Stadtplanung in Corona-Zeiten
Bürgerbeteiligung wird flexibler und digitaler

Münster -

Wenn es um eine Veränderung eines Bebauungsplans geht, sind die Bürger gefragt, sich zu beteiligen. In Corona-Zeiten ist das allerdings nur mit anderen Formaten möglich. Unter anderem für den Neubau eines Lebensmittel- und des Getränkemarktes in Wolbeck gelten jetzt die neuen Regeln.

Donnerstag, 14.05.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 14:13 Uhr
Stadtplanung in Corona-Zeiten: Bürgerbeteiligung wird flexibler und digitaler
Zurzeit sind Lebensmittel- und Getränkemarkt in zwei verschiedenen Gebäuden untergebracht. Dies soll künftig anders werden. Foto: isa

Die Corona-Lage nimmt Einfluss auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Auch die Stadtplanung steht laut einer Mitteilung der Stadt aktuell vor der Aufgabe,  Abläufe und Prozesse anzupassen.

Insbesondere die Bürgerversammlungen, in denen die Stadtplaner frühzeitig über Städtebauprojekte und Verfahren aus der Bauleitplanung informieren, können derzeit nicht in gewohnter Form stattfinden. Die Versammlungs-und Kontaktbeschränkungen lassen das nicht zu.

Individuelle Gesprächsangebote

"An dem Selbstverständnis der Stadt Münster, die Bürger von Anfang an einzubinden, halten wir natürlich auch in Corona-Zeiten fest", erläutert Stadtbaurat Robin Denstorff. "Also setzen wir verstärkt auf individuelle Beratungs- und Gesprächsangebote sowie neue digitale Formate."

Das Informationsangebot im Internet ( www.stadt-muenster.de/stadtplanung ) sollen zum Beispiel moderierte Online-Foren und erläuternde Videos ergänzen. Begleitende Aushänge von Planunterlagen können unter Einhaltung der Hygieneregeln in gewohnter Form im Stadthaus 3 stattfinden.

Mit neuen Formaten ergeben sich auch neue Chancen, Bevölkerungsgruppen zu erreichen.

Stadtbaurat Robin Denstorff

Wichtig ist dem Stadtbaurat, dass die neuen Instrumente auch langfristig das Repertoire der Bürgerbeteiligung ergänzen: "Mit einer individuell angepassten Ansprache auf digitalen Wegen werden wir flexibler. Mit neuen Formaten ergeben sich auch neue Chancen, Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die den Einladungen zu Bürgerversammlungen bisher nicht gefolgt sind."

Die an die Corona-Lage angepasste Planung wird jetzt auch für die Neuaufstellung des Bebauungsplans in Wolbeck verwendet. Die Stadt Münster plant zusammen mit dem Investor K+K (Klaas und Kock) die beiden Gebäude des Lebensmittel- und des Getränkemarktes an der Münsterstraße abzureißen und durch einen großflächigen Neubau zu ersetzen. Da der bisherige Bebauungsplan dies nicht zulässt, ist die Neuaufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für den Bereich Münsterstraße / Middelerstraße erforderlich. 

Über das aktuelle Planungsverfahren können sich Bürger ab Montag (18. Mai) in Münsters Stadtnetz unter www.stadt-muenster.de/stadtplanung informieren. Für Rückfragen und Anregungen zur Planung steht Silja Köttgen telefonisch (Tel. 02 51/4 92- 12 33) oder per Mail (köttgen@stadt-muenster.de) zur Verfügung.

Die Planungsunterlagen sind bis zum 5. Juni auch im Kundenzentrum des Stadthauses 3, Albersloher Weg 33 (Montag bis Mittwoch: 8 bis 16 Uhr, Donnerstag: 8 bis 18 Uhr, Freitag: 8 bis 13 Uhr) einsehbar. Interessierte Bürger sind eingeladen, sich nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung (Tel. 02 51/4 92-61 95) einen Überblick über die Planung zu verschaffen.

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