Viertklässlerin infiziert
Grundschulklasse nach Coronafall in Quarantäne

Münster-Wolbeck -

Eine Viertklässlerin aus Münster hat sich offenbar bei einer privaten Feier mit dem Coronavirus angesteckt. 27 Schüler und Schülerinnen sowie vier Lehrerinnen der Nikolaischule in Wolbeck befinden sich jetzt in Quarantäne.

Montag, 21.09.2020, 14:12 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 17:42 Uhr
In der Wolbecker Nikolaischule wurde ein Viertklässler positiv auf das Corona-Virus getestet. Daher befinden sich die 26 Mitschüler und Mitschülerinnen sowie vier Lehrerinnen nun in Quarantäne.
In der Wolbecker Nikolaischule wurde ein Viertklässler positiv auf das Corona-Virus getestet. Daher befinden sich die 26 Mitschüler und Mitschülerinnen sowie vier Lehrerinnen nun in Quarantäne. Foto: isa

Das Telefon von Rektor Martin Nielebock steht am Montagmorgen nicht still. Der Grund: An der Wolbecker Nikolai-Grundschule ist ein Corona-Fall aufgetreten, und es gibt viel zu organisieren. Viele besorgte Eltern möchten wissen, wie der Stand der Dinge ist. „Ja, wir haben einen bestätigten Fall eines Kindes in einer vierten Klasse“, erklärt Nielebock auf Anfrage unserer Zeitung.  „Die gesamte Klasse sowie vier Lehrerinnen befinden sich deshalb inzwischen in Quarantäne.“

Offenbar bei privater Feier angesteckt

Das betroffene Kind hatte sich mit dem Virus offenbar bei einer privaten Feier angesteckt. Im Nachhinein hatte sich herausgestellt, dass einer der Gäste Covid-19-positiv war. Daraufhin ließen die Eltern ihr Kind auf das Virus hin testen, obwohl es keinerlei Symptome zeigte. Der Test bestätigte die Infektion des Kindes. Seine Eltern und seine Geschwister dagegen wurden negativ getestet.

Insgesamt gab es übers Wochenende in Münster neun Neuinfektionen mit dem Coronavirus .

Zwei Wochen lang Fernunterricht

„Wir haben daraufhin die gesamte Klasse 4 b in Quarantäne geschickt“, so Nielebock. Auch die vier Lehrerkollegen, die in der Klasse unterrichtet hatten, befänden sich nun für 14 Tage in Quarantäne. Diese Entscheidung bleibe bestehen, auch wenn sich herausstelle, dass die Lehrerinnen nicht infiziert seien, so Nielebock.

Insgesamt 27 Jungen und Mädchen besuchen die Klasse 4 b, eine von vier vierten Klassen in der Nikolaischule. „Die betroffenen Schüler und Schülerinnen werden nun zwei Wochen lang per Fernbeschulung unterrichtet“, erläutert der Grundschul-Rektor. Die entsprechenden PC-Unterlagen würden noch am Montag an die Familien verschickt.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    (Zuletzt aktualisiert am 14. August 2020)

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind eher unspezifisch. Zu den am häufigsten genannten Symptomen zählen laut Robert-Koch-Institut (RKI) Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Auch über Atemnot, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

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  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

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  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, also ein Einatmen von Erregern, die ein Erkrankter zum Beispiel beim Husten verteilt. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Doch auch, wenn nicht gehustet oder geniest wird, kann sich das Virus ausbreiten - über unsichtbare Schwebeteilchen in der Luft. Die sogenannten Aerosole sind winzige, in der Luft schwebende Partikel, die entstehen, wenn Tröpfchen fein vernebelt werden, zum Beispiel beim Sprechen und Singen.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden.

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  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage (Spannweite 1 bis 14 Tage).

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  • Was tun, wenn man Kontakt zu einer infizierten Person hatte?

    Personen, die einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges  Gesundheitsamt  wenden.

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  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Zuständig sind die Hausärzte oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (Rufnummer 116 117). Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. In Notfällen, etwa bei Atemnot, sollen sich die Betroffenen an den Notruf 112 oder eine Rettungsstelle wenden.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

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  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

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  • Was bringen Masken?

    Das Tragen einer sogenannten Alltagsmaske trägt dazu bei, andere Personen vor feinen Tröpfchen und Partikeln die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, zu schützen. Für diesen Fremdschutz durch eine Mund-Nasen-Bedeckung gibt es inzwischen erste wissenschaftliche Hinweise , aufgrund derer die WHO ihre Empfehlung zum Tragen von Masken geändert hat. Der Eigenschutz durch die Maske ist bisher wissenschaftlich nicht belegt.

    Das Robert Koch-Institut empfiehlt das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum, wenn ein Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein gewisser Anteil von Übertragungen von SARS-CoV-2 unbemerkt erfolgt. Denn schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen können Infizierte ansteckend sein.

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  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster : 0251/4921077 (Mo-Do 8-18, Fr 8-13.30)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/91191001 (Mo-Fr 8-18 Uhr) | Ansprechpartner am Bürgertelefon beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung.

    Unabhängige Patientenberatung Deutschland: 0800/0117722 | Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige GmbH. Im gesetzlichen Auftrag informiert und berät sie Ratsuchende in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen, damit diese sich im Gesundheitswesen besser zurechtfinden, informierte eigene Entscheidungen treffen und ihre Rechte wahrnehmen können.

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„Wir hoffen sehr, dass es zu keinen weiteren Fällen an der Schule kommt“

Welche Corona-Schutzmaßnahmen bestehen derweil an der Nikolaischule? Die Jungen und Mädchen in der Wolbecker Grundschule tragen, wie in den Grundschulen in NRW generell üblich, im Schulgebäude Mund- und Nasen-Schutzmasken. Das gleiche gilt auch für die Lehrer und Lehrerinnen, für Eltern, die die Schule besuchen sowie für alle weiteren Personen im Gebäude.

Auch auf dem Schulhof bestehe Maskenpflicht, erklärt der Schulleiter. Die Masken dürften erst abgenommen werden, wenn die Kinder in der Klasse ihren Platz eingenommen haben. Gehen sie zur Tafel, muss die Maske wiederum aufgesetzt werden.

„Wir hoffen sehr, dass es zu keinen weiteren Fällen an der Schule kommt“, erklärt Nielebock. Man stehe in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt Münster, bekräftigt der Schulleiter.

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