Muss die neue Grundschule Wolbeck-Nord wirklich schon erweitert werden?
Vom Hoffen und Planen

Münster-Wolbeck -

Die Bezirksvertretung Südost hat den Plänen der Stadtverwaltung Südost zugestimmt, das Gebäude um einen Klassenzug zu erweitern. Hinter den Kulissen wird allerdings an einer anderen Lösung gearbeitet.

Freitag, 19.06.2020, 17:12 Uhr
Die Rückseite der Grundschule Wolbeck-Nord: Die Bezirksvertretung Südost hat den Plänen der Stadtverwaltung zugestimmt, das Gebäude um einen Klassenzug zu erweitern. Hinter den Kulissen wird allerdings an einer weiteren Lösung gearbeitet.
Die Rückseite der Grundschule Wolbeck-Nord: Die Bezirksvertretung Südost hat den Plänen der Stadtverwaltung zugestimmt, das Gebäude um einen Klassenzug zu erweitern. Hinter den Kulissen wird allerdings an einer weiteren Lösung gearbeitet. Foto: mlü

Eine Zeitreise in den August 2019. Wenige Tage bevor die neue Grundschule Wolbeck-Nord eröffnet wird, legen Handwerker und Bauarbeiter letzte Hand an. Überall wird konzentriert gearbeitet. Vom damaligen Bauleiter ist zu erfahren: Sollte sich in den nächsten Jahren ein Bedarf nach Dreizügigkeit abzeichnen, wäre das kein Problem. Das Aufstocken um eine weitere Etage hätten die Planer bereits kalkuliert. Doch unter der Hand wird gewarnt. Sinngemäß heißt es auf der Baustelle: „Ja klar könne man ein Stockwerk aufsatteln.“ Aber im laufenden Schulbetrieb? „Gut, dass wir das nicht mehr machen müssen.“ Gut, dass das noch ein paar Jahre Zeit hat.

Von wegen. Nicht einmal zehn Monate sind seit der Eröffnung der Schule vergangen und schon liegt ein Verwaltungspapier auf dem Tisch, das genau diese Erweiterung dringend notwendig erscheinen lässt. Das letzte Wort scheint in dieser Sache allerdings noch nicht gesprochen.

Doch von Anfang an: Derzeit können die beiden Grundschulen in Wolbeck fünf Eingangsklassen anbieten. Benötigt werden mit Blick auf die aktuelle Bevölkerungsentwicklung jedoch künftig sieben Eingangsklassen. Der Plan der Stadtverwaltung sieht deswegen vor, dass die Grundschule Wolbeck-Nord von zwei auf drei Züge und die Nikolaischule von drei auf auf vier Züge aufgestockt werden soll.

Bauchschmerzen haben damit alle Beteiligten: Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung tadelt die Stadtverwaltung und ihre Führung dafür, dass in Wolbeck-Nord nicht von Anfang an größer gebaut wurde. Die CDU versteht nicht, warum nicht stattdessen die Nikolaischule um zwei Züge erweitert werden kann. Dort sei die Priorität höher, weil das Baugebiet Petersheide vor der Tür liegt und bereits jetzt Räume fehlen.

Trotz dieser ganzen Bedenken hat die Bezirksvertretung Südost in ihrer zurückliegenden Sitzung nun allerdings den Erweiterungsplänen der Stadtverwaltung zugestimmt. Wie passt das zusammen? Martin Peitzmeier von der CDU Wolbeck sagt: „Wir sind damit nicht gerade glücklich.“ Ein Votum gegen das Vorhaben hätte seiner Ansicht nach allerdings bedeutet, dass weiter wertvolle Zeit verstreicht. Am Ende hätte Wolbeck womöglich ohne ausreichende Grundschulkapazitäten dagestanden. „Wir wollten einen Stillstand vermeiden. Wir hoffen aber, dass es noch zu einer anderen Lösung kommt. Es laufen unterschiedliche Gespräche.“

Gemeint ist die Erweiterung der Nikolaischule um zwei Züge, die nach aktuellem Stand am unzugänglichen Baufeld scheitert. Peitzmeier könnte sich vorstellen, die Turnhalle abzureißen und im hinteren Grundstücksbereich auf der Wiese neu aufzubauen. Hinter den Kulissen finden allerdings auch Gespräche mit den umliegenden Grundstückseigentümern statt, um vielleicht eine Baustraße einrichten zu können.

So oder so muss etwas passieren, pflichtet die Vorsitzende der CDU Wolbeck, Petra Hensel-Stolz, bei. „Die Zustände an der Nikolaischule sind katastrophal.“ Die Schülerinnen und Schüler müssen in Schichten zum Essen gehen. „Das Lehrerzimmer ist aus Raumnot zu einem Multifunktionsraum geworden, in dem Schülerberatung stattfindet und der Therapiehund seine Ecke hat.“

Die Schulpflegschaft der Grundschule Wolbeck-Nord hat sich in Sachen Erweiterung noch nicht positioniert: Bedingt durch die Corona-Krise standen andere Dinge im Vordergrund. Nächste Woche findet nun allerdings eine Dringlichkeitssitzung statt, berichtet der Vorsitzende der Schulpflegschaft, Jens Terbrack.

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