Rittergeschlecht der Meinhövel die Rede ist und der alten Streitfrage, ob diese eine Vorgängerburg des fürstbischöflichen Anwesens in Wolbeck errichtet hatten.

Aber nicht nur von Rittern und Kirchenbänken ist die Rede. Über 200 Seiten hinweg reicht die Spannweite der Themen von den historischen Anfängen des Ortes und seiner bischöflichen Burg über die Burgmänner, den Tiergarten, die Höfe und die Mühlen im Kirchspiel bis hin zur Einführung der Elektrizität. Auch die Entwicklung Wolbecks zum Kurort, die Entstehung der Karnevalsgesellschaft ZiBoMo sowie die Ursprünge der einzelnen Schulen werden behandelt, wobei zahlreiche Skizzen des Autors das Werk auflockern. Zahlreiche Informationen, aber auch witzige Einzelheiten und Anekdoten stecken in dem Material, das der ehemalige Verkehrsdirektor in den Blättern zusammentragen hatte, die nach Fertigstellung für ein paar Pfennige in Wolbecker Geschäften verteilt wurden.

Karrengarn schätzt am neuen Werk vor allem das Kapitel „Die Wirren von Wolbeck“, in denen der Streit der Bruderschaften mit den Wolbecker Pastören Klüsener und Homann zu heftigen Reaktionen auf beiden Seiten führte. Leifert empfiehlt die vier Kapitel über das Handwerk im Ort, über Bäcker und die erste Stube zum Kaffeetrinken, über Holzschuhmacher, Schmiede und Zimmerer. Der Anhang der Neuauflage enthält außerdem zahlreiche farbige Skizzen von Wolbeck-Motiven aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Sie stammen aus der Wolbeck-Chronik von Ferdinand Zumbusch von 1902.

Erhältlich ist das Buch für 15 Euro (nach vorheriger telefonischer Anmeldung) bei Josef Leifert, Von-Holte-Straße 64 ( 0 25 06/78 70) und Bernhard Karrengarn, Grenkuhlenweg 17f ( 0 25 06/26 92) sowie im „Buchfink“, Münsterstraße 11, in „Der kleine Bilderladen“, Münsterstraße 29, und in der „Leseboutique Zumegen“, Münsterstraße 26 C.

 

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