Heimatverein Wolbeck gibt Kalender mit historischen Aufnahmen aus dem Ort heraus
Café mit Charme und Nierentisch

Münster-Wolbeck -

Der Wolbecker Heimatverein hat wieder einen historischen Wandkalender herausgegeben. Die Motive stellen vor allen Dingen den Ortskern im Wandel der Zeiten dar. Aber auch ein Blick nach Angelmodde wird diesmal gewagt.

Dienstag, 06.10.2020, 18:46 Uhr
Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Karrengarn (r.) und Beisitzer Josef Leifert präsentieren druckfrische Exemplare des historischen Wolbeck-Kalenders für das Jahr 2021 und einige Fotos und Ansichtskarten, aus denen der Kalender hervorging.
Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Karrengarn (r.) und Beisitzer Josef Leifert präsentieren druckfrische Exemplare des historischen Wolbeck-Kalenders für das Jahr 2021 und einige Fotos und Ansichtskarten, aus denen der Kalender hervorging. Foto: isa

Das Café Natrup an der Hofstraße mit Nierentischchen und charmantem Innenhof für die Außengastronomie findet sich als April-Motiv, eine frühe Form des Angelmodder „Alten Schemm“ im Monat Oktober. Insgesamt zwölf historische Ansichten von Wolbeck und der näheren Umgebung schmücken den neuen Kalender, den der Wolbecker Heimatverein für das Jahr 2021 gestaltet hat.

Es ist bereits der achte Jahreskalender des Heimatvereins, den Vorsitzender Bernhard Karrengarn und Beisitzer Josef Leifert jetzt der Öffentlichkeit vorstellen. „Da sind im Laufe der Jahre rund 100 Aufnahmen zusammengekommen“; erklärt Leifert. Und er fügt nicht ohne Stolz hinzu: „Und bisher hatten wir keine doppelt.“ In großzügigem DIN-A3-Format bieten größtenteils schwarz-weiße Aufnahmen einen Einblick in alte Zeiten.

„Im Café Natrup gab es eine besondere Spezialität“, schwärmt Karrengarn, der sich selbst genau daran erinnert. „Selbst hergestelltes Eis wurde in kleinen, quadratischen Waffeln verkauft, die nicht nur praktisch in der Hand lagen, sondern auch hervorragend schmeckten“. Die Bäckerei mit dem angegliederten Sitzbereich existierte für relativ kurze Zeit um 1960 herum. Der Betrieb lag an der Hofstraße, etwa gegenüber dem Bekleidungsgeschäft Böckmann. „Noch heute kann man erkennen, wo sich der kleine Außenbereich befand, erläutert Karrengarn.

Das „Alte Schemm“, oder auch „Langes Schemm“ genannt, ziert das Oktober-Blatt. Es handelt sich um eine weit ausladende, aber nur etwa einen Meter breite Holzbrücke, die über die Werse führte. Sie war lange die einzige westliche Verbindung von Angelmodde nach Münster. „Das Alte Schemm mündete auf dem nördlichen Gelände der Gaststätte Strandhof“, heißt es auf dem Kalenderblatt. Das Holzbauwerk wurde später abgebrochen und durch eine Betonbrücke ersetzt.

Das Kalender-Deckblatt zeigt eine Luftaufnahme des Ortes um 1975. Das alte „Wigbold Wolbeck“ mit seiner Begrenzung durch Herrenstraße und Drostenhofstraße ist noch gut erkennbar. Weitere Motive des Kalenders sind der Wolbecker Ortskern (Februar, März, Mai, Dezember) sowie das Forsthaus im Tiergarten (Juni) und ein gemütliches Herdfeuer in der Angelmodder Gaststätte Hoffschulte (Januar). Als besonders beliebtes Foto-Objekt erweist sich wieder einmal der Drostenhof (Juli und August).

Das November-Blatt stellt die 2015 wieder erbaute Antonius-Kapelle zwei vorherigen historischen Aufnahmen gegenüber: Einer Ansicht der ursprünglichen Kapelle, die 1898 abgerissen wurde, und dem Bild des in eben diesem Jahr neu errichteten Gebäudes.

Interessant sind teilweise auch die Geschichten hinter den Bildern. So erklärt „Schütze Austermann“ auf der Rückseite einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1917, die auf dem Augustblatt abgedruckt ist, dass er „glücklich zu Hause angekommen“ ist.

Erhältlich ist der Kalender in der Buchhandlung Buchfink, in der Leseboutique Zumegen und im Kleinen Bilderladen. Er kostet bis zum Jahresende wegen der reduzierten Mehrwertsteuer 18, 53 Euro und danach 19 Euro.

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