Moderne Konzeption am Rand des Baugebiets Petersheide/Am Steintor
Grüne Wand soll Lärm schlucken

Münster-Wolbeck -

Noch wirkt die Lärmschutzwand kahl. Dies soll jedoch bald anders werden.

Freitag, 24.04.2020, 15:35 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 12:56 Uhr
Noch wirkt die Lärmschutzwand sehr kahl. Ihr Inneres besteht jedoch aus Erde, und demnächst wird sie ringsherum mit Grünpflanzen bestückt, wodurch sie optisch aufgewertet werden soll.
Noch wirkt die Lärmschutzwand sehr kahl. Ihr Inneres besteht jedoch aus Erde, und demnächst wird sie ringsherum mit Grünpflanzen bestückt, wodurch sie optisch aufgewertet werden soll. Foto: isa

„Mir tun die Anwohner leid, die jetzt auf die hohe Wand blicken“, sagt eine Passantin, als sie am Rad des Baugebiets Petersheide/Am Steintor vorbeigeht. Tatsächlich entsteht hier, in Sichtweite des alten Bahnhofs Wolbeck, gerade eine sehr technisch wirkende, übermannshohe Metallkonstruktion. Diese soll die Anwohner des Neubaugebiets vor dem Lärm schützen, der von der angrenzenden Straße und dem Schienenstrang ausgeht. „Der Eindruck wird sich verbessern, wenn die Arbeiten endgültig fertiggestellt sind“, erklärt Ansgar Pohlmann auf Anfrage unserer Zeitung. Er ist Geschäftsführer der Glandorfer Firma Gründker, die hier im Süden Wolbecks ein Baugebiet mit etwa 240 Wohneinheiten realisiert.

Zum Hintergrund: Von Anfang an hat der Bebauungsplan der Stadt Münster am nordöstlichen Rand der Bebauung eine Lärmschutzwand vorgeschrieben. Vor allem der Schienenverkehr soll dadurch abgeschirmt werden, der erwartet wird, wenn die WLE (Westfälische Landeseisenbahn) auch in diesem Bereich reaktiviert wird.

„Auch die genaue Höhe des Lärmschutzes ist im Bebauungsplan vorgeschrieben“, erläutert Pohlmann. Sie betrage zwischen drei bis etwas über vier Meter, fügt er hinzu. Die Höhe richte sich nach dem Normal-Null-Punkt, sprich nach der Höhe des Geländes über dem Meeresspiegel. Da der Bereich in der Mitte der Lärmschutzwand durch einen kleinen Hügel etwas erhöht liege, sei die Wand in diesem Bereich entsprechend niedriger.

Er selbst sei etwas überrascht, wie massiv die Konstruktion zum jetzigen Zeitpunkt wirke, räumt Pohlmann ein. Allerdings sei er zuversichtlich, dass sich ein anderer Eindruck einstellen werde, sobald die Arbeiten fertig gestellt sind. Das Geheimnis ist das Konzept der „Begrünten Wand“. Dahinter verbirgt sich eine trapezförmige, nach oben sich verjüngende Drahtgeflecht-Grundlage, die zunächst mit Erde aufgefüllt wird. Zum Schluss wird das Ganze von außen komplett mit Grünpflanzen bestückt, die ein harmonische Bild abgeben würden, so Pohlmann. Um das Bild abzurunden, würden in gewissen Abständen gliedernde Betonelemente eingefügt und anschließend mit Klinkerriemchen verkleidet. So würde sich das Objekt in gewisser Weise an an die im Münsterland übliche Bebauung anlehnen.

Aber die „Grüne Wand“ habe nicht nur optische Vorteile, fügt der Baufachmann hinzu. Auch lärmtechnisch sei sie einer normalen Steinwand um vieles überlegen. „Sie absorbiert nämlich störende Geräusche, anstatt den Schall zurückzuwerfen“, erläutert Pohlmann. Außerdem würde nicht nur der zu erwartende externe Lärm durch PKW auf der Straße Am Steintor und durch Schienenfahrzeuge abgemildert. „Auch Autokrach, der innerhalb des Baugebiets entsteht, wird zu einem großen Teil geschluckt.“

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