An der Zumbuschstraße herrscht nun die Ruhe der warmen Jahreszeit
Der Holzplatz ist wie leer gefegt

Münster-wolbeck -

Die letzten Stämme werden abtransportiert

Dienstag, 19.05.2020, 17:58 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 19:00 Uhr
Scheinbar mühelos wird einer der letzten fünf Tonnen schweren Stämme auf den Laster gehoben.
Scheinbar mühelos wird einer der letzten fünf Tonnen schweren Stämme auf den Laster gehoben. Foto: isa

Noch vor Kurzem prägten mächtige Stämme den Holzplatz an der Zumbuschstraße in Wolbeck. Bis auf wenige Exemplare wirkt er inzwischen wie leer gefegt. Mancher Spaziergänger fragt sich, welchen Regeln dieser Kreislauf von Bestücken und Abräumen der riesigen Holzvorräte folgt. Antwort geben kann Ulrich Borkes aus Anholt.

Er ist in der aktuellen Saison einer der letzten, der die von ihm ersteigerten Hölzer abholt. Borkes betreibt in Anholt im Kreis Borken einen Holzhandel und ein kleines Sägewerk. Wie in den Vorjahren hat er an der Holzversteigerung in Frenkings Hof in Appelhülsen teilgenommen, die diesmal am 14. Februar stattfand, gerade noch rechtzeitig vor der Corona-Krise.

Bei der Versteigerung werden teilweise sehr hochwertige Hölzer aus dem ganzen Münsterland, aber auch aus dem Ruhrgebiet und Teilen des Sauerlandes angeboten. Alle Stämme, die in Appelhülsen unter den Hammer kommen, wurden Ende des vergangenen Jahres nach Wolbeck gebracht und waren dort monatelang auf dem Holzplatz zu begutachten. „Die Katze im Sack“ musste niemand kaufen. Auch Ulrich Borkes hatte sich vorab in Wolbeck informiert. Er ist seit rund 35 Jahren „Stammkunde“ bei der Versteigerung in Appelhülsen, da er die Qualität des Angebots und die Atmosphäre vor Ort schätzt: „Man trifft immer alte Bekannte“.

Diesmal sei das Angebot nicht ganz so groß gewesen, erinnert er sich. Viele Waldbesitzer seien zu intensiv mit Maßnahmen gegen den Borkenkäfer und andere Schädlingen beschäftigt gewesen. Borkes hat diesmal nur drei mächtige Eichenstämme ersteigert – das Stück bis zu fünf Tonnen schwer – , die er nun von einem Fuhrunternehmen abtransportieren lässt.

Wie Borkes haben auch die anderen neuen Eigentümer ihre ersteigerten Hölzer nach und nach abgeholt. „Insgesamt waren 171 Stämme im Angebot, hauptsächlich Eichen, aber auch wertvolle Buntlaubhölzer wie Kirsche, Walnuss oder Ulme“, weiß Jörn Stanke vom Landesbetrieb Wald und Holz. Er ist Revierförster für den Bereich Münster, die Betreuung des Wolbecker Lagers gehört zu seinen Aufgaben. Jetzt komme die stille Zeit, erklärt er.

Aber auch der Sommer hat seinen Reiz. Der Bereich wird extensiv gepflegt und erst spät gemäht. Vorerst beherrschen Wildblumen, Schmetterlinge und andere Insekten das Bild. Solange, bis der Holzplatz wieder für die nächste Holzsaison hergerichtet wird. Damit im Spätherbst wieder die ersten neuen Stämme angeliefert werden können.

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