Der Wolbecker Verein „Kultur vor Ort“ wird 20. Jahre alt – Geburtstagsfeier muss wegen Corona ausfallen
20 Jahre Klassik, Kabarett und tolle Atmosphäre

Münster-Wolbeck -

Wegen der Corona-Pandemie muss die Feier ausfallen. Dennoch blickt der Verein optimistisch in die Zukunft

Mittwoch, 20.05.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 10:48 Uhr
Hans Rath (v.l.), Rolf Müller und Peter van Bever präsentieren Plakate, die von der Vielfalt der Veranstaltungen des Vereins „Kultur vor Ort“ künden. Im Herbst soll das Programm fortgesetzt werden.
Hans Rath (v.l.), Rolf Müller und Peter van Bever präsentieren Plakate, die von der Vielfalt der Veranstaltungen des Vereins „Kultur vor Ort“ künden. Im Herbst soll das Programm fortgesetzt werden. Foto: isa

Die Wehmut ist den Vorstandsmitgliedern anzumerken: „Wir hatten zum 22. Mai ein tolles Fest geplant, mit mehreren Kapellen, mit verschiedenen Programmpunkten und viel Musik“, erklärt Rolf Müller . Und der stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Kultur vor Ort“ fügt hinzu: „Oberbürgermeister Markus Lewe hatte uns schon ein Grußwort zugesagt.“ Doch wie so viele Veranstaltungen muss auch die Feier zum 20. Geburtstag der Wolbecker Kultureinrichtung ausfallen: „Wegen der Corona-Krise haben wir das Fest abgesagt“, bedauern auch Schriftführer Hans Rath und Schatzmeister Peter van Bevern.

Dennoch: Pessimismus soll nicht aufkommen. Man habe schon viele Höhen und Tiefen erlebt und werde verstärkt auf die Zukunft bauen, so die einhellige Meinung. In diesem Sinne hat der Verein bereits die kommenden Termine im Groben festgezurrt: „Petticoat und Pomade – eine Show der 1950er und 1960er Jahre“ soll noch im Herbst über die Bühne laufen. Auch ein Weihnachtskonzert ist in Planung.

Angefangen hatte alles am 22. Mai 2000: Als „Förderkreis Drostenhof“ war der Verein auf Initiative des Direktors des Westpreußischen Landesmuseums, Dr. Lothar Hyss, zusammen mit Dr. Reinhard und Inge Sappok, Dr. Horst-Theodor Johann und Franz-Pius Graf von Merveldt aus der Taufe gehoben worden.

Von Anfang an prägten abwechslungsreiche Veranstaltungen das Programm: Rezitationen wechselten mit klassischen Konzerten ab, Kabarettdarbietungen mit Vorträgen, Comedyshows mit Lesungen. Dazu kamen Ausstellungen, etwa aus dem Nachlass des Heimatdichters Tönne Vormann und von lokalen Künstlern. Dank der Unterstützung der Bevölkerung und einer Reihe von Sponsoren konnte schließlich ein Konzertflügel der Marke Steinway-Boston angeschafft werden. Unvergessen sind die zahlreichen Sommerfeste mit Folkloregruppen aus aller Welt, die mit Hilfe vieler engagierter Wolbecker organisiert wurden. Zum besonderen Ambiente der Kulturangebote trug wesentlich der Vorstellungsort bei: Die Veranstaltungen fanden im Rittersaal des historischen Drostenhofs statt, damals Bestandteil des Museums.

Im Jahr 2012 kam der Bruch: Das Westpreußische Landesmuseum zog von Wolbeck nach Warendorf um, die Veranstaltungen konnten nicht mehr im Drostenhof stattfinden. Der Verein hatte keine Bleibe mehr, der Name „Förderkreis Drostenhof“ war obsolet, die Satzung musste geändert werden. Die Überlegung „Machen wir überhaupt weiter?“, stand im Raum, erinnert sich Rolf Müller. Man machte weiter.

Das schwierigste Problem war die Raumfrage: „Wo sollen wir hin?“ Verschiedene Lösungen wurden diskutiert und wieder verworfen: Die Galerie „Rudifredlinke“ etwa, die Aula der Gartenbauschule oder Räumlichkeiten im Classical-Service-Center. „Zu groß, nicht barrierefrei oder aus anderen Gründen nicht geeignet“, waren die niederschmetternden Prüfergebnisse. Bis der neue Vorstand um Raymund Droste zu Senden, Dieter Alke, Karlheinz Kleintje und Rolf Müller zusammen mit der damaligen Pfarrerin Helga Wemhöner eine Lösung fand, die bis heute Bestand hat: Der Verein – jetzt mit dem neun Namen „Kultur vor Ort“ – zog in die evangelische Kirche an der Dirk-von-Merveldt-Straße um. „Wir wurden herzlich empfangen und fühlen uns bis heute sehr wohl in den Räumlichkeiten“, so Müller.

Besonders schwärmt er von der variablen Bühne. Gemeinsam mit der ersten weiblichen Vorsitzenden Heidemarie Markenbeck, die Ende 2019 zurücktrat, wurde weiterhin ein hochkarätiges Programm zusammengestellt, das die Wolbecker bis heute schätzen. Ebenso wie die Atmosphäre, zu der auch anregende Gespräche und ein Glas Wein in der Pause gehören. „Wir hoffen sobald wie möglich wieder starten zu können“, so der Vorstand. „Auch wir freuen uns darauf.“

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