Kita-Personal in Quarantäne
Eltern kritisieren Krisenmanagement

Münster-Wolbeck -

Die Kita Am Schulzentrum in Wolbeck musste wegen Corona schließen. Zwei Tage lang tappten die Eltern im Dunkeln: Wer muss nun genau in Quarantäne, wie lange bleibt die Kita geschlossen? Jetzt gibt es Antworten.

Dienstag, 06.10.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 17:50 Uhr
Die städtische Kita Am Schulzentrum befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Schulkomplex.
Die städtische Kita Am Schulzentrum befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Schulkomplex. Foto: isa

Seit am Sonntag zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hat die Kita Am Schulzentrum Wolbeck geschlossen . Viele betroffene Eltern sind stocksauer, weil sie erst am späten Dienstagnachmittag eine Nachricht von der Stadtverwaltung bekommen haben, wie es jetzt weitergeht.

Wann öffnet die Kita wieder? Welche Kinder müssen in Quarantäne oder einen Corona-Test machen? Zwei Tage lang tappten die Eltern im Dunkeln. „Was nun mit unseren Kindern ist, erfahren wir nur über Hörensagen und Nachfragen beim Gesundheitsamt“, meldet sich eine Mutter bei unserer Zeitung. Sie sagt: „Das Krisenmanagement ist eine Katastrophe“ und „Wir Eltern haben das Gefühl, dass die Schulen bei der Kontaktverfolgung bevorzugt werden."

Probleme für Berufstätige

Problematisch war die Situation am vergangenen Montag und Dienstag vor allem für Berufstätige. Wenn ein Kind in Quarantäne muss, weil es als Kontaktperson ersten Grades eingestuft wurde, dann ist die Sache klar. Wenn die gesamte Kita wegen Corona geschlossen ist, reagieren viele Arbeitgeber verunsichert: „Du brauchst erst gar nicht zur Arbeit kommen“, wurde einem Elternteil beispielsweise am Telefon gesagt, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht feststand, wer nun eigentlich unter Quarantäne steht.

Kita für zwei Wochen geschlossen

Mittlerweile herrscht Gewissheit: Das gesamte Kita-Personal muss geschlossen für zwei Wochen in die Quarantäne gehen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Einrichtung für diesen Zeitraum geschlossen bleibt. Die Stadtverwaltung nennt den 16. Oktober als möglichen Wiedereröffnungstag. Wenn möglich, sollen jedoch ab Donnerstag (8. Oktober) wenigstens Notgruppen eingerichtet werden – das sei jedoch abhängig vom Personal, berichtet das Presseamt der Stadt Münster.

Diese Änderungen gibt es im Herbst in NRW

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  • Ab Donnerstag gilt In NRW eine neue Corona-Schutzverordnung. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat jetzt die neuen Regeln und Maßnahmen zum Infektionsschutz vorgestellt. Ein Überblick.

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  • Fantasie-Namen werden teuer

    Laumann teilte mit, dass das Land Nordrhein-Westfalen künftig für falsche Angaben zur Person auf den Kontaktlisten in Restaurants oder Gaststätten ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro verhängt.

    Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Merkel hatten am Dienstag ein Mindestbußgeld von 50 Euro vereinbart. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte daraufhin für NRW ein höheres Bußgeld angekündigt.

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  • Weihnachtsmärkte unter Auflagen erlaubt

    Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) werden Weihnachtsmärkte durch die neue Coronaschutz-Verordnung, die ab Donnerstag gilt, unter Auflagen erlaubt.

    Voraussetzungen seien unter anderem eine Zugangssteuerung, ein Hygienekonzept und Namenslisten für Stehtische an Glühweinständen.

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  • Geschäfte dürfen in Adventszeit sonntags öffnen

    In der Adventszeit sollen Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen, wie Laumann mitteilte.

    Damit solle das Gedränge in Fußgängerzonen an den Adventssamstagen entzerrt werden. Es handele sich um eine einmalige Maßnahme in der Corona-Pandemie. Das Land wolle damit nicht den Sonntagsschutz aushöhlen. 

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  • Corona-Schnelltests 

    Das Land NRW will seine Corona-Teststrategie um Schnelltests erweitern. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte am Mittwoch, dass man ab 1. November Details nennen könne. Er selbst setze sehr stark auf die Tests, die innerhalb von 15 oder 30 Minuten ein Ergebnis brächten. Er rechne auch damit, dass die Gesetzlichen Krankenkassen Tests bezahlen werden.

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  • Zuschauer bei Fußballspielen je nach Infektionslage

    Die Entscheidung über die Genehmigung von Zuschauern bei Fußballspielen soll künftig spätestens am Tag vorher entsprechend des Infektionsgeschehens fallen, berichtet Laumann in Düsseldorf.

    Entscheidend sei zum Beispiel bei einem für Samstags angesetzten Spiel die Kennzahl vom Freitag. Ab dem Wert von 35 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen wären Zuschauer damit verboten. 

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  • Keine Maskenpflicht in Büros geplant

    Eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz in Büros und Behörden plant die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nicht. Laumann teilte mit, er sehe keinen Anlass dafür, dass es in NRW wie in Berlin allgemeine Regelungen über alle Behörden und Büros hinweg geben müsste. Corona-Infektionen am Arbeitsplatz machten nur rund sechs Prozent aller Infektionen aus. Ein größeres Risiko stellten derzeit vielmehr Feiern dar. 

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  • Private Feiern in Gaststätten ab 50 Gästen anmeldepflichtig

    Private Feiern zu herausragenden Anlässen wie Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen müssen in Nordrhein-Westfalen künftig den Behörden gemeldet werden. Das gilt nur für Feiern außerhalb des privaten Bereichs etwa in Gaststätten. Die Feiern müssten mindestens drei Werktage vorher beim örtlichen Ordnungsamt angemeldet werden. Außerdem müsse eine für die Feier verantwortliche Person benannt werden, erläuterte Laumann. Für die Veranstaltung müsse eine Gästeliste geführt werden.

    Wichtig sei zu wissen, dass die Ordnungsämter kein Genehmigungsverfahren durchführten. Es gehe vielmehr darum, dass die Ämter Kenntnis hätten, welche Feiern in der jeweiligen Kommune stattfinden und gegebenenfalls kontrollieren könnten, ob die Corona-Auflagen eingehalten würden. Unverändert gelte die Höchstgrenze von 150 Gästen für private Feiern im öffentlichen Raum.

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  • Keine generellen Alkoholverbote

    Generelle Alkoholverbote wegen Corona soll es in NRW nicht geben. Laumann sagte, er könne sich das - wenn überhaupt - bei einem „diffusen“ Infektionsgeschehen vorstellen, bei dem man den Hergang nicht nachvollziehen könne. Dann könnte man theoretisch darüber nachdenken, an einzelnen Plätzen oder Straßen an bestimmten Tagen oder Uhrzeiten über ein Alkoholverbot nachdenken.

    Die Bundesregierung hatte Anfang der Woche den Vorschlag ins Spiel gebracht, Alkoholausschank in besonders betroffenen Regionen unter bestimmten Bedingungen befristet begrenzen lassen.

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