Das Trio Conjak trat kurzfristig im evangelischen Gemeindezentrum auf und begeisterte das Publikum
Musikalische Weltreise mit Überraschungen

Münster-Wolbeck -

Eine Weltreise mit Musik war versprochen – das gibt es oft. Aber nicht so, wie sie jetzt beim Konzert von Kultur-vor-Ort verlief. Nicht nur in Variationen, das auch, sondern mit ganz anderen Stationen als gewohnt. Dafür war das Trio Conjak gewonnen worden – kurzfristig als Ersatz für die wegen einer Erkrankung abgeblasenen Comedy-Show mit Rock ’n’ Roll – diesen Ersatz zu finden, das geht nur in Corona-Zeiten – es fiel und fällt viel aus, auch für das Trio Conjak.

Montag, 26.10.2020, 18:19 Uhr
Das Trio waren Martin Scholz am Klavier (unter anderem), Christiane Hagedorn am Stimmband (unter anderem) und Dieter Kuhlmann am Kontrabass (unter anderem).
Das Trio waren Martin Scholz am Klavier (unter anderem), Christiane Hagedorn am Stimmband (unter anderem) und Dieter Kuhlmann am Kontrabass (unter anderem). Foto: anh

Das Trio waren Martin Scholz am Klavier (unter anderem), Christiane Hagedorn am Stimmband (unter anderem) und Dieter Kuhlmann am Kontrabass (unter anderem). Die drei griffen des Öfteren zu anderen Instrumenten, von der Trommel über das Cornett bis zur Geige – alles im Dienste des Programms „New York – Paris – Istanbul“.

Los ging die Reise in den USA, im Big Apple, mit „All of Me“ und „Stand By Me“ sowie „Summer Time“ – die hier zelebrierte innige Sangesfreude und instrumentale lebendige Ausmalung sollte sich halten, in langsamen wie in flotten Tönen. Nach Europa ging es über das Meer, mit Charles Trenets Welterfolg „La mer“. Dann speziell nach Frankreich, nach Montmartre, wo ein Liebespaar nichts bereut: „Je ne regrette rien“. Und noch einmal die Piaf: „Padam padam“. Über den Kanal ging es zu „Goldfinger“, dem James-Bond-Thema. Es folgte „Es ist vorbei“ aus Rio Reisers „Junimond“, hier brillierte der Pianist am Cornett, auch in den ganz leisen Tönen. Scholz wie auch Kuhlmann konnten einigen verdienten Sonderapplaus einheimsen. Bei Nenas „Nur geträumt“ trieb das Piano voran, das singende Energiebündel Hagedorn ging mit. Auch für Stoff aus den 80ern: „Deine blauen Augen“, Gundi Gundermann. Damit war die Liste der Überraschungen noch nicht komplett.

Türkische Klänge sind nicht gerade Standardelemente, Hagedorn hat sie im Repertoire. Sie bot Lieder der Sängerin und Komponistin Sezen Aksu, die von den Qualen der Liebe singt und eine Hommage auf Istanbul. Auch hier gelingt es den Instrumentalisten, passende Atmosphäre zu schaffen.

Zuletzt habe Hagedorn im Winter mit dem Programm „Tanz auf dem Vulkan“ begeistert. Diesmal, so Peter van Bevern, Schatzmeister des Vereins, habe sie „noch eine Schippe draufgelegt“. Der Applaus sprach dafür, dass auch das Publikum dieser Meinung war. Hagedorn war zum fünften Mal in Wolbeck. Am Freitag blickten die drei nach dem Konzert gern auf die für sie gute Akustik zurück.

Für den 11. Dezember ist ein Weihnachtskonzert mit Studierenden der Musikhochschule Münster geplant. Das Hygiene-Konzept in der Christuskirche ist strikt, aber einfach – ohne Pause ging es 90 Minuten durch, mit etwas Lüften und großzügigem Abstand zwischen den Stühlen oder Stuhlpaaren. Die Bühne musste weichen – in der Kirche sind vier Meter Abstand von der Bühne bis zu den Zuschauerplätzen verlangt. Die Plätze waren fast vollständig belegt.

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