SPD kritisiert neue Beschlüsse zur Wolbecker Schullandschaft
Neue Grundschule schon zu klein

Münster-Wolbeck -

Die neue Grundschule Wolbeck-Nord hat erst im August des vergangenen Jahres am Grenkuhlenweg den Betrieb aufgenommen und ist schon jetzt zu klein. Sie soll um ein weiteres Stockwerk erweitert werden. Was ziemlich unglaublich klingt, ist tatsächlich der Inhalt eines neuen Beschlusspapiers der Stadtverwaltung Münster.

Montag, 08.06.2020, 16:56 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 18:50 Uhr
Sandra Beer und (mit Abstand dahinter) Dr. Michael Jung vor dem Schulzentrum Wolbeck: Sie fordern einen größeren Ausbau als derzeit geplant.
Sandra Beer und (mit Abstand dahinter) Dr. Michael Jung vor dem Schulzentrum Wolbeck: Sie fordern einen größeren Ausbau als derzeit geplant. Foto: mlü

 

Am 24. Juni entscheidet der Rat über die Maßnahme. Hintergrund ist die weiter steigende Bevölkerungsentwicklung in Wolbeck und die Frage, ob die Nikolaischule Wolbeck im Ortskern überhaupt noch weiter im Bestand ausgebaut werden kann.

Denn bereits bei den Planungen für ein dringend benötigtes Raumprogramm in der Ganztagesbetreuung gibt es Probleme: Das Grundstück ist derart ungünstig geschnitten, dass die Baufahrzeuge nicht zur Baustelle fahren könnten. Vorne stehen die Schulgebäude im Weg, von hinten führt kein Straße an das mögliche Baufeld heran. Für die Grundschule Wolbeck-Nord dagegen wurde bereits im Architekten-Wettbewerb eine Erweiterung mitgedacht: Die Pläne haben eine optionale Erweiterung zur Drei-Zügigkeit mitgedacht. Rund 1,9 Millionen Euro würde das neue Stockwerk dennoch kosten.

Für die SPD ein Unding: „So kann man natürlich besonders teuer planen“, kritisiert insbesondere der Oberbürgermeister-Kandidat Dr. Michael Jung den Vorgang. Die Grundschule Wolbeck-Nord hätte besser von Anfang an größer gebaut werden sollen. Alleine schon, um die jetzt neu entstehenden 120 000 Euro Planungskosten zu vermeiden.

Aus seiner Sicht kein Einzelfall. In einem Rundumschlag bemängelt Jung: Es sei „derzeit symptomatisch für die aktuelle Verwaltung“, dass „nur für den Augenblick“ statt langfristig geplant werde. Mit Blick auf die Schullandschaft sieht er Parallelen am Schulzentrum Wolbeck. Auch dort werde lediglich „auf Sicht“ gefahren. „Gleichzeitig zur Erweiterung der Grundschule Wolbeck-Nord gibt es eine Ratsvorlage in der aktuellen Beratungskette, die eine Erweiterung des Schulzentrums Wolbeck auf elf Züge vorsieht.“ Das decke jedoch gerade einmal den aktuellen Bedarf ab – nicht den Mehrbedarf, der sich an den Grundschulen, durch G9 und das Bevölkerungswachstum, auch in den umliegenden Gemeinden, abzeichnet.

Die SPD-Ratskandidatin Sandra Beer befürchtet, dass sich mit den derzeitigen Planungen weitere Provisorien (also neue Containerklassen) nicht vermeiden lassen. „So wie die Erweiterung des Schulzentrums jetzt geplant wird, stehen wir in drei Jahren wieder da, wo wir jetzt sind“, mahnt Jung einen größeren Ausbau des Schulzentrums an. „Denn mit Provisorien wird langfristig viel mehr Geld verbrannt.“

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