Anlieger der Hiltruper Straße leiden erneut an den Folgen einer Baustelle
„Jetzt geht es wieder los“

Münster-Wolbeck -

Über zwei Jahre litten die Wolbecker unter einer Großbaustelle. Erst im vergangenen Sommer kehrte Ruhe ein. „Jetzt geht es wieder los“, kritisiert Anliegerin Martina Deux.

Dienstag, 09.06.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 16:40 Uhr
Martina Deux leidet erneut an der Basutelle an der Hiltruper Straße.
Martina Deux leidet erneut an der Basutelle an der Hiltruper Straße. Foto: isa

Über zwei Jahre litten die Wolbecker unter einer Großbaustelle. Erst im vergangenen Sommer kehrte Ruhe ein. „Jetzt geht es wieder los“, kritisiert Anliegerin Martina Deux . Die Ergotherapeutin betreibt ihre Praxis an der Hiltruper Straße 7, und direkt vor ihrer Tür wurden erneut Warnbaken und Sperrschilder aufgebaut. „Wieder müssen meine Patienten, meine Mitarbeiter und ich monatelang Umwege in Kauf nehmen“, klagt sie. Außerdem beobachte sie häufig Gefahrensituationen durch die Verkehrsführung.

Zum Hintergrund: Sperrungen, Lärm, Staub und Umleitungen belasteten zwischen 2017 und 2019 die Bürger im Wolbecker Ortskern. Über zwei Jahre dauerte die Errichtung eines zentralen Kreisverkehrs und die Neugestaltung des Marktplatzes. Viele Gewerbetreibende klagten über starke Einkommenseinbußen.

Nun ist erneut eine Baustelle eingerichtet. Der Energieversorger Münster-Netz verlegt in der Hiltruper Straße zwischen Bahngleisen und Berler Kamp Gas- und Wasserleitungen. Außerdem erneuert das Tiefbauamt den Mischwasserkanal. Etwa zehn Monate lang ist mit Behinderungen zu rechnen.

Für die gesamte Zeit ist geplant, den wenige hundert Meter langen Bauabschnitt zur Einbahnstraße zu machen. Fahrzeuge in Richtung Marktplatz können passieren, in Gegenrichtung ist eine Umleitung über die Umgehungsstraße eingerichtet. Radfahrer werden vom Kreisverkehr ausgehend über die Straße Am Steintor geschickt.

Hier setzt Martina Deux an: „Viele Patienten sind verunsichert“, sagt sie. Manche glauben aufgrund der Beschilderung, die gesamte Hiltruper Straße sei gesperrt. Andere müssten große Umwege in Kauf nehmen, um zu ihrer Praxis zu gelangen. Dies sei um so komplizierter, als viele nur eingeschränkt mobil seien. Auch sie selbst und ihr Team bräuchten wegen der Umleitung sehr viel länger für Hausbesuche, was sich natürlich erneut auf ihre Einnahmen niederschlage. Allein jeder Weg zum Briefkasten auf dem Rewe-Mark-Gelände dauere inzwischen eine Viertelstunde zu Fuß statt weniger Minuten mit dem Rad. Unverständlich sei ihr auch, dass Fußgängern auf dem Gehweg vor der benachbarten Pizzeria und des Friseurs der Durchgang verwehrt werde.

Vor allem was die Radfahrer betrifft, komme es außerdem immer wieder zu brenzligen Situationen: „Viele wollen den Umweg nicht in Kauf nehmen“, hat Martina Deux beobachtet. Trotz der Verbotsschilder führen sie über den für sie gesperrten Gehweg und kämen Fußgängern wie entgegen kommenden Autos bedrohlich nahe.

Maria Koordt vom Tiefbauamt der Stadt kennt die Problematik. Aufwendige Dichtigkeitsprüfungen der Gas- und Wasserleitungen und weitere Untersuchungen seien jedoch wichtig für die Gesundheit der Bürger und dauerten ihre Zeit. Man bemühe sich, die Belastungen so gering und so kurz wie möglich zu halten.

Die Erlaubnis, Radler entgegen der Fahrtrichtung über den Gehweg fahren zu lassen, könne man leider nicht gegeben, bedauert Koordt­. Dazu sei der Gehweg zu schmal. „Es treffen hier schon Fußgängerströme aus zwei Richtungen, teilweise mit Kinderwagen oder Rollatoren, aufeinander.“ Es sei jedoch nicht verboten, das Rad auf dem Gehweg – langsam – zu schieben.

Fußgänger vom Kreisverkehr in Richtung Lidl-Markt leite man aus Sicherheitsgründen sofort am Kreisverkehr über den Zebrastreifen an die rechte Seite. Würden sie zunächst den Gehweg vor der Pizzeria benutzen, hätte dies zur Folge, dass sie die Fahrbahn später an gefährlicher Stelle direkt vor den Baustellenbaken kreuzen würden.

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