„Es gab einen unglaublichen Zusammenhalt“
Impfaktion im Wolbecker Achatius-Haus

Münster-Wolbeck -

Der Impfstoff zum Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung hat Wolbeck erreicht. In einer von langer Hand geplanten Aktion am Silvestertag wurden innerhalb von nur wenigen Stunden mehr als 160 Bewohner und Mitarbeiter des Altenpflegezentrums auf freiwilliger Basis geimpft.

Freitag, 01.01.2021, 16:08 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 13:17 Uhr
Das Impfteam mit (v.l.) Meike Thomalla, dem Hausarzt Domingos Schrader und Daniele Geers nach getaner Arbeit. Mehr als 160 Bewohner und Mitarbeiter des Achatius-Hauses haben an Silvester ihre erste Impfung zum Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung erhalten.
Das Impfteam mit (v.l.) Meike Thomalla, dem Hausarzt Domingos Schrader und Daniele Geers nach getaner Arbeit. Mehr als 160 Bewohner und Mitarbeiter des Achatius-Hauses haben an Silvester ihre erste Impfung zum Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung erhalten. Foto: mlü

Nach getaner Arbeit köpften der Einrichtungsleiter Bernhard Sandbothe und das Impfteam eine kleine Flasche Sekt im Gemeinschaftsraum des Pflegeheims. Seit neun Monaten schon bedroht das heimtückische neue Corona-Virus die Bewohner, die in der Mehrzahl zur Risikogruppe gehören. „Der Druck auf die Einrichtungen ist schon immens“, berichtet Sandbothe. „Wir bemerken auch, dass die Menschen langsam die Geduld mit der Pandemie und den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen verlieren“, so der Heimleiter. Die Anspannung in der Bevölkerung wächst. Von daher sei die Impfung auch ein Befreiungsschlag. Ein kleiner Triumph.

Am Impftag helfen alle mit: „Wir haben eine ungeheure Hilfsbereitschaft erlebt“, berichtet das Impfteam anschließend gerührt. „Es gab einen unglaublichen Zusammenhalt.“

Tagelange Vorbereitungen

„Hätten die Mitarbeiter das alles nicht so gut vorbereitet, hätte das alles nicht so gut geklappt“, bedankt sich die medizinische Fachangestellte Meike Thomalla beim Achatius-Haus. Im Vorfeld mussten mit den Bewohnern (oder ihren Angehörigen) Zimmer für Zimmer Aufklärungsgespräche geführt werden. Jeder Besucher wird seit Weihnachten rigoros einem Corona-Schnelltest unterzogen. Sicherheit geht vor.

Früh morgens am Silvestertag lieferte schließlich ein unscheinbarer Kühltransporter die Impfdosen an. „Der hätte auch von Bofrost sein können“, schmunzelt Sandbothe. Ein paar Dutzend klitzekleiner Ampullen enthalten den bestellten Impfstoff für 145 Personen.

Aufwendiger Impf-Prozess

Alle Fläschchen enthalten eine leichte Überfüllung. Bei sorgfältiger Vorgehensweise können pro Ampulle sechs statt fünf Dosen entnommen werden. Das kommt Nachzüglern und Spätentscheidern zugute. Am Ende des Tages erhielten in Wolbeck mehr als 160 Menschen, darunter Sanitäter und Feuerwehrleute, den Impfstoff. „Die Verarbeitung des Impfstoffes ist sehr aufwendig“, sagt der Hausarzt Domingos Schrader aus dem Impfteam. „Für die Hausarztpraxis ist das nichts.“ Deswegen die großen Impfaktionen in den Altenheimen – deswegen das Impfzentrum in der Halle Münsterland.

In wenigen Wochen wird der Impfschutz mit einer zweiten Spritze aufgefrischt.

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