Unfallpräventionstag am Gymnasium Wolbeck
Helm auf? Aber sicher!

Münster-Wolbeck -

So gut wie jeder Schüler hat eine Schutzhülle für sein Handy. Deutlich weniger setzen aber einen Fahrradhelm auf. Thematisiert wurde das bei einem großangelegten Unfallpräventionstag am Gymnasium Wolbeck. Und am Ende gab es für einen Schüler sogar eine große Überraschung.

Freitag, 18.09.2020, 15:22 Uhr
Stuhlkreis mit der Polizei Münster: Die Beamten fragten nach den Schulwegen und wiesen auf unterschätzte Gefahren hin.
Stuhlkreis mit der Polizei Münster: Die Beamten fragten nach den Schulwegen und wiesen auf unterschätzte Gefahren hin. Foto: mlü

Jetzt einmal Hand aufs Herz: „Wer von euch trägt beim Fahrradfahren keinen Helm?“, fragt Gertrud Wietholt von der Kinderneurologie-Hilfe Münster. Knapp ein Fünftel der Klasse zeigt auf. Andere Frage: „Wer von euch hat eine Schutzhülle oder ein kratzfestes Glas für sein Handy?“ Alle Jugendlichen zeigen auf. Da stimmt doch etwas nicht. Sollte das eigene Gehirn nicht mindestens genauso wichtig sein, wie die teure Smartphone-Technik?

Mit einem großangelegten Unfallpräventionstag für die siebten Klassen hat das Gymnasium Wolbeck für genau solche Fragen sensibilisiert. Beteiligt waren neben der Kinderneurologie-Hilfe die Verkehrswacht und die Polizei Münster. Das Konzept ist bewährt – es findet, wegen Corona leicht abgewandelt, bereits zum vierten Mal Anwendung.

„An unserer Schule ist Unfallprävention ein großes Thema“, betont Schulleiterin Edith Verweyen-Hackmann. Schließlich habe das Gymnasium zuletzt 2018 den Wettbewerb „Gute gesunde Schule“ der Unfallkasse NRW gewonnen.

Aber was ist nun mit dem Fahrradhelm? Gertrud Wietholt hakt nach, warum einige Schülerinnen und Schüler gegen besseren Wissens auf einen Kopfschutz verzichten. Er wisse ja selbst, dass das keine gute Antwort ist, sagt ein Schüler, aber es liege an der Frisur. Der Helm mache sie kaputt. Gertrud Wietholt empfiehlt, sich einfach etwas Haargel mit in die Schule zu nehmen, um die Frisur wieder zu richten. Neuerdings gibt es eine High-Tech-Lösung: Fahrradairbags. „Ja, die funktionieren sehr gut“, kann Gertrud Wietholt bestätigen. Aber sie sind eben auch sehr teuer.

Im nächsten Klassenraum geht es um den Schilderwald. Was bedeuten noch einmal diese oder jene Schilder? Eine Präsentation klärt auf. In Münster gibt es eine Besonderheit: Manchmal dürfen Radfahrer von beiden Seiten in eine Einbahnstraßen einfahren, ein Zusatzschild zeigt es an.

Als Christoph Becker und Klaus Bohlmann von der Verkehrswacht Münster mitbekommen, dass ein Schüler keinen Fahrradhelm hat, weil seine Eltern sich das nicht leisten können, reagieren sie schnell: Sie schenken ihm einen Helm.

Eine wichtige Botschaft hat die Polizei Münster noch: „Ihr seid jetzt in dem Alter, in dem ihr auch eine Vorbildfunktion für die Jüngeren habt!“

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